Mieter*innenversammlung Schillerkiez.

Wer ist die Mieter*innenversammlung (MV) eigentlich?

Wir sind Menschen aus dem Kiez, die eine solidarische Nachbarschaft aufbauen und erhalten wollen. Grundlage dafür muss ein Kiez sein, den wir uns alle leisten können, ohne dass irgendjemand aus seinem Lebensumfeld verdrängt wird.
Wir sind Nachbarinnen und Nachbarn jeden Alters und jeder Schicht, Menschen die hier im Kiez geboren wurden und Menschen die kürzlich hergezogen sind. Menschen, die nicht mehr weiter wissen, weil ihr Vermieter sie um jeden Preis aus der Wohnung schmeißen will. Menschen, die keine Probleme mit ihrer Wohnung haben aber anderen Menschen helfen wollen. Menschen, die glauben, dass wir nur gemeinsam stark sind. Menschen, die wissen wollen, wie das genau mit dem Vorkaufsrecht funktioniert. Menschen die wütend sind. Wir wollen nicht ohmächtig zuzugucken wie mit unserem Leben spekuliert wird, indem das Xte Cafe unsere Lebensmittelläden, der Xte SecondHand Laden unsere KiTas, der Xte Coworking Space unsere Stammkneipen verdrängen und unsere Wohnungen zu AirBnB und Co verwertet werden.
Deshalb brauchen wir unsere gegenseitige Hilfe! Wir wollen mit Nachbar*innen ins Gespräch kommen, den Kiez kennenlernen, voneinander lernen, einander unterstützen und zusammen definieren, was einen lebenswerten Kiez ausmacht. Das sollte nicht nur von den Leuten mit Kohle bestimmt werden, sondern von uns allen, auch von Dir!

Wie ist die MV Entstanden?

Nach der Kündigung der Kneipe Syndikat kamen Leute zusammen, die das Syndikat unterstützt haben. Es gab super viel Zuspruch und Unterstützung aus der Nachbarschaft und es war schnell klar, dass das Syndikat nur die Spitze des Eisbergs ist. Im gesamten Kiez werden Leute entmietet, Wohnung in Eigentumswohnungen umgewandelt und Häuser verkauft. Denn wir stehen vor den selben Problemen, konfrontiert mit einer unbarmherzigen Marktlogik, und wenn wir nicht zusammen halten, müssen wir bald alle wegziehen. Aber gemeinsam sind wir immer stärker als alleine und können anfangen unser Leben wieder mehr selbst zu bestimmen.

Was machen wir?

Wir machen alle 6 Wochen eine Mieter*innen-Versammlung für den Schillerkiez. Es kommen regelmäßig viele Menschen zu den Versammlungen und es lernen sich immer mehr Menschen aus dem Kiez kennen. Dabei merken wir, dass wir nicht alleine sind mit unseren Problemen, und dass es Leute gibt, die uns unterstützen. Wir kommen zusammen, um uns auszutauschen über Strategien gegen Verdrängung, wie wir uns wehren können gegen Mieterhöhungen, gegen Entmietung, gegen Umwandlung in Eigentum, gegen Hausverkäufe an Briefkastenfirmen. Wir teilen Erfahrungen, wie wir uns in unseren eigenen Häusern organisieren können und lernen uns gegenseitig kennen. Verschiedene Häuser, die sich organisieren (z.B. Vorkaufsrecht) können sich vernetzen und gegenseitig unterstützen.
Wir organisieren gemeinsame Spaziergänge durch den Kiez um vor unseren Häusern und Wohnungen zu zeigen dass wir uns wehren und sind auch immer wieder mit Infoständen auf dem Herrfurthmarkt, auf Hoffesten, Straßenfesten (z.B. Weisestraßenfest) und Kundgebungen, siehe z.B. Redebeitrag vom der Kundgebung am 15. Juni 2019 . Dort informieren wir Menschen über die nächsten Treffen und Aktionen, dort können Menschen uns informieren, über die Probleme mit ihren Vermietern und über ihre Vorstellung eines lebenswerten Kiezes. Wir haben eine Recherchegruppe gegründet, die zusammenträgt, was im Kiez passiert und auf einer Karte einträgt, um sichtbar zu machen wie stark der gesamte Kiez betroffen ist.
Dazu haben wir auch im Rahmen der Tu-Mal-Wat-Tage eine Ausstellung gemacht, um auf konkrete Kämpfe und Widerstand aufmerksam zu machen.

Kontakt: wirsindviele@riseup.net

Infomaterial wie Flyer, Aufkleber und Plakate sind hier zu finden:Infomaterial




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