Räumung Hostel Weserstr. 207

Pressemitteilung Nachbarschaftsinitiative Weserkiez 13. Oktober 2017

GESCHLOSSEN UND VERSIEGELT: RÄUMUNG HOSTEL WESERSTRASSE 207

Montag früh gegen halb Acht haben mehrere Mitarbeiter von Bauamt und Polizei das trotz richterlich bestätigter Nutzungsuntersagung betriebene (Fantastic Foxhole) Hostel in der Weserstraße 207 räumen und versiegeln müssen. Die Gäste mussten die Zimmer verlassen Pressemitteilung BA Neukölln .
Bereits einige Wochen zuvor versuchten Beamte die Nutzungsuntersagung durchzusetzen, welche vom Bezirksamt unter Bezirksstadtrat Jochen Biedermann erteilte wurde. Diese wurde zuletzt vom Oberverwaltungsgericht am 29.08.2017 in letzter Instanz bestätigt: Pressemitteilung BA Neukölln .
Das Hostel mit bis zu 33 Betten wurde seit April dieses Jahres trotz fehlender Genehmigung bzw. der Nutzungsuntersagung durch den Bezirk in den Gewerberäumen im Erdgeschoss des ansonsten ausschließlich von Wohnungsmietern genutzten Hauses betrieben. Zur Räumung fand sich keine protestierende Solidargemeinschaft ein.

INSTRUMENTALISIERT UND ÜBERWACHT

Vermieter Alexander Skora und Betreiber Hagen Wittenborn haben die Entscheidungen von Bezirksamt, Bezirksgericht und Oberverwaltungsgericht ausgesessen und den Konflikt auf dem Rücken ihrer Gäste ausgetragen.
Die Bilder von den Überwachungskameras des Hostels auf Alexander Skoras Tweet von der Räumung zeigen die Beamten, Gäste in ihren Betten und den Hausflur des Wohnhauses Twitter A. Skora .
Eine Verletzung von Persönlichkeitsrechten und der Privatsphäre von Beamten, Gästen und Mietern des Hauses durch die Überwachung sowie die Zurschaustellung auf Twitter sollte rechtlich geprüft werden. Wurden alle Gäste ausreichend darüber aufgeklärt, dass eine Videoüberwachung von Ihnen – selbst in ihren Betten – seitens der Hostelbetreiber erfolgte?

EINSTÜRZENDE ALTBAUTEN UND LÄSTIGE MIETER

Am Tag vor der Räumung des Hostels musste die Berliner Feuerwehr anrücken, um im Hinterhof im vierten und dritten Obergeschoss des vernachlässigten Gebäudes lockeren Putz von der Fassade zu lösen und einen Teil des Hinterhofs wegen Gefährdung der Verkehrssicherheit zu sperren. Zuvor waren bereits mehrfach größere Putzteile sowie Fensterglas in den Hinterhof gestürzt.
Darüber hinaus ist das Dach an diversen Stellen undicht. Mieterwohnungen und Treppenhäuser weisen vielfach Wasserschäden, losen Putz und Schimmel auf. Im Aufgang Seitenflügel fehlt ein Teil des Treppengeländers. Der Behebung von Baumängeln ist Vermieter Alexander Skora in den letzten Jahren bis jetzt trotz entsprechender Mieterbeschwerden nur mit geringfügigem Aufwand nachgekommen – oder wie im Falle der Fassade, wenn bereits Gefahr in Verzug war.
Derweil nehmen die Lärmstörungen durch die (Ex-)Hostelbetreiber weiter zu: Die Kaduka-Bar im Vorderhaus dröhnt lauter denn je – Tag wie Nacht –, der nicht genehmigte Partybetrieb in den Kellerräumen des Wohnhauses wurde wieder aufgenommen, Fahrräder werden nach Lärmanzeigen demoliert.
Nach wie vor kommt Vermieter Skora den Lärmbeschwerden seiner Mieter nicht nach. Sie werden jetzt zusätzlich noch als politisch motiviert abgetan. Ein zwischenzeitlich stattgefundenes Treffen zwischen einigen Mietern und Alexander Skora zwecks Annäherung hat zu keinem positiven Ergebnis geführt: Kein einziges der von den Mietern angesprochenen Problemen im Haus, für die der Vermieter zuständig ist, wurde von Skora angegangen – trotz mündlicher Zusicherungen und der Vermittlung von Verständnis.
Hatte der Dialog nur den Zweck Gesprächsbereitschaft von Seiten Skoras in der Öffentlichkeit zu suggerieren? Noch im Mai hatte er fünf Mietparteien gegenüber auf Basis haltloser Behauptungen die fristlose Kündigung ausgesprochen.
Entgegen Behauptungen in der Presse wird das gesamte Haus vorwiegend von Paaren und Familien, zum Teil mit kleinen Kindern und vielfach bereits seit Jahrzehnten, bewohnt. In den wenigen Wohngemeinschaften leben auch seit Jahren überwiegend die gleichen Menschen.

SICH WEHREN HILFT!

Der Zusammenschluss unter den Anwohnenden, die Veröffentlichung der Missstände, der Druck der Straße, ein weites Netzwerk der Solidarität sowie der Einsatz vom Bezirksamt Neukölln und insbesondere Bezirksstadtrat Jochen Biedermann haben dazu geführt, dass das Recht der Einzelnen gegenüber den ökonomisch Stärkeren durchgesetzt wurde.
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Nachbarschaftsinitiative Weserkiez
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