Archiv für März 2019

Auch zu enteignen: Pears Global Real Estate

Who the fuck is Pears? Info-VA & Recherechepräsentation am 04. April

Pears Global – ein bislang unentdeckter Player auf dem Berliner Immobilienmarkt

Info-Veranstaltung und Recherchepräsentation

Do, 04. April | 19 Uhr | @Syndikat

Infoveranstaltung zu Pears Global

Die Kiezkneipe Syndikat im Schillerkiez in Neukölln erhielt nach 33 Jahren Existenz die Kündigung zum 31.12.18. Da sich die Gegenseite weigerte, Gespräche in irgendeiner Form aufzunehmen und die offizielle Eigentümerin laut Vertrag eine Briefkastenfirma in Luxemburg ist, machte sich das Kneipen-Kollektiv auf die Suche nach ihren realen Eigentümer*innen. Dabei stießen sie auf ein Netzwerk aus Briefkasten- und Scheinfirmen, das von fast jedem Steuerparadies der Welt aus operiert.

Hinter diesem Netzwerk steht die Pears Group aus Großbritannien, ein weitverzweigtes und gleichzeitg sehr verschwiegenes Familienunternehmen, dass aktuell von 3 Brüdern geführt wird, die zu den reichsten Menschen Englands gehören. Das Firmengeflecht der Pears-Brothers ist so groß wie undurchsichtig. Höchstwahrscheinlich gehören weit über 200 Firmen zum Netzwerk der Pears Group, die sich hauptsächlich im Bereich des Immobilien-Investments bewegen.

Laut Eigenauskunft auf ihrer – mitlerweile abgeschalteten – Internetpräsenz gehören ihnen rund 6000 Wohn- und Gewerbeeinheiten in Berlin, was sie in die Top 10 der größten privaten Immobilienunternehmen in der Hauptstadt katapultiert. Gleichzeitig findet sich kein Unternehmen, dass soviel Mühe und Ressourcen darauf verwendet, nicht namentlich als Player dieser Größe wahrgenommen zu werden. Bis zur Enthüllung des Syndikats war Pears Global weder der Landes- oder Bezirkspolitik, noch stadtpolitischen Initiativen und Mieter*innenverbänden ein Begriff.

Im Zuge des anstehenden Volksentscheids “Deutsche Wohnen & co. enteignen”, von dem die Pears Gruppe eindeutig betroffen wäre und im Rahmen der Aktionstage vor der großen #Mietenwahnsinn-Demonstration am 06. April, wollen wir einen Blick auf die Gebrüder Pears und ihr Geschäftsimperium werfen. Wir wollen ebenso die Ergebnisse unseres Aufrufs zur Sammlung von Pears-Immobilien in Berlin vorstellen, wie eine Analyse des Firmengeflechts der Pears Gruppe. Darüber hinaus wollen wir uns die 3 Brüder und ihre Familiengeschichte genauer anschauen, insbesondere die Pears-Stiftung, über die sie mit immensen Beträgen klassisches Cleanwashing und PR-Arbeit betreiben.

Neben der Präsentation unserer Ergebnisse, soll es auch darum gehen wie wir an diese gelangen konnten und wir versuchen einige Tipps zu geben, wie Eigentümer*innen aus der Deckung gezerrt werden können. Auch wenn sie alle Register ziehen und sich hinter – vermeintlich undurchdringlichen – Konstrukten verstecken.

Donnerstag, 04 April | 19 Uhr | Syndikat (Weisestraße 56, 12049 Berlin)

Quelle: Who the fuck is Pears? Info-VA & Recherechepräsentation am 04. April

Kiezspaziergang Schillerkiez 31. März 2019

Nach dem Spaziergang im Reuterkiez am 24. März folgt am Sonntag, den 31. März auch ein Gang durch den Schillerkiez:

Treffpunkt: Syndikat, Weisestr. 56 / 15 Uhr

Kiezspaziergang Schillerkiez 31.3.2019

Aus dem Aufruf:

Wohnst du noch oder kämpfst du schon?

Gemeinsam spazieren wir durch unseren Kiez und sehen uns Orte von Verdrängung, Mietkämpfen und Erfolgen an. Wir setzen uns ein für einen wertvollen Lebensraum, in diesem wollen wir Nachbar*innen sein.
Wohnen ist Menschenrecht. Wir können und wollen nicht hinnehmen, dass dies ignoriert wird!

Für weitere Informationen besuche uns am Samstag 30.03.2019 am Infostand:
Schillermarkt von 11-14 Uhr

  • Erstellung von Bannern, Wimpeln, Aufnäher – im Hinblick auf die berlinweite Mietendemo am 06.04.2019
  • Nächste Mieter*innenversammlung: 28.4.2019 – Infos folgen

Kontaktiert uns gerne per: E-Mail: wirsindviele@riseup.net

Kiezspaziergang im Reuterkiez: 24. März 2019

Aus dem Aufruf:

Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!
„Als die Nachbarn gehen mussten, weil sie die Miete nicht mehr zahlen konnten, habe ich geschwiegen, es hat mich ja nicht betroffen. Als ich schließlich gehen musste, gab es niemanden mehr, den es interessiert hat.“ (frei nach Martin Niemöller)

Täglich müssen auch in unserem Kiez Mieter und Kleingewerbetreibende gehen, weil sie die Luxusmodernisierung oder unverschämte Pachterhöhung nicht mehr zahlen können, weil sie wegen angeblichem ‚Eigenbedarf‘ vertrieben werden, weil ihr Haus von Immobilienkonzernen oder Briefkastenfirmen aufgekauft wurde oder weil ihr Haus für Touristenunterkünfte zweckentfremdet wurde.

Um die vielen Orte der Verdrängung in unserem Kiez bekannter zu machen und den Betroffenen die Gelegenheit zu geben über ihren Widerstand zu berichten, veranstaltet die Kiezversammlung 44 einen

Kiezspaziergang So, 24.3. durch den Reuterkiez
Start: um 14 Uhr am Zickenplatz, Kottbusser Damm
Abschluss: Hoffest der Elser Str. 75 im Kungerkiez
(Zickenplatz = Hohenstauffenplatz, Kottbusser Damm 20 – 22, Treffpunkt direkt bei den ‚Zicken‘)

In der Vergangenheit ist das oft still und heimlich abgelaufen, weil sich viele Mieter nicht zu wehren wussten. Das hat sich aber in den letzten Monaten und Jahren deutlich geändert. Fast in jeder Straße gibt es Initiativen, die sich aktiv gegen ihre Verdrängung wehren. Hausgemeinschaften werden gebildet, Kiezversammlungen werden abgehalten, Nachbarschaftsfeste veranstaltet um die Gemeinschaft zu stärken, am 6. April wird es wieder große Demonstrationen geben in Berlin und vielen anderen Städten.

Viele sind schon von der Verdrängung betroffen und täglich kommen neue dazu. Euch und denen wollen wir hiermit die Gelegenheit geben, von den Erfahrungen der anderen Initiativen und Hausgemeinschaften zu lernen. Und Mut machen Euch auch zu wehren. Deshalb kommt vorbei!

Weitere Termine des Widerstands gegen den Mietenwahnsinn findet Ihr auf unserer Website Kiezversammlung 44 . Und kommt zur nächsten großen Mietenwahnsinns-Demo am 6.April, 12 Uhr ab Alexanderplatz oder auf Twitter unter #Mietenwahnsinn.
Verteidigen wir weiterhin aktiv und solidarisch unseren Kiez!

Wohnraum darf kein Eigentum sein! Die Häuser denen, die drin wohnen!

Der Kampf fürs Syndikat geht weiter

Eine kleine Übersicht in Sachen Kommunikationsguerilla fürs Syndikat.

Es wäre so schön gewesen!!

Leider Fake-News der Berliner Morgenpost

Screenshot 12.3.2019 Berliner Morgenpost Online

Das vermeldete die Berliner Morgenpost am späten Nachmittag des 12. März 2019:
„Traditionskneipe „Syndikat“ im Schillerkiez darf bleiben.
Das multinationale Unternehmen „Pears Group“ kündigt an, die Neuköllner Traditionskneipe „Syndikat“ nicht rauswerfen zu wollen.“
Der Artikel bezog sich auf die Website Pears Global Four Real Estate Germany . Bei genauerem Hinsehen hätte auffallen können, dass da etwas nicht stimmen kann. Aber auf Twitter bekundeten z.B. die Grünen Neukölln und die SPD Neukölln zunächst ihre Freude. Doch später wurden die Tweets gelöscht und auch der Morgen-Artikel war am 13. März ohne Erklärung nicht mehr aufrufbar. Er ist aber nach wie vor im Google-Cache nachzulesen: Traditionskneipe „Syndikat“ im Schillerkiez darf bleiben .
Immerhin ging der Neuköllner Bürgermeister Hikel in einem Facebook-Kommentar offener mit seinem Irrtum um:
„Es wäre schön, wenn Verantwortung so gelebt werden würde wie der geteilte Artikel es suggeriert. Leider ist es nach weiteren Recherchen wahrscheinlich, dass die Meldung nicht korrekt ist. Ich habe deshalb den Link wieder gelöscht.“

BM Hikel zu Syndikat Neukölln

Screenshot facebook vom 13.3.2019

Die Berliner Morgenpost brachte immerhin am 13.3. noch einen Artikel (Online) und vermeldete Zukunft von „Syndikat“ weiter ungewiss :
„Vermeintlich veröffentlichte die Immobilienfirma „Pears Group“ eine Mitteilung. Doch daran gibt es Zweifel.“
Der Text bringt gute Infos zur seltsamen Öffentlichkeitarbeit des Unternehmens „Pears Global Real Estate“. Die geben nämlich auf alle Fragen nur die Antwort: „Es gibt keine Auskunft“. Es wird weder bestätigt noch dementiert, ob die Website echt sei.
„Die Bitte auf Weiterleitung von Journalisten an die Presseabteilung kommentierte die Pears Group am Mittwoch so: „Wir geben keine Auskunft darüber, ob wir eine Presseabteilung haben.“ ( Zitat aus dem Artikel)

Die „tageszeitung“ schreibt dann, ebenfalls am am 13.3.2019 ( nur Online) Syndikat bleibt. Nicht. Leider :
„Unbekannte haben mit einer Fake-Website die Rettung der bedrohten Kiezkneipe Syndikats verkündet. Stimmt nur leider nicht.“

Der Blog „Der Wahlberliner“ macht sich auch so seine Gedanken mit lesenswerten Überlegungen zu Pears Global oder weiche Birne? – Das ist die Frage, beim Syndikat in Neukölln.

Fazit des Ganzen:
Medienmenschen diskutieren, Politiker diskutieren und Pears Global ist richtig genervt von den ganzen anfragenden Journalisten. Dabei böte doch der Text Responsibility auf der Fake-Website eine gute Vorlage für Pears Global, sich aus der Affäre zu ziehen. Aber wahrscheinlich ist die Arroganz der Macht des Kapitals bei ihnen immer noch zu gross. Deswegen ist es um so wichtiger, nicht nur mit den Mitteln von Kommunikationsguerilla gegen sie vorzugehen, sondern auch praktisch auf der Strasse. Nerven wir weiter!
Und auch die Politiker und der Berliner Senat sollten wissen, dass reine Lippenbekenntnisse nicht ausreichen, sondern solidarisches Handeln angesagt ist.
Wie heisst es so schön in dem Aufruf Für eine Neue Berliner Linie – Keine weitere Räumung durch Rot-rot-grün :
„Wir wollen, dass sich der Senat in den offenen Konflikt begibt mit denen, die den Ausverkauf der Stadt vorantreiben. Warum nicht mal verklagen lassen von irgendeinem dieser undurchsichtigen Firmengeflechten aus der Immobilienwelt? Schluss mit vorauseilendem Gehorsam.
….
Wir wollen, dass sich alle Senatsparteien zur Neuen Berliner Linie bekennen, und zwar sowohl auf Landes- als auch Bezirksebene. Das Hin- und Hergeschiebe von Verantwortung werden wir nicht mehr akzeptieren. Ihr regiert zusammen, also seid ihr auch zusammen dafür verantwortlich, was ihr tut! Wir rufen 2019 zur letzten Chance für euch aus.“

Kundgebung am Donnerstag, 21. März 2019
16 Uhr Kurfürstendamm 177
Zentrale von Pears Global Germany

Kundgebungen fürs Syndikat




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