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Tourismus im Weserkiez ungebremst

Eine Mitteilung der Nachbarschaftsinitiative Weserkiez, 05.06.2018

Parks – Einkaufen – viel los – Bier – Currywurst – politischer Aktivismus

So wird auf Airbnb mit der Nachbarschaft rund um die Weserstraße 207 geworben. Denn seit kurzem können hier wieder Übernachtungen gebucht werden. [1]

Vor über einem halben Jahr wurde nach richterlicher Verfügung das „Fantastic Foxhole Hostel“ im Hinterhaus Erdgeschoss von Polizei und Ordnungsamt geräumt. Zuvor wurden hier ohne Genehmigung und trotz Nutzungsuntersagung vom Bezirksamt über ein halbes Jahr Gäste in 33 Betten auf ca. 150 m² untergebracht.
Eine Beherbergungsgenehmigung für die Hinterzimmer der Kaduka-Bar Erdgeschoss Seitenflügel im gleichen Haus gibt es auch diesmal nicht, genauso wenig ein Brand- und Lärmschutzkonzept. Trotzdem werden hier über Airbnb auf engstem Raum sechs Betten angeboten, die bereits bis weit in den Sommer gebucht sind – nächtliche Lärmstörungen eingeschlossen.
Die Gastgeber dürften die gleichen sein, wie die der Kaduka-Bar und des ehemaligen Hostel. Einer der Betreiber arbeitet inzwischen auch offiziell für die Hausverwaltung und wirft die Kündigungsschreiben von Eigentümer A. Skora an kritische Mieter*innen persönlich ein.
Gegen die Kaduka-Bar liegen zahlreiche Anzeigen wegen wiederholter nächtlicher Ruhestörung vor. Und in den Räumlichkeiten des ehemaligen Hostels deuten Anzeichen auf die erneute Unterbringung von Gästen durch die Barbetreiber hin.

Aktive Nachbar*innen hatten sich erfolgreich gegen den nicht genehmigten Betrieb des Hostels in dem vorwiegend zu Wohnungszwecken genutzten Haus gewehrt. Dieser führte unter anderem zu massiven Lärmstörungen im Hinterhof des Hauses in der inzwischen nachts sehr lebhaften Weserstraße. Die Folgen der intensiven Kommerzialisierung der Gegend in Form von einer Bar/Kneipe/Gaststätte an der anderen und immer mehr Ferienwohnungen führen auch hier neben den steigenden Mieten zu einer Verdrängung von Anwohner*innen aus dem Kiez: Aufgrund von Lärm, Müll und immer weniger Wohn- und Gewerberaum für die Nahversorgung.

Politischer Aktivismus ist bei Airbnb zu einem Vermarktungsmerkmal für Besucher*innen verkommen, gleichwertig mit Bier und Currywurst. Dieser Aktivismus, der aus der Notwendigkeit entstanden ist, sich gegen eine Verdrängung aus dem Wohn- und Lebensort aufgrund dieses rücksichtslosen Geschäfts-gebahrens zu wehren. Verständnis dafür, Teil dieser Verdrängung zu sein, scheint bei Airbnb und vielen Anbietern von Ferienwohnungen nicht zu bestehen.

Ähnlich verhält es sich bei der Vermarktung des „authentischen Berliner Kiezlebens“ im Berliner „Tourismuskonzept 2018+“ im Rahmen eines „New Urban Tourism“. Im Konzept der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe ist vielfach die Rede von Partizipation der Bewohner*innen Berlins. Die zuständige Senatorin Ramona Popp (Grüne) sagt sogar: „Mit dem neuen Konzept wird Berlin Vorreiter für einen stadtverträglichen Tourismus in Europa.“ [2] Tatsächlich kommen „Die Anrainer“ und weitere Aktive, die sich schon seit längerem mit den Zusammenhängen zwischen Tourismus und Verdrängung, insbesondere in Friedrichshain, beschäftigen, in ihrer Stellungnahme zum Konzept zu einem anderen Ergebnis [3]:
Wenn es darum geht, den Problemen durch den zunehmenden Tourismus für die Berliner*innen in ausreichendem Maße entgegenzuwirken, enthalte das Konzept kaum konkrete Ansätze für eine Partizipation. Mehr noch, die Schwerpunkte „Nachhaltigkeit“ und „Stadtverträglichkeit“ aus der zugrunde liegenden Studie [4] sind im Senatskonzept zugunsten von „Marktorientierung“ in den Hintergrund gerückt. Erste bezirkliche Schritte zur Umsetzung des Konzepts, wie der gestrige „Runde Tisch Tourismus“ in Berlin Mitte [5], machen dies auch deutlich: Hier soll Bürger*innenbeteiligung offenbar unter der Federführung von „visitBerlin“ umgesetzt werden, Berlins offizieller Marketing-Organisation, und damit Vertreter*innen der Tourismuswirtschaft. Anstatt die Berliner Anwohner*innengruppen und -netzwerke einzubinden, die aufgrund ihrer jahrelangen Tätigkeit und eigenen Betroffenheit am besten um die Probleme im Zusammenhang mit intensivem Tourismus wissen.
Ist die Partizipation für die Berliner Politik also ein Feigenblatt für die weitere tatsächlich weitestgehend ungebremste Entwicklung des Berliner Tourismus? Und ist diese wie „politischer Aktivismus“ und „Nachhaltigkeit“ nur ein zusätzliches Verkaufsargument für die Marke „Berlin“?

Und für die Anwohner*innen, dieses „authentische Berliner Kiezleben“, wird es immer mehr wie im Zoo, nur auf der falschen Seite der Gitterstäbe.

[1] https://www.airbnb.de/rooms/18409013

[2] https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2018/pressemitteilung.671025.php

[3] http://dieanrainer.de/2018/06/stellungnahme-zum-tourismuskonzept-2018/

[4] https://about.visitberlin.de/sites/default/files/2018-02/Tourismuskonzept_Berlin_Studie_2017.pdf

[5] https://www.berliner-woche.de/mitte/c-politik/runder-tisch-tourismus_a164285

Quelle: https://iniweserkiez.wordpress.com/2018/06/05/parks-einkaufen-viel-los-bier-currywurst-politischer-aktivismus/

Räumung Hostel Weserstr. 207

Pressemitteilung Nachbarschaftsinitiative Weserkiez 13. Oktober 2017

GESCHLOSSEN UND VERSIEGELT: RÄUMUNG HOSTEL WESERSTRASSE 207

Montag früh gegen halb Acht haben mehrere Mitarbeiter von Bauamt und Polizei das trotz richterlich bestätigter Nutzungsuntersagung betriebene (Fantastic Foxhole) Hostel in der Weserstraße 207 räumen und versiegeln müssen. Die Gäste mussten die Zimmer verlassen Pressemitteilung BA Neukölln .
Bereits einige Wochen zuvor versuchten Beamte die Nutzungsuntersagung durchzusetzen, welche vom Bezirksamt unter Bezirksstadtrat Jochen Biedermann erteilte wurde. Diese wurde zuletzt vom Oberverwaltungsgericht am 29.08.2017 in letzter Instanz bestätigt: Pressemitteilung BA Neukölln .
Das Hostel mit bis zu 33 Betten wurde seit April dieses Jahres trotz fehlender Genehmigung bzw. der Nutzungsuntersagung durch den Bezirk in den Gewerberäumen im Erdgeschoss des ansonsten ausschließlich von Wohnungsmietern genutzten Hauses betrieben. Zur Räumung fand sich keine protestierende Solidargemeinschaft ein.

INSTRUMENTALISIERT UND ÜBERWACHT

Vermieter Alexander Skora und Betreiber Hagen Wittenborn haben die Entscheidungen von Bezirksamt, Bezirksgericht und Oberverwaltungsgericht ausgesessen und den Konflikt auf dem Rücken ihrer Gäste ausgetragen.
Die Bilder von den Überwachungskameras des Hostels auf Alexander Skoras Tweet von der Räumung zeigen die Beamten, Gäste in ihren Betten und den Hausflur des Wohnhauses Twitter A. Skora .
Eine Verletzung von Persönlichkeitsrechten und der Privatsphäre von Beamten, Gästen und Mietern des Hauses durch die Überwachung sowie die Zurschaustellung auf Twitter sollte rechtlich geprüft werden. Wurden alle Gäste ausreichend darüber aufgeklärt, dass eine Videoüberwachung von Ihnen – selbst in ihren Betten – seitens der Hostelbetreiber erfolgte?

EINSTÜRZENDE ALTBAUTEN UND LÄSTIGE MIETER

Am Tag vor der Räumung des Hostels musste die Berliner Feuerwehr anrücken, um im Hinterhof im vierten und dritten Obergeschoss des vernachlässigten Gebäudes lockeren Putz von der Fassade zu lösen und einen Teil des Hinterhofs wegen Gefährdung der Verkehrssicherheit zu sperren. Zuvor waren bereits mehrfach größere Putzteile sowie Fensterglas in den Hinterhof gestürzt.
Darüber hinaus ist das Dach an diversen Stellen undicht. Mieterwohnungen und Treppenhäuser weisen vielfach Wasserschäden, losen Putz und Schimmel auf. Im Aufgang Seitenflügel fehlt ein Teil des Treppengeländers. Der Behebung von Baumängeln ist Vermieter Alexander Skora in den letzten Jahren bis jetzt trotz entsprechender Mieterbeschwerden nur mit geringfügigem Aufwand nachgekommen – oder wie im Falle der Fassade, wenn bereits Gefahr in Verzug war.
Derweil nehmen die Lärmstörungen durch die (Ex-)Hostelbetreiber weiter zu: Die Kaduka-Bar im Vorderhaus dröhnt lauter denn je – Tag wie Nacht –, der nicht genehmigte Partybetrieb in den Kellerräumen des Wohnhauses wurde wieder aufgenommen, Fahrräder werden nach Lärmanzeigen demoliert.
Nach wie vor kommt Vermieter Skora den Lärmbeschwerden seiner Mieter nicht nach. Sie werden jetzt zusätzlich noch als politisch motiviert abgetan. Ein zwischenzeitlich stattgefundenes Treffen zwischen einigen Mietern und Alexander Skora zwecks Annäherung hat zu keinem positiven Ergebnis geführt: Kein einziges der von den Mietern angesprochenen Problemen im Haus, für die der Vermieter zuständig ist, wurde von Skora angegangen – trotz mündlicher Zusicherungen und der Vermittlung von Verständnis.
Hatte der Dialog nur den Zweck Gesprächsbereitschaft von Seiten Skoras in der Öffentlichkeit zu suggerieren? Noch im Mai hatte er fünf Mietparteien gegenüber auf Basis haltloser Behauptungen die fristlose Kündigung ausgesprochen.
Entgegen Behauptungen in der Presse wird das gesamte Haus vorwiegend von Paaren und Familien, zum Teil mit kleinen Kindern und vielfach bereits seit Jahrzehnten, bewohnt. In den wenigen Wohngemeinschaften leben auch seit Jahren überwiegend die gleichen Menschen.

SICH WEHREN HILFT!

Der Zusammenschluss unter den Anwohnenden, die Veröffentlichung der Missstände, der Druck der Straße, ein weites Netzwerk der Solidarität sowie der Einsatz vom Bezirksamt Neukölln und insbesondere Bezirksstadtrat Jochen Biedermann haben dazu geführt, dass das Recht der Einzelnen gegenüber den ökonomisch Stärkeren durchgesetzt wurde.
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Nachbarschaftsinitiative Weserkiez
Facebook Nachbarschaftsinitiative Weserkiez .

Foxhole Hostel dichtgemacht

Heute morgen hat das Bezirksamt Neukölln endlich Konsequenzen gezogen und hat das „Fantastic Foxhole Hostel“ in der Weserstr. 207 geschlossen und behördlich versiegelt. Trotz eines Gerichtsbeschlusses des Oberverwaltungsgerichts Berlin vom 29.08.2017, das die Rechtswidrigkeit des Hostelbetriebes festgestellt hatte, wurde der Laden weitergeführt. Dazu gab es eine Pressemitteilung der Nachbarschaftsinitiative Weserkiez vom 02.09.2017 : Fantastic Foxhole Hostel illegal . Als neues Vorgehen versuchte der Betreiber Hagen Wittenborn seine Wohnungen in Studenten-Unterkünfte umzudefinieren. Über das Erasmus Studentenwerk wurden die Mini-Zimmer angeboten: 490 Euro für 4 Betten in 15 qm Raum. Die entsprechende Online-Anzeige ist derzeit deaktiviert: Bed in room in a 4 room flat in the heart of Neukölln . Über die Suche im Google-Cache lässt sich die Seite betrachten: Deaktivierte Anzeige des Foxhole Hostel .

Hier die Pressemitteilung von Jochen Biedermann, Bezirksstadtrat und Leiter der Abteilung Stadtentwicklung, Soziales und Bürgerdienste beim Bezirksamt Neukölln:

Foxhole Hostel geschlossen

„Heute morgen wurde das rechtswidrig betriebene „Fantastic Foxhole Hostel“ in der Weserstraße 207 durch die bezirkliche Bau-und Wohnungsaufsicht geschlossen und versiegelt. Die Versiegelung wurde erforderlich, da der Betreiber den illegalen Betrieb des Hostels trotz Anordnung des Bezirksamtes Neukölln nicht eingestellt hatte. Dazu
erklärt Bezirksstadtrat Jochen Biedermann: „Ich bedaure, dass wir zu dieser Ultima Ratio greifen mussten, der Betreiber hat uns aber leider keine andere Wahl gelassen. Die Strategie darauf zu hoffen, dass der Bezirk einen vorsätzlichen und fortgesetzten Rechtsbruch einfach toleriert, geht in Neukölln nicht auf.““

Weitere Infos: Texte zum Fantastic Foxhole Hostel

Update von 22 Uhr:

Presseartikel
Der Fuchs ist tot
taz Online, 9.10.2017
Räumung einmal anders: Das illegal betriebene Fantastic Foxhole Hostel in der Weserstraße wird vom Bezirk geschlossen und versiegelt.

Neukölln Bezirksamt räumt illegal betriebenes Hostel
Berliner Zeitung Online, 9.10.2017

Bezirksamt lässt illegal betriebenes Hostel räumen
RBB Online, 9.10.2017

Die Propaganda von Hostelbetreiber Wittenborn und Hausbesitzer Skora ist hier zu lesen:
Ab auf die Straße: Bezirksamt schließt Fantastic Foxhole in Neukölln und quartiert Mieter aus
City Report -pnr24, 9.10.2017

Fantastic Foxhole Hostel illegal

Das Fantastic Foxhole Hostel in der Weserstrasse im Reuterkiez muss sofort geschlossen werden!

Pressemitteilung der Nachbarschaftsinitiative Weserkiez, 02.09.2017

Der höchstrichterliche Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Berlin vom 29.08.2017 markiert einen Präzedenzfall mit weit über Berlin hinaus reichender Signalwirkung: Erstmals wird das rechtswidrige, ausschließlich an maximalem Profit orientierte Geschäftsgebaren eines Touristifizierungs- und sozialen Verdrängungsakteurs mit dieser Deutlichkeit rechtlich in die Schranken gewiesen. Zugunsten des Schutzbedürfnisses der Anwohnenden in dem allgemeinen Wohngebiet Weserkiez. Der Beschluss des OVG Berlin stellt insofern einen riesigen politischen und juristischen Etappensieg gegen den Ausverkauf der Berliner Kieze und ihre Ummodelung in reine Party- und Kommerzialisierungszonen dar.

Der Widerspruch des Hostelinhabers Hagen Wittenborn gegen die am 13.04 2017 bezirklicherseits mit sofortiger Wirkung ausgesprochene Nutzungsuntersagung des Fantastic Foxhole Hostels wurde vom OVG Berlin vollumfänglich und letztinstanzlich abgelehnt.

Die Strahlkraft des OVG-Beschlusses leitet sich vor allen Dingen aus seiner inhaltlichen Begründung her. So folgt der Beschluss dem Bezirksamt auf ganzer Linie, dass das Hostel von seiner Anlage und seinem Betriebskonzepts (Hostel samt Partybar) her massive Nachteile oder Belästigungen der Anwohnenden erwarten lässt, in deren intimste Ruhe- und Wohnräume eigegriffen wird.

Dass Bezirksstadtrat Jochen Biedermann es gewagt hat, sich gegen den Fantastic Foxhole Hostel-Betreiber zu stellen, der sich jeglichen Rechts und Gesetzes erhaben wähnt, ist dem Druck der Straße und einem weiten Netzwerk der Solidarität zu verdanken. Gemeinsam mit vielen politischen und zivilgesellschaftlichen Verbündeten, stadt- und kiezpolitischen Initiativen und durch unseren unermüdlichen ehrenamtlichen Kampf ist es uns gelungen, diesen politischen und juristischen Etappensieg herbeizuführen. Ihnen allen gilt unser Dank!

Jetzt geht es darum, die Rechtsdurchsetzung der Betriebsuntersagung und des Beschlusses zu erwirken, damit das Fantastic Foxhole Hostel auch faktisch geschlossen wird. Denn Hagen Wittenborn lockt nicht nur weiterhin über Seiten wie booking.com ahnungslose und meist finanziell in ihren Möglichkeiten beschränkte Touristen in sein Hostel. Seit der illegalen Eröffnung des Hostels vergeht für die Anwohnenden bis heute kaum ein Tag oder eine Nacht ohne Rollkoffer- und Party-Lärm, Torknallen und Hostelgästen, die sich lautstark zu jeder Uhrzeit bemerkbar machen. Vom Kaduka-Bar-Lärm ganz zu schweigen. Die Nerven der Anwohnenden liegen blank.

Kämpfen lohnt sich!

Pressekontakt: Katharina Wolff/ Carsten Müller, Tel.: +49 152 18 13 71 38
Email: awi_weser@yahoo.com,

Homepage: Weserkiezini

Anlage: OVG-Beschluss: OVG_Berlin_Beschluss_FFHH

Siehe auch: Pressemitteilung des Bezirksamtes Neukölln

25. Juni 2017: Kiezspaziergang Reuterkiez

Verdrängung und Widerstand im Reuterkiez – ein Kiezspaziergang
Sonntag – 25. Juni 2017 – 14 Uhr
Start: Friedelstr. 54

Es ist das Stadtgespräch in diesen Tagen: Die Mieten steigen, die Vermieter nerven und auf der Couch wohnt ein Freund, der seit Monaten nichts Neues findet. Gentrifizierung und Wohnungsnot. Was aber im einzelnen Leben wie eine Naturgewalt daher kommt, ist politisch gemacht und gewollt.
Am 29. Juni soll der Kiezladen in der Friedelstraße 54 zwangsgeräumt werden. Die Kosten des Polizeieinsatzes für eine anonyme Luxemburger Briefkastenfirma werden den Wert des Hauses vermutlich übersteigen. Dieser Spaziergang soll den drohenden staatlichen Gewaltakt in den Kontext der Gentrifizierung des ganzen Viertels setzen. Anhand von widerständischen Häusern und Aktionen erzählen wir Geschichten der kapitalistischen Verdrängung in Neukölln.
Von ungewollten Modernisierungen, Zwangsräumungen, Umgehung von Steuern und Regulierungen, Eigentumsumwandlungen und -neubau, AirBnB und Tourismus, Kreativunternehmen und der Rolle von Konservativen und Neurechten in der Immobilienbranche – vom großen Geschäft mit einem Grundbedürfnis.
Aber auch von Widerstand und Selbstorganisation, Genossenschaften und Syndikaten, direkten Aktionen und Blockaden.

Die Tour beginnt um 14 Uhr an der Friedelstraße 54 und endet ca. 3h später am Rathaus Neukölln. Verspätete können in der Hobrechtstr., am Maybachufer, in der Nansenstraße oder der Weserstraße dazustoßen.

Durchgeführt von Karte_nk44 und Kiezladen Friedel54

Karte für Selbstbestimmung und Selbstorganisation in Nordneukölln
E-mail: karte_nk44@systemli.org

Kiezladen Friedel54

Route Kiezspaziergang

Update 18 Uhr:

Am Kiezspaziergang nahmen zeitweise bis zu 100 Menschen teil. Es gab sehr informative Beiträge zu einzelnen Häusern, den Auswirkungen des Milieuschutzes, die Zerstörung von Wohnraum durch Airbnb und Ferienwohnungen, den Neubau von Eigentumswohnungen am Maybachufer, Protesten von Mieter_innen im Block Framstr./Pflügerstr und Protesten gegen das Foxhole Hostel in der Weserstrasse. Die Polizei musste sich auch noch mit etlichen Wagen beteiligen.

Kiezspaziergang Reuterkiez

Nansenstrasse Ecke Framstr.




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