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Kein Ort für Andreas Wild!

Am Dienstag, den 16. Mai plant die Redaktion von „Kiez und Kneipe“ ein Gespräch mit dem AFD-ler Andres Wild. Das geht garnicht, deshalb dieser Aufruf:
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Kiez und Kneipe Neukölln und Schiller’s müssen Veranstaltung absagen!

Am Dienstag, den 16.5. möchte die Neuköllner Kiezzeitung „Kiez und Kneipe“ den Bundestags-Direktkandidaten der AfD-Nazipartei, Andreas Wild, zu einem „Gespräch“ in die Kneipe „Schiller’s“ im Schillerkiez einladen. Diese Veranstaltung ist für uns ein offener Angriff auf viele Neuköllner*innen. Wir fordern ihre umgehende Absage und wenden uns an alle Läden und Akteur*innen, die mit Kiez und Kneipe kooperieren.

Andreas Wild ist ein Rassist („Until we ban Islam from our countries there will be no peace.“ (1)), der darüber hinaus immer wieder klar faschistische Positionen äußert. So lässt er keine Gelegenheit aus kundzutun, dass es für ihn zuviele „Ausländer“ und „Muslime“ in Neukölln gibt: „Die praktische Umvolkung, die stattgefunden hat, müssen wir wieder in eine andere Richtung lenken. Es geht nicht um eine Normalisierung, sondern um eine Rückveränderung.“(2) Eine solche Forderung funktioniert nur im Zusammenhang mit dem Gedanken an einen massiven und gewaltvollen Angriff auf Menschen mit Migrationsgeschichte, deren Recht, hier zu leben, von Wild aberkannt wird. 

Wilds Bevölkerungspolitik formuliert dazu einen altbekannten Auftrag an die „deutsche Frau“: „Für Einwanderung durch den Geburtskanal deutscher Frauen. Gegen demographisches Verhungern.“(3) Und: „Jede Frau kann machen was Sie will. Im Schnitt muß sie allerdings 2 Kinder bekommen. Das geht ohne Full-time-Job leichter.“ Völkische Rückveränderung, Einwanderung durch Geburtskanal und die Frau an den Herd? Wilds Denke hat Tradition. In einer Fernsehdokumentation spricht Andreas Wild offen von einem kommenden „Bürgerkrieg“  zwischen den „Deutschen“ und dem Rest. „Zuverlässige Leute“ möchte Wild dafür auf jeden Fall schonmal bewaffnen.(4)

Andreas Wild ist ein Panikmacher, während er rechte Gewalt ignoriert. So schreibt er, dass er in heutigen Zeiten leider jeden Morgen das Wort „Anschlag“ in die Suchmaschine eingebe, um den Überblick darüber nicht zu verlieren, „wo es gerade wieder gekracht hat“ (5). Dass es in seinem Wahlkreis Neukölln seit vergangenen Sommer über 80 Angriffe auf antifaschistisch Engagierte, Linke und Menschen mit Migrationsgeschichte gab, bereitet ihm keine Sorge. Dass rund ein Dutzend davon militante Brandanschläge gewesen sind, einer davon erst ein paar Tage alt, erst recht nicht. Dass Neukölln der Bezirk ist, in dem der Nazi Rolf Z. den Engländer Luke Holland aufgrund seiner nichtdeutschen Herkunft ermordet hat und immer noch im Verdacht steht, für den Mord an Burak B. beteiligt gewesen zu sein, interessiert Andreas Wild auch nicht. Vielmehr setzt sich seine Partei dafür ein, die Aufklärung der rechten Angriffe und Anschläge ebenso zu verhindern, wie das Gedenken an Burak und Luke.

Andreas Wild ist mit seiner Partei auf strammem Rechtskurs. Dort sind bekennende Rassist*innen und Faschist*innen schon lange keine keine Randerscheinung mehr, sondern die tonangebende Fraktion. Andreas Wild ist erklärter Parteifreund Björn Höckes („Ich habe bisher keine Äußerung von Höcke gehört, an der ich irgendwas zu kritisieren hätte“(6)) Neben der völkischen Ideologie vertritt die AfD-Nazipartei eine Programmatik, die sich gegen Menschen mit geringen Einkommen und gegen soziale Sicherung und gesellschaftliche Solidarität richtet. Mit einer rückwärtsgewandten Politik, welche die heterosexuelle, weiße deutsche und verheiratete Kleinfamilie als Norm verteidigen will, stellt sich die Partei auch offen gegen Menschen, die unterschiedliche Lebensentwürfe wollen und leben.

Wir vermuten, dass hinter der geplanten Veranstaltung am 16.5. der Gedanke steht, im Sinne eines Meinungspluralismus alle Kandidat*innen zu Wort kommen zu lassen. Nun ist Andreas Wild aber wie dargestellt ein überzeugter Rechter, Rassist und Hetzer. Von den vielen schlimmen Köpfen dieser Partei ist er einer der radikalsten. Wir wissen nicht, was es mit so einer Person überhaupt zu besprechen gäbe. Erst recht gibt es keinen Grund, ihm eine Bühne für seine Hetze zu geben. Es im übrigen unerheblich, dass Andreas Wild ein Mandat hat bzw. ein Kandidat für den Bundestag ist. Dass ein bloßes Parlamentsmandat nicht vor der faschistischen Katastrophe schützt, konnte hierzulande bereits erfahren werden.

Für uns ist diese Veranstaltung ein Angriff, den wir nicht unbeantwortet lassen können. Wir fordern Kiez und Kneipe und das Schiller´s dringend dazu auf, die Veranstaltung abzusagen. Sollte das nicht möglich sein, werden wir uns im Rahmen unserer Stadtteilarbeit zukünftig dafür einsetzen, dass Läden und Akteur*innen ihre Kooperation mit der Zeitung sowie ihre Werbeanzeigen einstellen, und sich so mit den Neuköllner*innen solidarisieren, die von Andreas Wild und seiner Nazipartei tagtäglich angegriffen werden, seien es Frauen*, Geringverdiener*innen, Migrant*innen, Linke, oder Erwerbslose.

Wir freuen uns, wenn auch andere Menschen im Bezirk in den entsprechenden Läden und natürlich auch gegenüber Kiez und Kneipe und dem Schiller´s ihre Meinung über die Veranstaltung kundtun. Eine Auflistung findet sich auf den letzten Seiten der Kiez und Kneipe: http://www.kuk-nk.de/wp-content/pdf-archiv/kuk-nk_2017-04.pdf

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Unterzeichnende Neuköllner Ort, Läden, Initiativen, Gruppen:
- Solidarische Aktion Neukölln (SolA)
- Café Tschüsch
- Berlin Migrant Strikers
- Stadtteilladen lunte
- *andere zustände ermöglichen
- Bündnis Neukölln
- K-Fetisch
- KUNSTdemokratie
- Bündnis Zwangsräumung Verhindern
- Migrationsrat Berlin
- Susanne Miseré und Peter Bäß
- VVN-VdA Neukölln
- Dr. Pogo Veganladen-Kollektiv
- Naturfreundejugend Berlin
- artevent GmbH
- pyonen
- Zum Böhmischen Dorf
- Neuköllner Buchläden gegen Rechtspopulismus und Rassismus

Zum Unterstützen des Aufrufs schreibt uns eine Email: solidarische-aktion [ät] riseup.net

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(1) Retweet vom 3.4.17
(2) aus der rbb-Dokumentation: „Die Stunde der Populisten“
(3) Twitter 27.2.17
(4) http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-01/andreas-wild-afd-neukoelln-bundestagskandidat-doku
(5) Twitter vom 17.3.17
(6) Interview mit dem rechten Magazin „Compact vom 16.2.17)

Kieztreffpunkte verschwinden

Die Orte, wo sich eher alteingessene Bewohner des Schillerkiezes treffen können, verschwinden immer mehr. Das ehemalige Zwitscherstübchen in der Kienitzer Str. 95 ist nun endgültig dicht. Eine klassische Kiezkneipe , mit Deckcken, Uralt-Dekor und Hertha- wie BRD-Fahne.
Zukunft unklar.

Kienitzer Str. 95

geschlossene Alt-Berliner-Kneipe in der Kienitzer Str. 95

Der Kieztreffpunkt Darts e.V. in der Allerstr. 15 Ecke Schillerpromenade musste schon zum Ende Jahres 2016 schliessen. Eine verlangte Mieterhöhung von 700 auf 1000 € war für die Nutzer nicht tragbar. Sie sind gegangen, ohne Protest, mit Resignation, wie leider so viele hier im Kiez.
Der Laden war jahrelang ein Treffpunkt für Menschen, eine Art soziales Zentrum für Kiezbewohner, auch wenn es nicht so genannt wurde. Ein Text der taz-Serie Schillerkiez, erschienen am 17. 6. 2011, hat dies gut dargestellt:
Die Kneipen: Bürgerliche Langeweile
Eckkneipen prägten einst den Schillerkiez in Berlin-Neukölln. Doch mit dessen Aufwertung weicht langsam auch der alte Geist.

Der neue Geist wurde am Wochenende vor dem 1. Mai sichtbar. Die Räume sind komplett renoviert und eine Kunstgalerie aus Poznan zeigte eine Ausstellung im Rahmen des Berlin Gallery Art Weekend. Das Ganze in Kooperation mit Politura Berlin, einer Firma für polnische Design-Möblel in der Schillerpromenade. Auf der Facebookseite der Firma ist zu lesen, dass dort „im Sommer der neue Showroom für polnische Designklassiker offiziell eröffnet „werden soll. Zu kaufen gibts bei Politura Holzstühle für 360 €, was der Kiez halt so braucht.

ex- Darts e.V. Allerstr.15 Mai 2017

das ehemalige Darts e.V. in der Allerstr. 15 Ecke Schillerpromenade.Im rechten Fenster ist schon das Logo von Politura zu sehen.

Radiobeitrag zur Weisestr. 47

Weisestr. 47 in Berlin Neukölln – Eigentum verpflichtet (noch nicht)

Die Unzufriedenheit über den 10-jährigen Leerstand der Weisestraße 47 wächst in der Neuköllner Nachbarschaft. Zwar wird das Haus aufgrund selbstorganisierter Porteste inzwischen saniert, aber die berüchtigten Geschäftspraktiken der Henning Conle GmbH & Co. KG geben wenig Anlass zur Hoffnung. Die andauernde Ignoranz durch den Bezirk und die gleichzeitige unerträgliche Wohnsituation der armen Berliner*innen mündet in der Forderung, die neuen Wohnungen ab Ende 2017 Menschen mit geringem Einkommen zur Verfügung zu stellen und den Leerstandsspekulanten Henning Conle dadurch endlich in die Verantwortung
zu nehmen.

Radio Aktiv war auf einer Kundgebung von ca. 40 Anwohner*innen am 28.April 2017 mit dem Mikrofon vor Ort.
Der Beitrag von ca 12 Minuten ist auf dem Portal freie-radios.net anzuhören: Kundgebung zur Weisestr. 47

Kundgebung Weise 47 April 2017

Kundgebung Weisestr. 47 am 28. April 2017

Kundgebung Weisestrasse 47

Weisestrasse 47: Her mit dem Wohnraum!

Ein exemplarisches Beispiel von Leerstand und Wohnraumvernichtung ist die Weisestr. 47 im Schillerkiez in Nord-Neukölln. Über 10 Jahre hat die Henning Conle GmbH & Co. KG das Haus fast komplett leerstehen lassen. Dagegen wird seit Jahren protestiert mit Flyeraktionen, Kundgebungen, Scheinbesetzungen usw. Am 28. April 2012 gab es eine Hausbesetzung, die von der Polizei brutal beendet wurde.
Nun wird seit September 2016 das Haus Weisestr. 47 saniert und bewohnbar gemacht. Das ist gut! Denn viele Menschen in dieser Stadt brauchen Wohnungen, vor allem gering Verdienende, Wohnungslose und Geflüchtete.
Deshalb fordern wir den Besitzer auf, sein Haus nach vollendeter Sanierung diesen Menschen zur Verfügung zu stellen. 10 Jahre Leerstand sind genug!
Es gab inzwischen mehrere Treffen von Menschen, die sich für die 35 Wohnungen dort interessieren. Von der Hausverwaltung Westfalia sind keine konkreten Infos über Wohnungsgrössen und die geplanten Mieten zu erfahren. Die Vermietung soll erst Ende 2017 beginnen.
Wir wollen unserem Interesse an den Wohnungen am 5. Jahrestag der gescheiterten Besetzung Nachdruck verleihen und rufen auf zu einer Kundgebung.

Kundgebung: Weisestr. 47 ( nahe U-Bhf. Boddinstrasse )
Freitag, 28. April 2017, 18 Uhr

Ein ausführlicher Text zum Hintergrund ist hier: Weise 47 übernehmen

Initiativgruppe Weise 47

Update vom 27.4.2017:

Zehn Jahre Leerstand in Neukölln sind genug
neues deutschland, 27.04.2017
Aktivisten wollen die Weisestraße 47 für gering Verdienende, Wohnungslose und Geflüchtete erobern.

Update vom 28.4.2017:
Die Massen strömten nicht zur Kundgebung, aber immerhin knapp 40 Menschen hörten den Beiträgen und den Musiksongs zum Thema Gentrifizierung zu. Es ist ein Anfang, wir werden sehen, was kommt.

Friedel54 Aktionswoche 22. bis 30. April

Der Kiezladen Friedel54 ruft auf zu einer Aktionswoche anlässlich der drohenden Räumung.

Dazu gibt es jetzt auch einen Mobi-Trailer: Friedel Action Days mit der Entstehung dieses Bildes am Büro des Quartiersmanagement Schillerpromenade.

QM Schillerpromenade 20.4.2017

Friedel54-Aktions-Woche

Bullen-Grün und Pinehill-Grau weg! Wir wollen mehr Friedel-Grün an jedem Eck!

22.04 – 30.04

An uns wurde mehrfach die Frage herangetragen, “was wir wollen”.

Wir wollen nicht geräumt werden. Wir wollen bleiben.

Wir wollen unseren unkommerziellen Raum erhalten und 13 Jahre Kiezarbeit fortsetzen. Utopisch?! Mag sein… dafür werden wir aber weiterhin und unablässig kämpfen.

Wir wollen nicht, dass die PineHill S.à.r.l. ohne Widerstand weiter in Neukölln oder sonst wo wirtschaften kann – schon gar nicht mit dem Erdgeschoss in der Friedelstraße 54.

Wir wollen nicht, dass das lupenreine Image dieser Firma vertuscht, was sie eigentlich sind: Verdränger*innen, Existenzzerstörer*innen, Spielverderber*innen.

Wir wollen die Eigentümer*innen demaskieren.

Wir wollen nicht, dass die Räume der Friedel54 neu vermietet werden und auch nicht die Räume neben uns (was schon geschehen ist), denn auch unser ehemaliger Nachbar wurde verdrängt.

Wir haben das nicht vergessen und auch die Hausverwaltung und (neue wie ehemalige) Eigentümer*innen sollen das nicht vergessen dürfen.

Wir wollen sie an unsere Wut erinnern.

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