Archiv für Juni 2019

Erstes Brachen-Kaspertheater am 27.6.2019

Einladung zur Weltpremiere:
Erstes Brachen-Kaspertheater. Mit Gakü für Alle & Gartenluftkino.

Donnerstag 27.06. ab 18.00 Uhr
DaWoEdekaMaWa
Braunschweiger Str. 21

18.00 Uhr
Kasper Theater Rixdorf spielt: „Kaspers Urlaub auf der BRACHE“

20.00 Uhr
Gartenküche für Alle. Es kocht: Prachttomate

21.30 Uhr
Filmgespräch mit Matthias Coers. Kino mit Kurzfilmen zu Kämpfen um Wohnen, Stadt und Freiräume.

Dawoedekamawa Brachentheater

Auf dem Grundstück Braunschweiger Str. 21 möchte ein Investor 149 Luxus-MICRO-Apartments als Eigentumswohnungen bauen. Das Renditemodell sieht kurzfristige Vermietungen an Geschäftsleute und zum Beispiel IT-Fachkräfte vor. Der Bezirk hat dieses MAXI-Aufwertungsprojekt als sog. Nachverdichtung durchgewunken. Der Ausverkauf der Stadt geht weiter. Dagegen wehrt sich eine Gruppe von Anwohner*innen und hat begonnen, die Fläche nach ihren Bedürfnissen anzueignen und zu gestalten. Ein Gemeinschaftsgarten wurde aufgebaut, Sitzecken eingerichtet. Die Nachbarschaft nutzt die Fläche als Treffpunkt. Doch die Brache ist akut räumungsgefährdet. Eine Räumung konnte bereits verhindert werden.

DaWoEdekaMaWa bleibt!
Ebenso wie Widerstrand/DieselA und alle anderen erkämpften bzw. bedrohten Freiräume und Häuser!
Dem Immobilienkongress der ZIA auf die Pelle rücken, Demo 27.06., Boxi, 16.30 Uhr

Vorankündigung:
Sonntag, 30.06, ab 14 Uhr: Schenkemarkt für Alle – bringt Decken und Sonnenschirme mit!

weitere Infos DaWoEdekaMaWa

Update vom 25.6.2019:

Die Brache wurde leider heute geräumt, die Veranstaltung findet trotzdem statt – vor der Brache.
Hier eine Erklärung zur Räumung des Gemeinschaftsgartens .

Greenwashing: Immobilienfirma Vonovia und die Umwelt

Gestern fand am Herrfurthplatz das 2.Neuköllner Umwelt- und Nachhaltigkeitsfest statt. Dort wurden kritische Anmerkungen verteilt:

Was macht Vonovia bei einem Umwelt- und Nachhaltigkeitsfest?

Das Thema Nachhaltigkeit ist mit gutem Grund in aller Munde, wir müssen darüber nachdenken, wie wir langfristig als Gesellschaft leben möchten. Das Umwelt- und Nachhaltigkeitsfest Neukölln am 22.6.2019 stellt einige wichtige Ideen vor. Doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt:
Gefördert wird dieses Fest auch von Vonovia – ein Immbilienkonzern, der mit verschiedensten Methoden Menschen aus ihren Wohnungen drängt und nur auf privaten Profit aus ist.
Das grösste Mietunternehmen Deuschlands, Vonovia SE, hat im Jahr 2018 einen Rekordgewinn von 1,07 Milliarden Euro erzielt. Der Grossteil des Gewinns stammt aus Mieteinnahmen. Dieser wird nicht in Instandsetzungen, Mietpreissenkungen, faire Löhne oder den Neubau von Sozialwohnungen eingesetzt, sondern als Dividende an die Anteilseigner*innen ausgeschüttet. Allein der Vorstandsvorsitzende der Vonovia SE, Rolf Buch, verdiente im vergangenen Jahr 4,7 Millionen Euro.

Nachhaltigkeit und Vonovia gehören nicht zusammen!

Nicht zufällig findet der Nachhaltigkeitstag im Schillerkiez statt. Hier haben sich die Mieten in den letzten Jahren rasant erhöht, teure Restaurants und Boutiquen entstehen an jeder Ecke und locken kauffreudige Menschen her. Kleine Läden und Projekte müssen weichen, die Kiezkneipe Syndikat ist seit Dezember 2018 ohne Mietvertrag und soll nach mehr als 33 Jahren als Ort des Zusammenkommens und des bezahlbaren Feierabendbiers verschwinden.

Neuköllner Fest der nachhaltigen Verdrängung?

Bei alldem mischt auch das Bezirksamt Neukölln fleissig mit. Antworten auf die Verdrängung und die Mietsteigerungen im Bezirk werden nicht gefunden, stattdessen wird die Aufwertung weiter organisiert: Die Umstrukturierung der Karl-Marx-Strasse, das Ansiedeln von Start-Ups, Baugenehmigungen für absurde Eigentumsprojekte, die Liste ist lang. Und dazu passt, mit Vonovia das Fest Neukölln Nachhaltig zu fördern – oder: Neukölln nachhaltig aufzuwerten. Wollen wir das?
langfristig müssen wir nicht nur über Plastikmüll, Kohlestrom und Tomatenanbau nachdenken, sondern auch über die Strukturen und Entwicklungen in unserer Gesellschaft. Die Vermarktung unseres Alltags und die Profitgier einiger Weniger ist kein Naturgesetz, sondern hat System. Kleine Schritte können wir individuell tun, doch eine Veränderung müssen wir gemeinsam erzwingen.

Lassen wir uns unsere Themen nicht von Konzernen und Parteien nehmen.
Organisieren wir uns selbst, kämpfen wir für eine nachhaltige lebenswerte Stadt!

Sollen sie doch ihre grünen Scheinchen zählen, wir zählen die Tage.

Einige Tomatos aus dem
Gemeinschaftsgarten Prachttomate

10 Jahre Squat Tempelhof

Der Kampf um das Tempelhofer Feld

Squat Tempelhof 2009

Vor 10 Jahren scheiterte der Versuch, das Tempelhofer Feld zu besetzen.Polizei, Wachschützer haben versucht das Feld gegen eine wütende Mischung aus Partypeople und Autonomen zu sichern. Und die Menschen haben sich immer wieder das Feld angeeignet. Es war der Anfang der Aneignungung des Geländes durch die Menschen. Investoren und Baugruppenarschitekten leckten sich schon die Finger angesichts der zu bebauenden Filetstückchen. Umsonst.Ein Volksbegehren (was nicht die Mieter*innen und Aktivist*innen verarscht hat) war erfolgreich.
Das Gelände wurde der Immobilienverwertung bis heute entzogen.
Grund genug sich an den Beginn zu erinnern und zu erfreuen!

Zur Erinnerung – gegen die Geschichtsvergessenheit:

Am 10. Jahrestag der versuchten Flughafenbesetzung „Squat Tempelhof“ am 20. 6. 2009 zeigen wir eine Film-Collage zu den damaligen Aktivitäten.

Donnerstag , 20. Juni 2019 21 Uhr

Stadtteilgarten Schillerkiez auf dem Tempelhofer Feld, Eingang Herrfurthstr.
Bei Regen/Gewitter wird es wohl ausfallen.

Zur weiteren Information:

Squat Tempelhof

Tempelhof für Alle

TREND- Interview mit AktivistInnen von „Tempelhof für Alle“ und „100%TempelhoferFeld“ .

DaWoEdekaMaWa – Räumung verhindern!

Unsere neu gestaltete Brache „DaWoEdekaMaWa“ sollte am Morgen von Montag, den 17. Juni geräumt werden! Dieser erste Versuch konnte erst mal abgewehrt werden, es kann aber jederzeit zu einer neuen Räumung kommen.
Deswegen ist es gerade jetzt umso wichtiger vor Ort Präsenz zu zeigen! Denn nur wenn wir Viele sind, kann eine Räumung vielleicht verhindert werden.
Unser Protest gegen die Neubebauung der Brache mit Micro Living-Appartments muss sichtbar, bunt und laut werden!
„DaWoEdekaMaWa“, eine Gruppe von Anwohner*innen, fordern, den sofortigen Stopp der Bebauungspläne der Microappartments. Wir fordern außerdem, dass auf dem Gelände und im Kiez langfristig bezahlbare und marktferne Wohnungen entstehen oder die Fläche als selbstgestalteter Park, Gemeinschaftsgarten und sozialem Treffpunkt erhalten bleibt.
Kommt vorbei um in den nächsten Tagen mit uns zusammen die Brache weiter zu bebauen, zu bespielen und zu schützen! Haltet die Augen und Ohren offen, sagt Leuten bescheid wenn ihr Verdächtiges seht und kommt dazu!

Am Mittwoch Abend ab 18 Uhr laden wir zum gemeinsamen Picknicken ein um unser weiteres Vorgehen zu besprechen.

Lasst uns gemeinsam die Räumung verhindern!

DaWoEdekaMaWa
Braunschweigerstrasse 21

siehe auch: „Microliving“ für Makro-Brieftaschen

Folgt @EdekaWo für aktuelle Infos!

Armut und Reichtum in Neukölln

Redebeitrag der Ag Armut und Reichtum, von der Solidarischen Aktion Neukölln
auf der Mieter*innen-Kundgebung im Schillerkiez am 15.6. 2019.

Sucht man nach „Reichtum in Neukölln“ im Netz, so heißt es, hier gäbe es nur kulturellen Reichtum, aber keinen ökonomischen Reichtum. Dabei wird in Neukölln gerade viel Geld gemacht. Im Mai 2019 hat die österreichische Signa Group ihre Pläne für den Neubau am Hermannplatz vorgestellt, der 2020 umgesetzt werden soll. 250 Mitarbeiter*innen von Karstadt sind von Jobverlust bedroht. Die lang diskutierte Straßenbahnlinie M10 soll nun direkt ins neue Einkaufsparadies führen.
Die Signa Group baut den Hermannplatz um, die Politik stellt die passende Tramlinie zur Verfügung und die Immobilienfirmen hatten eh darauf spekuliert.
Doch das ist nicht die einzige Entwicklung.:Aus dem alten Edeka in Rixdorf sollen Microappartments als Kapitalanlage gebaut werden.
Miniappartments für Studierende, die wohlhabende Eltern haben und diese ihren Kindern dann kaufen. Ähnlich wird auch in der Flughafenstraße 72-74 von der Accentro Gmbh. kräftig gebaut, mit derselben Geschäftsidee. Eigentumswohnungen für Reiche. Gleich um die Ecke entsteht ein „Boardinghaus“ – möblierte Wohnungen, oft mit Reinigungsservice für Kurzzeitaufenthalte von Firmenmitarbeiter*innen. Direkt Hermannstrasse / Ecke Flughafenstraße.

Die Mieter*innen, die sich diese Eigentumswohnungen oder die hohen Mieten leisten können, möchten natürlich auch ein entsprechendes Wohnumfeld.

Es ist zu befürchten, dass die Armutsbevölkerung aus dem Schillerkiez und letztlich Nord-Neukölln noch weiter verdrängt wird. Seit dem 1.1.2019 beträgt der ALG II- Regelsatz für einen Alleinstehenden 424 Euro. Von dem Geld muss Mobilität, Telefon, Strom bezahlt werden, und vor allem soll man noch ansparen, falls etwas kaputt geht – das Fahrrad, der Computer, die Waschmaschine, der Kühlschrank etc. Daraus erwachsen natürlich existenzielle Ängste.

-Laut Schuldenatlas ist in Neukölln jeder sechste Einwohner verschuldet, in Berlin jeder achte erwachsene Einwohner, das sind ca. 372.000 Berliner.
- Laut Statistischem Landesamt Berlin-Brandenburg hatte Neukölln 2016 (das sind die neuesten Zahlen!) die höchste Mindestsicherungsquote – d.h hier sind knapp 27% der Einwohner*innen von den spärlichen Leistungen von Jobcenter, Sozialamt oder dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten abhängig. Die meisten der Jobcenter-„Kund*innen“ sind „working poor“, d.h. sie verdienen so wenig, dass sie aufstocken müssen
- 2018 gab es in Berlin 18 877 Stromsperren, in Neukölln waren es 1690 Stromsperren. Vattenfall hat in dem Jahr in Berlin ca. 125 000 Sperrandrohungen verschickt.
- Die Berliner Justiz ist jährlich mit 40.000 Personen ohne Fahrschein befasst, wovon ein Teil im Schnitt 40 Tage in der JVA Plötzensee einsitzen muß.
- In Berlin wächst die Zahl der Wohnungslosen. Rund 6.000 bis mehr als 10 000 von ihnen sind obdachlos, leben auf der Straße.

Am Dienstag, den 27. Mai war ein Prozess wegen einer Zwangsräumung am Amtsgericht Neukölln. Ein Bewohner eines Akelius-Hauses hatte die Parolen „Akelius enteignen“ und „Syndikat bleibt“ an die Häuserwand gemalt. Dabei wurde er von einer Security des Vermieters erwischt. Nun wurde ihm gekündigt. Das sei rechtens, so die Richterin. Kein Mitgefühl, dass ein Mensch sein Dach über dem Kopf verlieren soll. Wenn ihm der Vermieter nicht passe, dann könne er sich ja eine andere Wohnung suchen,so die Richterin. Das ist nichts anderes als Klassenjustiz.
Wenn wir nicht kämpfen, haben wir verloren.
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Arm und Reich

Als Ergänzung eine ausführlichere Faktensammlung, die auf einer Stelltafel gezeigt wurde:

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