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Akelius – Schnäppchenmarkt Schillerkiez

Die Immobilienfirma Akelius ist ja bekannt für ihre tollen Angebote an Wohnungen für den kleinen Geldbeutel. Wir hatten hier schon mehrfach darüber informiert, siehe Texte zu Akelius .
Diesmal haben sie im Schillerkiez folgendes im Angebot:

Lichtenrader Straße 37: 2 Zimmer mit Einbauküche und Duschbad nahe Tempelhofer Feld, 45 m² für 900 Euro Kaltmiete, macht 20 Euro pro m²

Okerstraße 41: 1 Zimmer im Schillerkiez mit 36 m² für 700 Euro Kaltmiete, macht 19,44 Euro pro m²

Allerstraße 7: 1 Zimmer mit Einbauküche und Duschbad mit 31,96 m² für 650 Euro Kaltmiete, macht nur 20,33 Euro pro m².

Mensch kann garnicht soviel fressen, wie mensch kotzen müsste bei diesen Wuchermieten.
Ist alles natürlich ganz legal, denn das Eigentum ist heilig.

Akelius Wuchermieten im Schillerkiez

Screenshot einer Akelius-Anzeige bei immoscout24

Milieuschutz als Farce

Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen findet weiter statt!

Nun gibt es im Schillerkiez ( genauer in dem Gebiet des Quartiersmanagement Schillerpromenade ) den tollen Milieuschutz. Er soll Mieterinnen vor der Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen bewahren. Und wie ist die Realität?

Weisestr 34

Dieses Haus gehört der Immobilienfirma Akelius. Trotz bestehendem Milieuschutz hat das Bezirksamt Neukölln Akelius mit Gültigkeit zum 4. November diesen Jahres eine für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnung nötige Grundbucheintragung genehmigt. Die Milieuschutzverordnung zwingt das Bezirksamt zu einer solchen Genehmigung, wenn der Inhaber sich notariell bereiterklärt, in den sieben Jahren im Anschluss an die entsprechende Grundbucheintragung ausschließlich an Bestandsmieter zu verkaufen; danach kann an jeden beliebigen Interessenten verkauft werden.

Allerstr. 46

Dieses Haus gehört der Immobilienfirma ado immo. Die Immobiliengruppe ado will ebenfalls Wohnungen in Eigentum umwandeln. Dazu nutzen sie das obige Schlupfloch,in dem sie erklären, die Wohnungen in den nächsten 7 Jahren nur an die derzeitigen Mieter zu verkaufen. Die Mieter können nun Einwendungen beim Bezirksbauamt machen, aber das Amt wird die Genehmigung wohl erteilen müssen.

Die Berliner Mietergemeinschaft macht am Samstag, den 10. Dezember eine Veranstaltung Milieuschutz un-wirksam?! . Hier sollen Theorie und Praxis des Milieuschutzes diskutiert werden.

Wann? – Samstag, 10. Dezember 2016, 14.00 -18.00 Uhr
Wo? – IG Metall Haus (Alte Jakobsstr. 149, 10969 Berlin), Saal, 5. OG

Rebellisch durch den Kiez

Etwa 500 Menschen beteiligten sich trotz miesen Wetters an der Kiezdemo am 19. 11. quer durch den Neuköllner Norden. Bei der Auftaktkundgebung am Herrfurthplatz wurde ein Beitrag zur Entwicklung im Schillerkiez und speziell zu dem Haus Weisestr. 47 verlesen, den wir hier dokumentieren.

Redebeitrag auf der heutigen Demo

Zur Situation im Schillerkiez
von stadtpolitisch aktiven Menschen aus dem Stadtteilladen lunte

Seit der Öffnung des Tempelhofer Feldes vor 6 Jahren haben sich die Wohn- und Lebensverhältnisse vor allem für die Bewohner mit geringem Einkommen rasant verändert. Die Immobilienwirtschaft hat hier gleich den Profit gerochen und zugeschlagen. Die Angebotsmieten sind in den 6 Jahren um 90% angestiegen. Die Bewohnerinnenzahl hat sich um fast 2000 erhöht.

Die Firma Tarsap z.B. hat Häuser billig aufgekauft und in Eingentumswohnungen umgewandelt und treibt das jetzt auch aktiv im Bezirk Schöneberg.
Ziegert, eine Bank- und Immobilienconsulting hat ihre Hausentmietung zugunsten von Eigentumswohnungen zum Glück nur an einem Haus durchexerzieren können, ist aber fleißig mit dem Bau von Luxuswohnungen profitträchtig beschäftigt.
Die Immobiliengruppe Jakob Mähren hat ihre gekauften Häuser schnell wieder weiterverkauft, als absehbar war, dass der kommende Milieuschutz ihr Geschäftsmodell untauglich macht.
Ihr Unwesen treibt nun neuerdings die Immobilienfirma Akelius, die längerfristig orientiert ist. Sie lässt Häuser und Wohnungen billig aufmotzen und verlangt dann Wuchermieten von 15 bis 20 € kalt pro qm.
Die Immobiliengruppe ado will trotzt Milieuschutz Wohnungen in Eigentum umwandeln. Dazu nutzen sie ein Schlupfloch, das die Umwandlung zulässt, wenn die Wohnungen in den nächsten 7 Jahren nur an die derzeitigen Mieter verkauft werden.
Andere Eigentümer wollen Knete machen mit Aufzugseinbau oder Balkonanbau.
Migrantische Menschen aus den östlich von hier liegenden Ländern werden verdrängt oder müssen sich zu mehreren in kleine Wohnungen drängen, um überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben.Sie bleiben fast unsichtbar.
Hingegen hat sich das öffentliche Strassenbild geändert, wird inzwischen dominiert von hippen Menschen ,sie bevölkern die zahlreichen Cafes, Fress- und andere Läden und die Grünstreifen auf dem Herrfurthplatz. Wir bezeichnen den Straßenabschnitt zwischen Hermannstr und Oderstr., also die Rennstrecke zum Feld, als die Fressgasse.
Mieterinnen wehren sich von Anfang an gegen ihre Verdrängung. Sie schließen sich zusammen, organisieren Hausversammlungen und machen Besuche und Eingaben beim Bezirksamt. Andere wollen aus Angst vor der Kündigung nicht an die Öffentlichkeit, verständlich, denn wo sollen sie bezahlbaren Wohnraum finden in dieser vom Kapital überfluteten Stadt?

Weise47 übernehmen!
Ein exemplarisches Beispiel von Leerstand und Wohnraumvernichtung ist die Weisestr. 47. Über 10 Jahre hinweg waren nur zwei Wohnungen im Hinterhaus bewohnt, seit März letzten Jahres gar keine mehr. Dagegen wird seit Jahren protestiert mit Flyeraktionen, Kundgebungen Scheinbesetzungen usw. Am 28. April 2012 gab es eine Hausbesetzung , die von der Polizei brutal beendet wurde. Zweckentfremdungsverbot, Anfragen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Neukölln, keine Chance, ist ja Eigentum, höchstes Gut in Deutschland. Damit kannste machen was de willst, z.B .eben auch vor den Augen tausender Wohnungssuchender verotten lassen. Im September/Oktober 2015 wurde das Haus dann komplett unbewohnbar gemacht. Alle Innentüren , Kücheneinrichtungen und sanitäre Anlagen wurden herausgerissen, um einer möglichen Beschlagnahmung für Flüchtlinge vorzubeugen. Seit Anfang September diesen Jahres gibt es Sanierungsarbeiten, komplette Einrüstung des Hauses , Baukran im Hof, Abriss der Dächer. Angekündigt ist eine energieeffiziente Sanierung von Vorder- und Hinterhaus mit 35 Mietwohnungen . Der Eigentümer ist die Henning Conle GmbH & Co. KG, vertreten durch die Westfalia Immobilienverwaltung GmbH. Im Jahre 2014 wurde bekannt, dass Conle sich für 2 Milliarden englische Pfund mit seiner in Liechtenstein registrierten Gesellschaft Sirosa Luxusimmobilien in London zusammengekauft hat . Er betreibt mit seinen Kindern ein undurchschaubares Geflecht von Firmen, die wahren Geldgeber sind unbekannt. Inzwischen ist Conle von London nach Zürich in die Schweiz gezogen und lebt dort in einem herrschaftlichen Anwesen am Zürichsee. In der Liste der 300 reichsten Schweizer des Jahres 2015 steht er auf dem 128. Platz mit einem Vermögen von 1250 Millionen Schweizer Franken. Ein hoch angesehener schützenswerter und kapitalträchtiger Bürger !
Wir finden es gut, dass das Haus Weisestr. 47 saniert und bewohnbar gemacht wird. Denn viele Menschen in dieser Stadt brauchen Wohnungen, vor allem gering Verdienende, Wohnungslose und Geflüchtete. Für Conle ist dieses Haus ein Peanut, er braucht es nicht und kann es abgeben. Deshalb machen wir den durch nichts zu übertreffenden attraktiven Vorschlag, sein Haus nach vollendeter Sanierung diesen Menschen zur Verfügung zu stellen. Conle kann das freiwillig machen, er kann enteignet werden, das Haus kann von einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft gekauft werden , völlig egal, entscheidend ist , dass das Haus Weisestr. 47 in die Hände derer kommt, die es brauchen.
Die Reichen führen einen Krieg gegen die Armen (so die Aussage von Warren Buffet 2008) und wollen die soziale Frage militärisch lösen. Wir stellen das Eigentum in Frage und wollen uns nicht wie die Lämmer zur Schlachtbank führen lassen und auch nicht zu ihren Hofschranzen verkommen sondern uns gegen ihre Zumutungen wehren . Solidarität ist eine Waffe!!
Raus aus den Wohlfühlnischen , rein ins reale Leben!

Menschen, die eine Wohnung brauchen , die sich einen Kampf um die Weise47, wie auch immer, vorstellen können, sind herzlich eingeladen zu einem Treffen am kommenden Dienstag 17 Uhr im Stadtteilladen Lunte in der Weisestr. 53 .

Dabei gilt :
Es rettet uns kein höh‘res Wesen,
kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
Uns aus dem Elend zu erlösen
können wir nur selber tun!

Nachtrag vom 26.11.2016

Berichte zur Demo
Kiezladen Friedel54 Bericht über die Demonstration vom 19.11.2016
RadioAktiv Berlin Bericht von Kiezdemo gegen Verdrängung
neues deutschland, 21.11.2016 Miete verweigern, Kündigung ins Klo

Kaltmiete 19,22 Euro pro m²

Das verlangt die Immobilienfirma Akelius für eine Wohnung in der Okerstrasse 41 im Schillerkiez. Die Wohnung liegt im 1. Stock und ist gerade mal 36 m² gross. Dafür beträgt die Kaltmiete 692 €, mit den Nebenkosten sind dann 759 € Gesamtmiete fällig und die Heizkosten kommen noch extra dazu. Nätürlich wird auch eine Kaution von 2076 € verlangt. Weil eine Modernisierung stattfand, greift hier die vielgelobte Mietpreisbremse überhaupt nicht. Die Firma Akelius kann verlangen, was sie will, wenn sie Menschen findet, die da mitspielen.
Die spinnen echt und hoffentlich findet sich niemand, der so bescheuert ist, diese Wuchermiete zu bezahlen.

Zu Akelius gibt es hier auf dem Blog einige Texte Akelius

Die Berliner Mietergemeinschaft veröffentlichte im Oktober 2014 einen Überblicksartikel
Akelius weiter auf Einkaufstour
Das schwedische Unternehmen treibt nicht nur in Berlin die Gentrifizierung voran.
Seit ihrem Auftauchen auf dem deutschen Markt im Jahr 2006 ist die Akelius GmbH auf Expansionskurs. Lag der Schwerpunkt am Anfang auf Immobilien in der Hauptstadt, hat sich das Unternehmen längst in anderen Großstädten Bestände zusammengekauft und setzt auf besonders hohe Neuvermietungspreise.

Akelius Wuchermieten

Die Immobilienfirma Akelius ist immer wieder für neue Dimensionen unverschämter Mietforderungen“ gut. Anfang September berichteten wir hier über eine Besichtigung in der Allerstr. 7 Wollen teure Miete zahlen wo eine Kaltmiete von 12,67 € pro m² gefordert wurde.
Nun hat Akelius eine Wohnung in der Okerstr. 41 im Angebot: 1 Zimmer-Wohnung, ca 35 m², Kaltmiete 584 €. Gesamtmiete 649 € . Das ergibt eine Kaltmiete pro m² von 16,69 €. Da eine „Sanierung“ stattfand, nützt die vielgepriesene Mietpreisbremse hier garnichts.
Da bleibt nur zu wiederholen, was schon im Februar 2014 auf einem Flyer stand, der hier nochmal gezeigt wird:

Diese Miete darf nicht gezahlt werden! Spekulanten haut ab! Eigentümer enteignen

Wohnkosten steigen, Akelius macht mit!

Weitere Beiträge hier zu den Geschäften von Akelius




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