Archiv für August 2018

Herbst der Besetzungen

Ein Aufruf von #besetzenberlin

// „In Erwägung, daß da Häuser stehen während ihr uns ohne Bleibe laßt haben wir beschlossen, jetzt dort einzuziehen weil es uns in uns’ren Löchern nicht mehr paßt.“ (Bertolt Brecht – Resolution der Kommunarden) // Am 20. Mai diesen Jahres wurden in Berlin und Potsdam zehn Häuser besetzt. Trotz positiver Ressonanz der Nachbar*innen und in den Medien wurden noch am gleichen Tag alle Besetzungen durch die Bullen gewaltsam geräumt. Trotz vieler Versprechungen in Sachen Wohnungspolitik, lässt die „Links“regierung Häuser räumen und die Polizei Menschen verprügeln. Der Schutz des Eigentums zählte wieder mal mehr als das Recht auf Wohnen und die körperliche Unversehrheit von Menschen. Dabei waren die Besetzungen ohne Frage richtig und längst notwendig. So finden mehr als die Hälfte der Berliner*innen Besetzungen legitim. Raum zum Wohnen und Leben brauchen wir jedoch immer noch. Darum nehmen wir ihn uns!

Herbst der Besetzungen 2018

#besetzen zur Normalität werden lassen.

Wie die unzähligen Menschen in Spanien, Italien und Griechenland, die aufgrund sogenannter „Krisen“ keine legale Möglichkeit besitzen an Wohn- und Lebensraum zu kommen, während zigtausende Wohnungen leerstehen und sie sich diese einfach nehmen. Wie die Menschen mit Fluchterfahrung, die den ihnen zugewiesenen „Lebens“raum in abgeschotteten Lagern oder in der Obdachlosigkeit nicht länger akzeptieren wollen und sich leerstehende Häuser nehmen. Wie die Menschen in Halle, Aachen, Stuttgart und anderswo, die auf den Mangel an selbstverwalteten Räumen und verfügbarem Wohnraum mit der Aneignung von spekulativem Leerstand reagierten. Und wie all die obdachlosen Menschen, die sich tagtäglich aus der nackten Notwendigkeit heraus mit Zelten, Matratzen und Schlafsäcken den öffentlichen Raum aneignen und ihn nutzen.

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Demonstration 1.Sep. 2018: Google Campus verhindern

GOOGLE CAMPUS UND CO VERHINDERN!
Samstag, 01.09.18 // 14 Uhr // Oranienplatz, Kreuzberg

Noch wird im Umspannwerk gebaut. Aber schon bald könnte der geplante Google-Campus in Kreuzberg Realität sein. Bis Ende dieses Jahres soll Googles Start-Up-Schmiede eröffnen. Wer glaubt, der Einzug des Technologiekonzerns in das rote Backsteingebäude hätte keine Konsequenzen, liegt falsch. Vielmehr werden Mietsteigerung, Verdrängung und Prekarisierung die Folgen sein. Im Netz der kapitalistischen Sachzwänge wird demokratische Mitbestimmung inzwischen nicht mal mehr vorgespielt. Die Menschen, die diese drastische Umstrukturierung ihrer Lebensräume betrifft, werden nicht gefragt.

Infowand Schillerkiez

GOOGLE CAMPUS – WAS HEISST DAS?

Bereits in den letzten Jahren haben sich sowohl in Kreuzberg als auch in Neukölln die Mieten sowohl für Wohnraum als auch für Gewerbe massiv erhöht. Sollte der „Google Campus“ tatsächlich nach Kreuzberg kommen, dürfte sich die Gentrifizierung nochmals deutlich beschleunigen.

Erfahrungen mit einem „Google Campus“ gibt es etwa in London. Die Gewerbemieten in der sogenannten „Tech City“ in Ost-London begannen Mitte 2012, also genau zu dem Zeitpunkt, als dort der „Google Campus“ eröffnet wurde, massiv zu steigen. Allein bis Anfang 2015, also in nur zweieinhalb Jahren, kam es zu einer Verdoppelung der Mietpreise, da es auch für große, etablierte Unternehmen schick wurde, Flächen in der Nachbarschaft des „Google Campus“ anzumieten. Und für diese milliardenschweren Firmen fallen die hohen Mietpreise natürlich nicht ins Gewicht. Große Konzerne und die Immobilien-Eigentümer freuen sich – die Leidtragenden sind alle anderen, die die gestiegenen Preise nicht bezahlen können und verdrängt werden.

Das gleiche ist zu erwarten, sollte der „Google Campus“ in Kreuzberg seine Türen öffnen. Mit dem Segen des rot-rot-grünen Senats wird er ein Köder für die wenigen jungen Entrepreneure sein, die der gnadenlose Wettbewerb der Tech-Branche noch nicht ausgesiebt hat. Sie alle werden in Kreuzberg und Umgebung Wohn- und Büroräumen brauchen. Die Umgestaltung des Kiezes zu einem kalten Gewerbegebiet wird ihnen auf Schritt und Tritt folgen. Damit wird der Trend steigender Mieten und die Umwandlung von Wohn- in Büroraum sich weiter verstärken.

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Achtung: Gentrifizierung Schillerkiez

Bewohnerinnen des Hauses Herrfurthplatz 4/Schillerpromenade 6 wehren sich gegen Vertreibung. Aushang an der Haustür:

Herrfurthplatz 4 Aushang

Achtung: Hier findet Gentrifizierung statt!

Schöne Gegend der Schillerkiez, finden Sie nicht auch?
Toll diese Nähe zum Tempelhofer Feld?!
Das sehen wir auch so – und deshalb wollen wir wohnen bleiben!

Die Mieten steigen überall in Neukölln seit jahren rasant an. Hier im Schillerkiez hat sich der Mietpreis bei Neuvermietungen in den letzten 10 Jahren fast verdreifacht. Unser Wohnraum wird zu einem immer beliebteren Anlage- und Spekulationsobjekt.
Nun hat es also auch unser Haus am Herrfurthplatz 4/Schillerpromenade 6 getroffen. Vor zwei Jahren wurde das Haus verkauft. Der neue Eigentümer hat kurz vor Inkrafttreten des Milieuschutes alle unsere Wohnungen vorsorglich in Eigentumswohnungen umwandeln und sich eine Reihe von Modernisierungsmaßnahmen genehmigen lassen. Für uns, die Menschen, die hier teilweise schon seit Jahrzehnten leben, bedeutet das vor allem eins: Angst um den Verlust unserer Wohnung. Entweder weil die neuen Eigentümer*innen uns über kurtz oder lang kündigen. Oder, weil wir uns die steigenden Mieten schlicht nicht mehr leisten können.

Wir werden das nicht einfach so über uns ergehen lassen. Unsere Wohnungen sind unser Zuhause und kein Spekulationsobjekt für Reiche. Wir sind Menschen und keine Zahlen. Wir sind viele, und wir sind organisiert.
Und deshalb bleiben wir alle!
#SchillerkiezBleibt!

zur Ergänzung:

Das Haus wird angeboten von “ econcept Immobilien und Projektentwicklung KG (GmbH & Co), siehe Herrfurthplatz, Berlin-Neukölln .
Auf einem Bewertungsportal findet sich folgende Info zu Schillerpromenade 6, Herrfurthplatz 4 Grundbesitz GmbH nicht gedeckter Fehlbetrag auch in der 2015 Bilanz Das Projekt bei ifunded Crowdinvesting

Trotzdem werden auf den einschlägigen Immobilienportalen Wohnungen angeboten, z.B. 1-Zimmer-wohnung mit 31,47 m² Wohnfläche zum Kauf für 147.909 €




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