Neben der Umgestaltung des Tempelhofer Feldes hat der Senat schon einiges an Stadterneuerungsplänen in Neukölln öffentlich gemacht.
Eine kurze Zusammenfassung.

Umgestaltung der Karl-Marx-Straße
„Jung, bunt, erfolgreich“: so lautet das Motto unter dem die Karl-Marx-Strasse vom Hermannplatz bis zum Karl-Marx-Platz saniert werden soll. In den nächsten 15 Jahren wollen Senat und Bezirk über 100 Millionen Euro investieren, um daraus eine schicke Einkaufsstraße zu machen. Vorbild hierfür ist der „KuDamm“. Die Investitionen sollen dabei in die selben Geschäfte fließen, die es ohnehin schon überall gibt. Das schon umstrukturierte ehemalige Hertie-Gebäude zeigt die Richtung, in die es gehen soll. In diesem Zusammenhang wird auch der Verkehr im ganzen Gebiet neugedacht. Am Hermannplatz z.B. sollen nur noch zwei Spuren bleiben, um im Schatten von „Karstadt“, Raum für Cafés zu schaffen. Der Umbau der Verkehrswege wird den Zusammenhalt unter den umliegenden Kiezen stark beeinflussen. Dieser Aspekt bleibt aber für die Stadtplaner zweitrangig. Zuständig für die ganzen Umgestaltungspläne ist die „BSG“ (Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH).
Weitere Informationen unter:
Umgestaltung Karl-Marx-Strasse

Untersuchungsgebiet Maybachufer/Elbeufer
Im März vergangenen Jahres hat der Berliner Senat 13 Gebiete festgelegt, in denen „Vorbereitende Untersuchungen“, die im Baugesetzbuch verankert sind (§141 BauGB), durchgeführt werden sollen. Dies ist die Voraussetzung, um ein Gebiet zum Sanierungsgebiet erklären zu können. 6 Gebiete waren 2009 an der Reihe und die restlichen 7 sollen in diesem Jahr untersucht werden. Ziel ist, mit Hilfe von Privatinvestitionen, eine „Aufwertung und Verbesserung der Gebiete“ voran zu treiben. Im Jahre 2009 unterzog sich das dicht besiedelte Gebiet, zwischen Sonnenallee und Landwehrkanal, einer solchen Untersuchung. Ergebnis ist, dass 107 Millionen Euro, die zur Hälfte aus privaten Mitteln bestehen, in dieses Gebiet gesteckt werden sollen. Damit sollen Kitas und Schulen renoviert werden, Senioren- sowie Jugendeinrichtungen entwickelt werden, Grünflächen nah am Kanal gebaut und Häuser saniert werden. Das Gebiet ist schon im Programm „Soziale Stadt“, unter dem die beiden Quartiersmanagements (Reuterplatz + das 2009 eröffnete QM Donaustr.-Nord) die Sanierungspläne begleiten sollen.

Zu der Bemerkung einer Anwohnerin bei einer öffentlichen Versammlung, dass es eigentlich kein Sanierungsgebiet für die Renovierung von Schulen und Kitas bedarf, fand der Baurat nichts zu antworten. Dafür bestätigte er, dass es unvermeidbar eine Steigerung der Mieten mit sich ziehen würde. Im Gebiet zwischen Kottbusser Damm und Reuterstraße sei kein Sanierungsgebiet nötig, da der „Aufwertungsprozess von allein laufen würde und das Quartiermanagement Reuterplatz dafür reiche“.

Eine umfassende Darstellung unter dem Titel „Berlin: Senat plant “erhebliche Aufwertungen” in Neukölln“ auf dem Gentrification Blog:

Senat plant “erhebliche Aufwertungen” in Neukölln“

Stadtquartier Neukölln
Im Rahmen der Bebauungspläne für das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof soll auch entlang der Oderstraße ein neues Stadtviertel unter dem Namen „Stadtquartier Neukölln – Adresse für städtisches Wohnen am Park“ entstehen. Geplant sind 1.200 Wohnungen, die für die jetzt hier lebenden Menschen unbezahlbar sein werden. Dort sollen die Besserverdiener hinziehen und den schönen Blick auf den zukünftigen Tempelhofer Landschaftspark geniessen. Noch sind es nur Planungen, die erst in 5-10 Jahren realisiert werden sollen.

Geplantes Sanierungsgebiet Schillerpromenade
Das Gebiet um die Schillerpromenade ist laut Senatsbeschluss vom vergangenen März (siehe Artikel: „Die Aufteilung der Gesellschaft“) in diesem Jahr Ziel „Vorbereitender Untersuchungen“ (§141 BauGB). Bisher gibt es allerdings noch keine offiziellen Informationen darüber. Parallel dazu wird geprüft, ob die Schillerpromenade im Denkmalschutzprogramm aufgenommen werden kann.

Denkmalschutz für Schillerpromenade
Eines der Programme zur Stadterneuerung heißt „Städtebaulicher Denkmalschutz West“. Bisher ist die Schillerpromenade seit 1996 städtebauliches Erhaltungsgebiet. Der Senat erwartet, dass sich in Zusammenhang mit der Entwicklung des Tempelhofer Feldes neuer Handlungsbedarf ergibt. Daher prüft er eine Programmaufnahme für das Jahr 2011




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