*Kämpfen lohnt sich immer!

Wir wurden verkauft?! An wen? Und was bedeutet das für uns?
• Im Mai 2019 erhielten einige Mieter*innen eine Anfrage, ob ihre Wohnungen besichtigt werden könnten, da geplant sei, das Haus zu verkaufen.
• Daraufhin begannen wir uns innerhalb des Hauses zu vernetzen. Gut die Hälfte der Mieter*innen tauschte sich nun über einen Email-Verteiler über alle Neuigkeiten aus, darüber hinaus auch über die Mieten und weitere Themen.
• Ende Juli wurden wir vom Bezirksamt Neukölln darüber informiert, dass unser Haus verkauft wurde und zu einem Informationstermin über das Vorkaufsrecht eingeladen.
• Da uns niemand den Namen des Käufers verraten konnte oder wollte, gingen wir regelmäßig zum Grundbuchamt. Dort erfuhren wir, dass wir von der Aramid GmbH und Co. KG gekauft werden sollten. Wir begannen über den Käufer unseres Hauses zu recherchieren und uns wurde klar, dass wir uns mit allen Mitteln gegen den Verkauf an die Aramid wehren wollen.
Der Kampf für die Ausübung des Vorkaufsrechts nimmt Fahrt auf
• Ab jetzt trafen wir uns mindestens wöchentlich im Hof und außerdem noch in diversen Arbeitskreisen für effiziente Aufgabenteilung.
• Wir nahmen Kontakt zu anderen Hausgemeinschaften und Initiativen auf, die uns wertvolle Tipps gaben und ihre Erfahrungen (teils in Hausbesuchen) mit uns teilten.
• Wir richteten Seiten auf sozialen Netzwerken und eine Website ein und kontaktierten Medien.
• Mit Besuchen und in Gesprächen nahmen wir Kontakt zu Politiker*innen auf und haben Druck auf Entscheider*innen aufgebaut. Sehr wichtig: ständiges Nachhaken bei Bezirk, Besuche in BVV und Abgeordnetenhaus.
• Beim Hausfest/Kundgebung inklusive Unterzeichner*innen-Liste für offenen Brief haben wir 100 Unterstützer*innen versammelt und auf unseren Fall aufmerksam gemacht.
• Der Bezirk (d.h. Jochen Biedermann, Baustadtrat Neukölln und sein Referent Christopher Dathe) sucht selbst nach geeigneten Drittkäufer*innen. Unterstützung von Mieter*innen-Seite schadet nicht, daher haben wir selbst nach Drittkäufer*innen gesucht, das heißt Anschreiben und persönliche Kontaktaufnahme mit allen in Frage kommenden Genossenschaften und alle anderen potentiellen Käufer*innen.
Vorkauf in letzter Minute
• Die Suche nach einem*r Drittkäufer*in für unsere Haus gestaltete sich schwierig, wobei potentielle Drittkäufer*innen ihr verhaltenes Interesse oder ihre Ablehnung auch immer wieder mit dem angekündigten Mietendeckel begründeten, dazu gehörten z.B. Degewo, Stadt und Land, Gewobag.
• Weniger als eine Woche vor Ablauf der Vorkaufsfrist erklärte eine Reihe Politiker*innen, dass sie den Mietendeckel als Vorwand für eine Ablehnung durch die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften nicht akzeptieren wollen.
• Daraufhin wurden neue Verhandlungen zwischen Senat und der Degewo aufgenommen und schließlich am Tag des Fristendes eine Einigung gefunden. Nach langem Bangen erhielten wir schließlich die Nachricht, dass ein*e Kurier*in die entsprechenden Papier noch rechtzeitig vor Mitternacht zustellen konnte.

Steckbrief Leine8

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Haus:
• 23 Wohneinheiten
• Hier leben ca. 50 Erwachsene und 6 Kinder
• 1 Gewerbeeinheit
• Kaltmieten: zwischen 6,00 und 12,00 Euro (bei Neuvermietung) pro qm²
• alter Eigentümer: Wolf – Bauwens GmbH
• interessierter Käufer*innen: Aramid GmbH und Co. KG
• neue Eigentümer*innen (unter Vorbehalt): DEGEWO
Aramid GmbH und Co. KG – was wir wissen:
• profitorientierte Stiftung mit Sitz im Steuerparadies Liechtenstein, Immobilienfirma des Modeproduzenten Alon Junger
• versucht und gescheitert gekaufte Häuser: Krossener36, Leine8
• gekaufte Häuser: Allerstr.6, Glatzer Str. 2-3 , Paul-Robeson17, Urbanstr. 131
◦ berichtete Auswirkungen: (teilweise sehr starke) Mieterhöhungen, Sanierungen, Auszugswelle in kurzer Zeit, Lärmbelästigung bei Sanierungen beispielsweise abends und am Wochenende, Müll und Schutt im Hinterhof, fragwürdiger Umgang mit Leitungswasserqualität
• vermutete Verbindung zu den Samwer-Brüdern:
◦ Schiller’s wurde von der Aramis Holding gekauft, Teil des Firmengeflechts der Samwer-Brüder → Ist die Namensverwandschaft Zufall?
◦ Tatsächlich gab es schon einmal ein Unternehmen namens „Aramid GmbH” im Besitz von Marc Samwer, dessen Firmenadresse dieselbe wie die der Aramis Holding ist
◦ Bei näherem Hinschauen ergeben sich gleich mehrere Überschneidungen zwischen den Immobilien-Unternehmen von Alon Junger und den Samwers: So verwenden die Argo-Holding von Alexander Samwer und Jeremias Heinrich, die Aramid Immobilien sowie die Aramid Development GmbH und Co. KG von Alon Junger dieselben Vorratsgesellschaften mit der selben Geschäftsführerin (Kalliopi Chamakou) an teils denselben Adressen. Eine weitere Adressüberschneidung fällt ins Auge: Die Aramid Immobilien GmbH und Co. KG teilte ursprünglich die Adresse mit der Oliver Samwer Familienstiftung.




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