Unsere Position zum Quartiersmanagement Schillerpromenade

Das Quartiersmanagement (QM) Schillerpromenade wird nicht gebraucht. Es gehört abgeschafft und zwar eher heute als morgen. Es ist nicht Teil der Lösung der Probleme hier im Kiez oder der ganzen Stadt, sondern Teil des Problems. Das Problem ist der neoliberale Staat, die politische Entwicklung der letzten 20 Jahre mit dem Abbau des Sozialstaats und der öffentlichen Daseinsvorsorge, die Privatisierung öffentlicher Einrichtungen und die verschärfte Degradierung von Menschen zu bloßen Objekten der Vermarktung und In-Wertsetzung. Allein das Wort Management in dem Begriff Quartiersmanagement zeigt schon, wohin die Reise geht. Soziale Probleme sollen nicht gelöst, sondern die Menschen, um die es geht, sollen irgendwie bearbeitet, befriedet und ruhig gestellt werden.

Die allgemeine Ausrichtung von Quartiersmanagements ist die Vorbereitung und Begleitung von Aufwertungs- und Sanierungsporzessen. Dieses drückt sich konkret durch Wohnumfeldgestaltung, wie auch durch staatlich forcierte Repression gegen Minderheiten, wie das Task Force Konzept verdeutlicht, aus. Die Vernetzung der lokalen Akteure über die QM´s dient der Legitimation staatlicher Steuerungen im Kiez und ist durch die Geschäftsordnung auf das Ziel von Aufwertungsmaßnahmen festgelegt. Das QM ist keine Sozial- und Wohlfahrtseinrichtung, sondern wird von privaten Beratungsgesellschaften wie z.B. der Brandenburgischen Stadterneuerungsgesellschaft (BSG) betrieben. Diesen Unternehmen geht es nicht um soziale Wohltaten, sondern um Profit. Die Chefin des QM Schillerpromenade Kerstin Schmiedeknecht ist beispielsweise Architektin und keine Sozialarbeiterin und möchte sich für weitere Aufträge im Sanierungs- und Aufwertungsgeschäft empfehlen. Statt profitorientiertem Geschäft sollte der Ausbau und der Erhalt der städtischen Infrastruktur, der Kitas, Spielplätze und Schulen selbstverständlich sein, dafür brauchen wir kein QM.

aus: RandNotizen 3 , November 2010




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