Archiv für September 2020

Hermannstraße 225/226 wehrt sich: Demo 3. Oktober

Hausverkauf geht weiter, Neukölln wird verhökert, Was passiert?

Die Hausgemeinschaft in der Hermannstrasse 225/226 in Neukölln wehrt sich gegen den Verkauf des Hauses, fordert Vorkaufsrecht und ruft auf zur
Demonstration Samstag, den 3. Oktober um 12 Uhr
Hermannstr. 225 Ecke Flughafenstr.

Aus ihrem Flyer:

„Wir fordern die Nutzung des Vorkaufsrecht. Wir kämpfen für die Gemeinwirtschaft. Der Milieuschutz bietet zu viele Schlupflöcher. Wir fordern Bezirk, Land und Landeswohnungsunternehmen auf ihre Entscheidungen nach sozialen statt betriebswirtschaftlichen Kriterien zu treffen.“

Hier der Flyer, leider nur als Grafik:

Flyer für Vorkaufsrecht Hermannstr. 225/226

Kontakt via Twitter: Hermannstraße_225/226

Syndikat bleibt Unvermietbar!

Die Kiezkneipe Syndikat in der Weisestrasse in Neukölln konnte zwar geräumt werden, aber der Protest geht weiter. Die aus den Kiezversammlungen entstandene AG Unvermietbar verteilt Flyer in der Weisestrasse, damit Nachbarn eventuelle Interessent*innen an den Räumlichkeiten über das Risiko einer Anmietung informieren. Das ist sinnvoll, auch wenn es zur Zeit eher so aussieht , dass der Eigentümer Pears Global die Räume erstmal leerstehen lässt.

Hier der Flyer:

Hallo liebe Nachbar*innen,
wir brauchen Eure Unterstützung!

Nach der Räumung des Syndikats Anfang August wollen wir nicht, dass die Briefkastenfirma „Pears Global“ den Laden einfach so weitervermieten kann. Wir wollen Pears Global und der Politik, die den verrückten und brutalen Polizeieinsatz veranlasst haben, zeigen, dass man so in unserer Nachbarschaft nicht durchkommt.
In die Weisestr. 56 gehört das Syndikat und sonst nichts! Wenn Ihr seht, dass mehrere Leute das Ladenlokal besichtigen wollen, vielleicht mit Handwerker*innen oder Security im Gepäck, gebt uns bitte Bescheid! Dazu könnt Ihr in der Lunte (Weisestr. 53) Menschen informieren oder eine eMail an syndikatbleibt@riseup.net schreiben.
Wenn Ihr Lust habt, wäre es natürlich super gut, wenn Ihr die Menschen selbst ansprecht. wir brauchen Eure Unterstützung!

Vorschlag, wie man Interessent*innen ansprechen kann:
„Hallo, ist das hier eine Besichtigung? Dann habe ich eine wichtige Information für Sie: Ich rate Ihnen davon ab! Im August wurde hier das Syndikat, eine Kiezkneipe, die seit 35 Jahren ansässig war, brutal geräumt. Die Nachbarschaft will hier keinen anderen Laden als das Syndikat. Es geht nicht gegen Sie — aber Sie werden hier wahrscheinlich nicht glücklich werden, unabhängig davon, was ihre Pläne sind. Und die Vermieter sind übrigens richtig schlimm, googlen Sie mal „Pears Global“. Schönen Tag noch und überlegen Sie sichs nochmal!“

Gerne könnt ihr die Ansprache abwandeln, vielleicht muss man auch Englisch reden (siehe Rückseite dieses Flyers).
Ihr müsst nicht sagen, wer ihr seid und könnnt einfach wieder gehen,wenn ihr gesagt habt, was ihr sagen wolltet. Einen Ratschlag zu geben ist nichts illegales. Wichtig: Die Interessent*innen sind nicht unsere Feind*innen, sondern Pears Global. Die Interessent*innen sollen sich nicht körperlich oder verbal bedroht fühlen.

Das Syndikat ist tot. Lang lebe das Syndikat!

Syndikat Lebt - Transparente Weisestrasse

Syndikat Lebt – Transparente Weisestrasse

english version:

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Berliner Gemeinschaftsgärten gegen Vereinnahmung durch Immobilienkonzern Signa

Berliner Gemeinschaftsgärten wie die Prachttomate und Prinzessinnengarten Kollektiv in Neukölln wehren sich gegen die Vereinnahmung durch den Immobilienkonzern Signa, der Karstadt am Hermannplatz abreissen will: „Wir sind nicht Kulisse eures Verwertungsinteresses!“

Zur PR-Kampagne von Signa/“NichtOhneEuch“:
Wir sind nicht Kulisse eures Verwertungsinteresses!

24.09.20

Sie versuchen es auf allen Ebenen, mit allen Mitteln, um ihr Megaprojekt am Hermannplatz doch noch durchzudrücken. Aktuell möchte sich die Signa Immobiliengruppe von ihrer stadtgrünsten Seite zeigen und wirbt in einem Faceb**k-Post für eine „Route durch die hübschesten Gärten Neuköllns“[1]. Im Stile eines serviceorientierten, losduzenden Freizeit-Blogs lädt Signa zu Besuchen in vielen selbstorganisierten Gärten Neuköllns ein.

Bezeichnend der Name der Kampagne: „NichtOhneEuch“. Lobbyismus pur, aufgemacht als angebliches Partizipationsangebot an uns Neuköllner*innen. Mit der empfohlenen Gartentour versucht Signa sich ein nachhaltiges Image zu verpassen und eine Verankerung im Kiez darzustellen.

Der Investor Signa will das Karstadt am Hermannplatz abreißen und durch einen neuen Konsumtempel ersetzen. Eine weitere massive Aufwertung ist die Folge. Anwohnende und Gewerbetreibende wehren sich dagegen und haben sich in der „Initiative Hermannplatz [2]“ zusammengetan.

Das ist nicht das erste Mal, dass Akteur*innen der Verdrängung und der Stadt der Reichen mit der Ausstrahlung der sozial und ökologisch ausgerichteten Nachbarschaftsgärten werben. Es bleibt zum Kotzen.

Gemeinschaftsgärten, oft auch als Urban Gardening benannt, werden von Stadtmarketingkampagnen wie auch Investor*innen gerne für ein grünes Image benutzt, während es von Seiten der Stadtpolitik selten konkrete Unterstützung für den Erhalt dieser Orte gibt. Der Gemeinschaftsgarten Prachttomate beispielsweise steht vor einer sehr ungewissen Zukunft, auf der ehemaligen Gartenhälfte werden Eigentumswohnungen einer Baugruppe gebaut [3].

Die Schaffung von exklusivem Wohneigentum ist das was die Akteur*innen einer Stadt der Reichen u.a. massiv forcieren, welche durch Großbauprojeke weiter befeuert wird. Auch die Planer*innen des Luxuskaufhauses „Markthalle 101″ am Alfred-Scholz-Platz wollen sich mit einem „Urban Garden“ einen kiezverankerten, nachhaltigen Anstrich geben[4].

Auf dem neuen Kartstadtgebäude soll dann bestimmt auch ein Hochbeet hingeschissen werden. Nachhaltig Geld scheffeln, nachhaltig die Menschen aus den Kiezen verdrängen, darum geht es.

Wir können uns am Hermannplatz auch gut ein Tausch-und-Schenkehaus vorstellen sowie ein Haus mit vielen selbstorganisierten Initiativen, Freiräumen, Band-Proberäumen, sozialer und gesundheitlicher Beratung und Wohnungen für alle – bis dahin heißt es

karSTADT erhalten, Signa-Neubau verhindern! Für die Stadt von Unten!

* Gemeinschaftsgarten Prachttomate

* Prinzessinnengarten Kollektiv

[1] leider facebook – https://m.facebook.com/nichtohneeuch/photos/a.127302741993602/373144584076082/?type=3&source=48

[2] https://initiativehermannplatz.noblogs.org/

[3] https://www.prachttomate.de/presse/die-baugruppen-plage-juni-2020/

[4] https://www.mrei.de/projekt/karl-marx-strase-101-berlin/

Auch das Netzwerk Urbane Gärten Berlin protestiert in einem kurzen Statement
Greenwashing und Kuscheln mit dem Kiez? Ganz sicher OHNE UNS!

Tom Schreiber und das Syndikat

Tom Schreiber ist Abgeordneter der SPD im Berliner Abgeordnetenhaus (AGH) und stadtweit bekannt als eifriger Linken-Hasser. Überall sieht er linksextremistische Bestrebungen, denen er entschieden gegenüber treten will. Dazu verfasst er auch zahlreiche Anfragen ans Abgeordnetenhaus Berlin, um den „linksextremistischen Sumpf“ zu entlarven. Seine Lieblingsfeinde sind bekanntlich die Bewohner des Hauses Rigaer Strasse 94 und das queere Hausprojekt Liebig34. Das reicht ihm wohl nicht und so fand er Ende Juli ein neues Objekt seiner Begierde: die damals kurz vor der Räumung stehende Kiezkneipe Syndikat in Neukölln.
Er verfasste eine seiner berüchtigten schriftlichen Anfragen beim Abgeordnetenhaus:

Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Tom Schreiber (SPD) vom 29.Juli2020(Eingang beim Abgeordnetenhaus am 30. Juli2020) zum Thema:
Linksextremismus in Berlin–Zur Kneipe „Syndikat“ in Neukölln
und bekam darauf eine Antwort vom 17. August 2020 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 19. Aug. 2020)
Drucksache 18 / 24338 , aus der wir hier zitieren.

Nach einigen Fragen zu Eigentümern, Inhabern und Gewerbekram kommt die zentrale Frage:

Syndikat: Drogenhandel und Linksextremismus

„7. Welche Rolle spielt das „Syndikat“ nach Behördenkenntnissen im Hinblick auf den Drogenhandel
sowie den Linksextremismus in Berlin?“

und darauf die ernüchternde Antwort der Senatsverwaltung, die ihn wohl enttäuscht hat:

„Zu 7.:
Erkenntnisse zum „Syndikat“ in Bezug auf Drogenhandel liegen dem Senat nicht vor.

Die Lokalität ist während der Öffnungszeiten frei zugänglich und wird von unterschiedlichen Personen, speziell aus dem Neuköllner Kiez, besucht, darunter auch von Personen, die in unterschiedlichen Strukturen der linken Szene zugeordnet werden können.
Das „Syndikat“ ist jedoch nicht als eine zentrale Infrastruktur der linksextremistischen Szene Berlins einzuschätzen. Seine aktuelle Bedeutung erhielt es vor allem durch die Weigerung, die Räume nach Ablauf des Mietvertrages freiwillig zu räumen. Das Objekt wird von der Szene in eine Reihe mit anderen vermeintlich „bedrohten Freiräumen“ gestellt. Damit soll Solidarität über Szenegrenzen hinaus beim Widerstand gegen Räumungen organisiert werden, insbesondere im Hinblick auf sehr viel einschlägigere Objekte wie die „Liebig34“.“

Auch die weiteren Fragen nach Straftaten und Anzeigen rund ums Syndikat bringen nicht die erhofften Ergebnisse. So muss der Herr Schreiber wohl weiter nach Feinden Ausschau halten.

Wer sich über die übrigen Aktivitäten des Abgeordneten Schreiber informieren will, kann dies auch auf einer neuen im Internet erschienen Website tun:
TomSchreiber MdA

20. September: Gedenken an Luke Holland

Sonntag, den 20. September 2020 um 16 Uhr, Ringbahnstraße Ecke Walterstraße in Berlin Neukölln
Wir gedenken Luke Holland, der vor 5 Jahren an dieser Stelle von dem Neonazi Rolf Zielezinski ermordet wurde.

Am Sonntag, 20. September, jährt sich der Mord an Luke Holland zum fünften Mal.
Der damals 31-jährige britische Jurist wurde am frühen Morgen des 20. Septembers 2015 in der Ringbahnstraße/Ecke Walterstraße vor der damaligen Bar Del Rex ermordet.
Holland hatte vor der Bar gestanden und telefoniert.
Der Neonazi Rolf Z. soll Holland mit einer abgesägten Schrotflinte unerwartet aus nächster Nähe in den Bauch geschossen haben, Holland hatte keine Überlebenschance.
Z. hatte sich womöglich daran gestört, dass Holland englisch sprach.
Bei seiner Festnahme noch am selben Tag fanden Polizist*innen in seiner Wohnung Nazidevotionalien, Sprengstoff und mehrere Waffen.
Er wurde wegen Mordes und illegalem Waffenbesitz zu elf Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt, seine mögliche rechtsextreme Tatmotivation spielte im Urteil keine Rolle.

Am 20. September 2020, um 16 Uhr, wollen Freunde, Angehörige und Mitglieder der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektas am Tatort in der Ringbahnstraße 29 Luke Holland gedenken.

Am selben Tag soll seine Mutter Rita Holland in Manchester im Grab ihres Sohnes beigesetzt werden.
Rita Holland nahm sich im Oktober 2019 das Leben, laut Angaben von Angehörigen weil sie den Schmerz über den Verlust ihres Sohnes nicht ertrug.

Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş
https://burak.blackblogs.org // www.gedenkort-fuer-burak.org
www.facebook.com/Burak.unvergessen
burak-initiative@web.de

Ausführlicher Text:
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