Archiv für August 2019

Kein Abriss von Karstadt Hermannplatz

Erklärung der Initiative Hermannplatz – karSTADT ERHALTEN vom 30.8.2019

Das Vorhaben der SIGNA GmbH, die das Karstadt-Gebäude am Hermannplatz abreißen und einen Neubau mit einer Fassadenreplik eines historischen Gebäudes errichten wollte, wurde vom Stadtentwicklungsamt Friedrichshain-Kreuzberg unter Einbeziehung des Stadtentwicklungsamtes Neukölln abgelehnt. Die Fassadenreplik des Neubaus wird als kritisch bewertet und wird nicht unterstützt. Zudem wird eine Modernisierung des bestehenden Gebäudes nahegelegt.

Das ist ein wichtiger Schritt, den wir als Initiative unterstützen und begrüßenswert finden. Wir standen von Anfang an einer Rekonstruktion der historischen Fassade kritisch gegenüber und positionieren uns ganz klar gegen Abriss und jeglichen Neubau an dieser Stelle.

Aber Signa macht klar, dass sie nicht aufgeben. Jetzt beginnt der stadtpolitische Konflikt erst richtig…

Initiative Hermannplatz - karSTADT ERHALTEN

KEIN GIGANTISCHER NEUBAU, KEINE „AUFWERTUNG“ DES HERMANNPLATZES

Wir möchten, dass der Hermannplatz und seine Umgebung unser Kiez und unser Zuhause bleiben. Wir brauchen keinen riesigen Neubau mit Hotels, überteuerten Büroräumen und Luxuswohnungen!
Wir fordern daher:
> Den Erhalt und ökologisch sinnvollen Umgang mit dem Karstadt-Gebäude
> Die Absicherung der Arbeitsplätze und Gewerbe im Gebäude und in der Umgebung
> Eine Stadtentwicklung, die die Interessen aller Kiezbewohner*innen in den
Vordergrund stellt
> Schutz, Raum und Respekt für diskriminierte, geflüchtete, arme und wohnungslose Menschen
> Neuen Wohnraum für bereits aus der Nachbarschaft Verdrängte

Initiative Hermannplatz – karSTADT ERHALTEN
Kontakt :
initiative-hermannplatz@riseup.net

Hier die vollständige Pressemitteilung der „Initiative Hermannplatz – karSTADT ERHALTEN“: Pressemitteilung Initiative Hermannplatz – karSTADT ERHALTEN als PDF-Dokument.

k-fetisch und Hausgemeinschaft „WildeWeser“ bleiben!

Unser Haus (Wildenbruchstr. 85/86 und Weserstr. 146) wurde verkauft.

Die Hausgemeinschaft sorgt sich vor Mieterhöhungen und Verdrängung.

Kundgebung gegen Akelius

Der Weiterbestand des k-fetisch, sowie der anderen Gewerberäume im Haus sind konkret gefährdet.

Mit einem Protest-Straßenfest von 17-20 Uhr auf der Kreuzung vor unserem Haus werden wir in die Öffentlichkeit gehen. Bringt Klappstühle und -tische mit, vielleicht was zu Essen, Kind und Kegel, Straßenmalkreide und was euch sonst noch einfällt. Es wird Musik und Redebeiträge geben.

Der neue Besitzer unseres Hauses heißt Akelius. Das ist eins der europaweit größten Immobilienfirmen. Beim Kauf gibt es ein zusätzliches Problem: Akelius nutzte dafür eine Konstruktion von Firmen und Unterfirmen – das heißt dann Umfirmung. Eigentlich gibt es politische Instrumente, um Mieterinnen und Mieter bei Hausverkäufen vor Mieterhöhungen und der damit einhergehenden Verdrängung aus den Kiezen in der Innenstadt zu schützen. Das heißt dann Milieuschutz und städtisches Vorkaufsrecht. Doch beim Kauf von Akelius und der Umfirmung wird dieser Schutz umgangen. Nun sagt der Bezirk, er könne uns nicht helfen.

Wir machen uns Sorgen: Gerade erst wurden die Praktiken von Akelius in der Presse als „radikale Profitmaximierung“ öffentlich gemacht: Hochpreisige Neuvermietung nach Modernisierungen sind das zentrale Geschäftsmodell von Akelius, dabei wird gezielt die Mietpreisbremse umgangen, einem weiteren politischen Instrument, das die Mieterinnen und Mieter schützen soll.

Wir fordern den Bezirk Neukölln und den Berliner Senat dazu auf, ihre Aufgabe, die Interessen der Mieterinnen und Mieter zu schützen ernst zu nehmen.

Wir fordern das Vorkaufsrecht der Stadt ein – auch für unser Haus – auch gegen die undurchsichtigen Geschäftspraktiken von Akelius.

Wir hoffen auf eine große öffentliche Unterstützung, denn es betrifft nicht nur uns, sondern die ganze Stadt.

Schließt euch zusammen – Wir laden alle ein, mit uns zu kämpfen!

Quelle : Flyer und facebook

20 Jahre QM Schillerpromenade sind kein Grund zum Feiern

Das Quartiersmanagement Schillerpromenade in Neukölln feiert sich heute mit der Eröffnung einer Ausstellung zu 20 Jahren QM in der Infokapelle Hermannstr. 99 . Dagegen gab es Protest mit einem Transparent und der Verteilung eines Flugblatts:

20 Jahre QM Protest

Heute will sich das Quartiersmanagement Schillerpromenade mit einer Ausstellung feiern und “erfolgreiche“ Arbeit dokumentieren. Ja, leider war sie erfolgreich im Sinne der Aufwertung des Kiezes für die Mittelschicht und die Vertreibung unerwünschter Armer. Die Zahl der Bewohner hat sich erhöht, es sind zu 90% Akademiker hinzugezogen und arme Migranten aus ostwärts gelegenen Ländern mussten gehen. Die Mieten haben sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt, Immobilienfirmen bringen immer mehr Häuser in ihren Besitz, immer mehr Wohnungen werden in Eigentumswohnungen umgewandelt und Mieterinnen mit Eigenbedarfsforderungen bedroht.

Quartiersmanagement, Nein Danke!

Schon 2010 wurde in der Stadtteilzeitung „RandNotizen“ geschrieben:
„Das Quartiersmanagement (QM) Schillerpromenade wird nicht gebraucht. Es gehört abgeschafft und zwar eher heute als morgen. Es ist nicht Teil der Lösung der Probleme hier im Kiez oder der ganzen Stadt, sondern Teil des Problems. Das Problem ist der neoliberale Staat, die politische Entwicklung der letzten 20 Jahre mit dem Abbau des Sozialstaats und der öffentlichen Daseinsvorsorge, die Privatisierung öffentlicher Einrichtungen und die verschärfte Degradierung von Menschen zu bloßen Objekten der Vermarktung und In-Wertsetzung. Allein das Wort Management in dem Begriff Quartiersmanagement zeigt schon, wohin die Reise geht. Soziale Probleme sollen nicht gelöst, sondern die Menschen, um die es geht, sollen irgendwie bearbeitet, befriedet und ruhig gestellt werden.“

Task Force Okerstraße

Die Erfahrungen der letzten 9 Jahre bestätigen dies, deshalb wollen wir noch einmal an die Einrichtung der Task Force Okerstraße ( TFO )erinnern, die im Jahre 2008 ins Leben gerufen wurde.
Die TFO hatte es sich zum Ziel gesetzt im Schillerkiez „aufzuräumen“ und „störende Objekte“ zu beseitigen. Es sollte die Antwort auf die „Problemhäuser“ ,besonders das Haus Okerstr. 43 , die „Problemfamilien“ und die „Trinkerproblematik“ im Kiez sein (alle drei Begriffe tauchen so im Strategiekonzept des QM auf ). Was vom QM als gutgemeintes, soziales Projekt vermarktet wurde, entpuppte sich jedoch bei genauerem Hinsehen als ein stigmatisierendes und diskriminierendes Vorgehen, dass konsequenterweise zur Aufwertung des Kiezes und dem Austausch der MieterInnenstruktur führte. Die früher im Haus Okerstr. 43 wohnenden Romafamilien sind weg , das Haus wurde mehrfach verkauft, saniert und die Mieten verdreifacht. Heute gehört es einer Luxemburger Briefkastenfirma namens Firman Properties S.A.R.L., hinter der die Immobilienfirma Pears Global steht. Diese Firma versucht gerade die Kiezkneipe Syndikat aus ihren Räumen in der Weisestr. 56 zu verdrängen.

Schön, dass das Quartiersmanagement endlich verschwindet!

Nun wollen wir dem QM die steigenden Mieten und den Austausch im Kiez nicht alleine zu schreiben, das wäre dann doch zu viel der Ehre. Die Schließung des Flughafens Tempelhof , der sich verengende Berliner Wohnungsmarkt, hat Mietsteigerungen in Gang gesetzt, an deren Ende heute Unternehmen wie Akelius 20 bis 30 € pro qm verlangen. Diesen Prozess der Gentrifizierung hat das QM lange bestritten und mit vielen symbolischen Aufwertungen unterstützt. Deshalb sehen wir keinen Grund das QM zu feiern und sehen seinem Ende mit Freude entgegen. Damals wie heute gilt:
Quartiersmanagement ist keine Lösung ,sondern Teil des Problems.

Noch nicht Verdrängte am 22.8.2019

Kiezkino im Garten „Prachttomate“

Der Gemeinschaftsgarten Prachttomate im Norden Neuköllns beginnt wieder seine Reihe „Kiezkino im Garten“:

Do 22.08.19, 20.30 Uhr

LUFT ZUM ATMEN, Johanna Schellhagen, D 2019, 70 Min.

Im Anschluss: Gespräch mit der Filmemacherin

Mit Infos zur Kampagne „Schule in Not“ und zur Situation der Belegschaft des WombatsHostels

Mi 28.08.19, 20.30 Uhr

WHEN TOMATOES MET WAGNER, Marianna Economou, GR 2019, Gr.m.engl.Ut., 72 Min.

Im Anschluss: Gespräch mit Leuten aus Griechenland

Di 03.09.19, 20.30 Uhr

FRAUEN BILDET BANDEN, Christine Lamberty / Maria Baumeister (FrauenLesbenFilmCollectif Las Otras Berlin), D 2019, 77 Min.

Im Anschluss: Austausch mit einer Regisseurin

Do 05.09.19, 20 Uhr

CHAO – LANDLESS, Camila Freitas, BR 2019, Portug.m.engl. Ut, 112 Min.

Davor um 19 Uhr eine Einführung von zwei Vertretenden der Landlosenbewegung MST, nach dem Film ein kurzer Austausch. In Kooperation mit: Freundinnen der Landlosenbewegung MST, FDCL, Brasilien Initiative Berlin.

Do 12.09.19, 20 Uhr

DIE ROTE LINIE – WIDERSTAND IM HAMBACHER FORST

Karin de Miguel Wessendorf, D 2019, 115 Min.

Im Anschluss: Austausch mit Leuten aus dem Hambi bzw. aus dessen Umfeld

Ort: Gemeinschaftsgarten Prachttomate, Bornsdorder Str. 9-11 (Nähe U7-Karl-Marx-Str.)
Bei Regen: Café Linus, Hertzbergstr. 32
Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Kurze Filmbeschreibungen auf Prachttomate und Rixdorfer Kiezforum

Immobilienfirma Akelius will Mieterin in Neukölln rauswerfen

Unsere Freundin und Genossin hat Stress. Seit langer Zeit unterstützt sie stadtteilpolitische Aktivitäten von Unten und engagierte sich wiederholt gegen Zwangsräumungen, macht sich stark für Projekte, die bedroht sind und organisierte Strassenfeste mit.
Sie lässt sich von ihrer widerständigen Haltung nicht abbringen. Nun soll sie weggentrifiziert werden, sie hat noch eine geringe Miete. Die Immobilienfirma Akelius hat ihr die Wohnung gekündigt wegen „verspäteter“ Mietzahlungen. In einem ersten Prozess im März 2019 interessierte sich das Amtsgericht Neukölln nicht für die Hintergründe , stimmte dem Akelius-Anwalt zu und bestätigte die Kündigung. Ihrem Anwalt gelang es eine neue Verhandlung vor dem Landgericht Berlin zu erreichen.

Kommt zur Verhandlung und zeigt euch solidarisch!

Freitag, 23. August 2019 um 12 Uhr
Landgericht Berlin, Littenstr. 12-17
im 3. OG Raum 3501

Akelius enteignen

Infos zu Akelius auf der Website der Vernetzung der Berliner Akelius-Mieter*innen
Die Vernetzung hat ein grosses Dossier mit umfangreichen Informationen zu den Hintergründen und Vorgehensweisen der Immobilienfirma Akelius erarbeitet. Es wurde vor einigen Tagen auf einer Veranstaltung vorgestellt: Pressemitteilung vom 12.08.2019
Mieter*innen von Akelius veröffentlichen Dossier: Mietpreise bei Neuvermietungen bis zu zehn Euro über dem Mietspiegel.




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