Beiträge von nk44

Dem Vermieter auf die Pelle rücken: z. B. Mareschst. 12

Das PENG!-Kollektiv hat heute eine gute Aktion gestartet: Haunted Landlord um auf skrupellose Vermieter aufmerksam zu machen. Sie schreiben:

„Wir haben schlimme Fälle von Entmietung und Räumung recherchiert, Interviews mit den ehemaligen Bewohner*innen geführt und die Aussagen von Schauspieler*innen nachsprechen lassen. Mit den aufgezeichneten Statements ruft ein von uns programmierter Bot auf den Büro- und privaten Nummern der Firmen und Hauseigentümer*innen an und spielt ihnen die Geschichten der von ihnen verdrängten Menschen vor. Eine Woche lang ruft der Bot immer wieder zu Tages- und Nachtzeiten an.“

38 Statements aus verschiedenen Städten haben sie gesammelt und auf der Website dokumentiert. Ein Beispiel ist das Haus Mareschstr. 12 im Richardkiez im Norden Neuköllns:

Einzelne Maßnahmen

Gerüst ohne Ankündigung, versuchte Videoüberwachung im Hausflur, ein Jahr kein Badezimmer, vorgetäuschter Eigenbedarf, Drohungen und Kündigungen, haltlose Mieterhöhungen, Schikanen beim Wechsel von Mieter*innen

Screenshot Mareschstr. 12

Screenshot: Haunted Landlord

Hier das Audiostatement zum Haus Hier hören

Video zur Aktion

Pressemitteilung zur Aktion: PM zu Haunted Landlord

Presseartikel:

Die Geister der Entmieteten rufen zurück
Tagesspiegel Online, 27.11.2017

Die Stimmen der Verdrängten
taz, 27.11.2017

18.11: Gegen Verdrängung – für Frei(t)räume

Am Samstag, den 18. November gemeinsam auf die Strasse:

Die Mietinitiative der Neuköllner Mietwucherhäuser für Sozialmieter in Manitiusstr. 17-19 & am Maybachufer 40-42 ruft auf zum Umzug der Verdrängten:
11 Uhr, Maybachufer 40-42

Umzug der Verdrängten

Kundgebung des Netzwerks Urbaner Gärten „Grüne Freiräume bewahren“
14 Uhr , Neuköllner Rathaus

Grüne Freiräume bewahren

siehe auch: Prachttomate

Demonstration Frei(t)räume: Für den Erhalt selbstverwalteter Projekte und gegen den Ausverkauf der Stadt!
18 Uhr Hallesches Ufer (U-Bahnhof Möckernbrücke )

Demonstration Frei(t)räume

Die Kampagne Frei(T)räume kämpft für den Erhalt aller (sowie Schaffung von) Freiräumen und für eine Stadt von Unten.

Ach, Elend kommt von Armut?

Sprechen wir doch mal von Armut und Obdachlosigkeit und einer zynischen Politik in Neukoelln. Ein sehr lesenswerter Kommentar dazu ist heute auf dem Blog der Kiezversammlung44 erschienen ist, der hier nachveröffentlicht wird:

Quelle: Sprechen wir von Armut! .

Siehe auch den Artikel vom Mieterecho Online vom 14.11.2017 Die Armut und nicht die Armen bekämpfen

Sprechen wir von Armut! – Ein Kommentar zu Obdachlosigkeit

»Unsere Grünanlagen müssen wieder für die Allgemeinheit nutzbar sein!«, zitierte die Berliner Zeitung die Neuköllner Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) vor einem Monat. Die Sozialdemokratin unterstrich mit diesem Statement die Räumung eines Zeltlagers von Obdachlosen am Neuköllner Hertzbergplatz Mitte Oktober. In einem anderen Artikel titelte die Morgenpost : »Obdachlose in Neukölln werden gezielt eingeschleust«. Demzufolge sollen Geldübergaben beobachtet worden sein »bei denen mehrere Obdachlose ihre erbettelten Tageseinnahmen wieder abliefern mussten«. Die Wahl des Ausdrucks „Geldübergabe“ rückt ins Licht einer Komplizenschaft, was eigentlich als Zwangsverhältnis zwischen Bettelnden und denen, die ihre Tageseinnahmen einstreichen, bezeichnet werden müsste. Und obwohl die Zeitung auch die Ausbeutung der Hilflosigkeit der Obdachlosen am Hertzbergplatz durch die Schleuser*innen ansprach, haftet der Berichterstattung doch irgendwie ein übler Geschmack an. Es wirkt so, als stecken Ausnutzer*innen und Ausgenutzte unter einer Decke. Der Schluss ist naheliegend: Wenn der Bezirk Neukölln gegen Obdachlose am Hertzbergplatz vorgeht, geht er gegen kriminelle Strukturen vor, und nicht etwa gegen Arme. Der Artikel der Morgenpost trägt über der Überschrift dann auch die Dachzeile »Organisierte Kriminalität«, und zwischen den Absätzen steht ein Werbebanner für die Morgenpost-Serie »Berlins Orte höchster Kriminalität.«

»Neukölln schickt Obdachlose aus Osteuropa mit Bussen zurück« titelte die Morgenpost in einem anderen Artikel. »Neukölln schickt Osteuropäer heim« titelte die Berliner Zeitung im bereits verlinkten Artikel. Die Obdachlosen aus Osteuropa, die Osteuropäer – das sind „die“, die in Giffeys „uns“ nicht mitgemeint sind, die „Anderen“, die von woanders hergekommen sind, um bei „uns“ zu betteln und in »unseren Grünanlagen« zu schlafen. Auch ihre Armut ist folglich „eine andere“, eine, die von woanders hergekommen ist, und „uns“ nicht betrifft. Also wird sie „zurück geschickt“, oder, zynisch, »heim geschickt«. Wohin? Unklar. Egal – zurück nach „Osteuropa“, aus dieser Perspektive in die Heimat der Armut. Es wirkt so, als solle mit der Gefahr der eingeschleusten Ausländer, zugleich auch die Gefahr einer eingeschleusten ausländischen Armut abgewert werden. Müssen Arme also einen deutschen Pass haben, um in Deutschland als solche anerkannt zu werden? Gibt es niedere und höhere Klassen von Armen, je nach Staatsangehörigkeit? Und wie ist das mit der Armut in ihren Heimatländern: muss es auf dem kapitalistischen Weltmarkt, wenn manche Länder reich werden, nicht auch andere geben, die dann arm werden? Stellt in der Konkurrenz der Wirtschaftsstandorte „unser“ Reichtum nicht die Armut in anderen Ländern her? An solchen Fragen nach den gesellschaftlichen Bedingungen von Armut hat aber weder die Presse, noch die Realpolitik in Neukölln ein Interesse. Beide öffentliche Gewalten arbeiten auf ihre Weise mit dem verklärten, vagen Begriff einer leicht kriminalisierbaren, „ausländischen“ Armut, die in Deutschland kaum Chancen auf staatliche Fürsorge hat.

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Weise 47: neue Fassade

Mal was Neues von dem Haus Weisestrasse 47

Die im September letzten Jahres begonnene Renovierung des Hauses Weisestrasse 47 im Schillerkiez nähert sich allmählich dem Ende. Am Montag den 23.10.2017 wurde das Gerüst am Vorderhaus abgebaut und es zeigt sich die neue Fassade mit wiederhergestellten Balkonen und aufgearbeiten Doppelkastenfenstern. Im Inneren des Gebäudes herrscht noch rege Bautätigkeit.
Da sich die Hausverwaltung Westfalia nicht in der Lage sah, Informationen über die Sanierung zu geben, wurde das Bezirksamt Neukölln angefragt. Danach wird das Haus umfangreich instandgesetzt und modernisiert, es werden neue Bäder und Einbauküchen eingebaut. Insgesamt sollen im Vorderhaus 15 und im Hinterhaus 20 Wohnungen in einer Mischung von 1-Zimmer- bis 3-Zimmer-Wohnungen zur Verfügung stehen, soviel wie vorher auch. Das Dachgeschoss wird nicht ausgebaut, Vorder- wie Hinterhaus bekommen einen Aussenfahrstuhl, das Hinterhaus bekommt Balkone zur Rückfront.
Zu den geplanten Mieten kann das Bezirksamt nichts sagen, das liege im Ermessen des Eigentümers. Da ist nichts Gutes zu erwarten.
Wir werden sehen, was kommt.

Weisestr. 47 neue Fassade

Weitere Artikel zu dem Haus: Weise 47

Umzug der Verdrängten am 18.11.2017

Die Mietinitiative der Neuköllner Mietwucherhäuser für Sozialmieter in Manitiusstr. 17-19 & am Maybachufer 40-42 ruft auf:

Flyer Umzug der Verdrängten

Fast alle 99 Mieter der Häuser Manitiusstraße 17-19 und Maybachufer 40-42 in Neukölln sind ab Dezember 2017 von einer drastischen Mieterhöhungen von 30%-50% betroffen. Konkret werden in einigen Fällen monatlich bis zu 330 € mehr fällig. Wir können uns diese Mieten nicht leisten! Unsere Wohnungen gehören zum öffentlich geförderten „Sozialen Wohnungsbau“ des Landes Berlin, doch gerade hier gelten viele Mieterschutzrechte nicht. Der Senat ermöglicht es Eigentümern, fiktive Kosten auf unsere Mieten im Sozialen Wohnungsbau zu schlagen. Wir brauchen Eure Solidarität, sonst werden viele von uns, die Neukölln bisher geprägt haben, bald nicht mehr hier sein.

Wir sind nicht gewillt unser Zuhause kampflos aufzugeben. Helft uns, ein Zeichen gegen skrupellosen Mietwucher im Sozialen Wohnungsbau und einen tatenlosen Senat zu setzen. Kommt alle zum Umzug der Verdrängten und setzt ein Zeichen für ein solidarisches Berlin und eine Nachbarschaft, die den Kampf noch nicht aufgegeben hat.

Was: Umzug der Verdrängten!
Wann: 18.11.2017 – 11:00Uhr
Wo: Maybachufer 40-42

Bringt Schlafsäcke & Umzugskartons mit!

Protest Manitiusstrasse Neukölln

Protestflyer in den Wohnungsfenstern Manitiusstrasse

Weitere Informationen auf der Website Demokratische Stadttentwicklung Mani & May .

Link zu einer ausführlichen Darstellung Handout mit ausführlichen Hintergrundinformationen als PDF-Datei




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