Archiv für August 2017

„Miete sich wer kann!“

Berliner SPD plant Veranstaltung mit HH-Bürgermeister Olaf Scholz in Neukölln

Ein Aufruf von NO G20 BERLIN

Kaum zwei Monate nach der brutalen Räumung des Kiezladens Friedel 54 in Berlin-Neukölln, durchgeführt durch die Einsatzhundertschaften des rotrotgrünen Berliner Senats, will die Neuköllner SPD eine Veranstaltung zu steigenden Mieten und Verdrängung durchführen. Das ist zynisch genug.

Richtig eklig ist, dass die Neuköllner SPD als Hauptredner für diese Veranstaltung ausgerechnet den Hamburger SPD-Bürgermeister Olaf Scholz eingeladen hat. Scholz als Hamburger Bürgermeister ist zusammen mit dem Hamburger rotgrünen Senat direkt verantwortlich für den polizeilichen Ausnahmezustand während des G20 Gipfels in Hamburg Anfang Juli, für
diverse Exzesse von Polizeigewalt mit hunderten zum Teil schwer Verletzten, für die Unterdrückung der sozialen und politischen Proteste, die massive Einschränkung von Presse- und Bewegungsfreiheit und die Tatsache, dass immer noch über 30 Menschen der G20-Proteste in Hamburg aufgrund lächerlicher Vorwürfe in Untersuchungshaft sitzen. Auch nach dem Gipfel zeichnete sich Scholz durch absolute Ignoranz und die Verachtung von Menschen- und Freiheitsrechten aus, etwa ausgedrückt in seiner Behauptung „Polizeigewalt hat es in Hamburg nicht gegeben, Ende der Debatte“.

Die SPD in Berlin steht für Korruption, Filz, explodierende Mieten,zunehmende Armut, Verdrängung und Polizeigewalt gegen alle, die sich zur Wehr setzen oder ihre Miete nicht mehr zahlen können.

Die SPD in Hamburg unter Olaf Scholz ist (zusammen mit den Grünen) direkt verantwortlich für den (letztlich erfolglosen) Versuch, die berechtigten, legitimen und notwendigen Proteste gegen den G20-Gipfel Anfang Juli durch die Polizei wegknüppeln zu lassen.

Wer Lust hat, sowohl der Berliner SPD als auch dem Hamburger Oberbürgermeister Scholz mal die Meinung zu sagen, hat am Montag, 28.08.2017, um 18 Uhr in Berlin-Neukölln hierzu Gelegenheit.

Wir werden uns durch ihre Repression und Gewalt nicht einschüchtern lassen: Solidarität mit den G20-Gefangenen in Hamburg, mit allen anderen, die von Polizeigewalt und Prozessen betroffen sind, und, natürlich: Solidarität mit Indymedia Linksunten!!! Das Verbot von Indy Linksunten ist eine Frechheit und zeigt einmal mehr den zunehmend autoritären Charakter des deutschen Staates.

NO G20 BERLIN

Montag, 28.08.2017 // 18 Uhr // Ganghofer Str. 2
// Berlin-Neukölln // U-Rathaus Neukölln

siehe auch die Ankündigung der SPD: „Miete sich wer kann!“

Update 28.8. 20 Uhr:

Keinen freundlichen Empfang bekamen Olaf Scholz and Friends bei der Ankunft vor dem Veranstaltungsort. Protestierende Menschen in der Veranstaltung wurden schnell herausgeworfen. 3 Polizeiwagen sorgten für „Sicherheit“.

siehe Video auf twitter von andi.waffen (@lamda14)

Teilkündigung der Prachttomate

Dem Gemeinschaftsgarten Prachttomate in der Bornsdorfer Strasse im Neuköllner Rollbergviertel ist eine Teilfläche gekündigt worden.
Der „Tagesspiegel“ hat am 22.8. 2017 einen ausführlichen Artikel zum Gartenprojekt veröffentlicht, der leider nur gegen Bezahlung Online zur Verfügung steht, deshalb kein Link.

Hier die Erklärung der Prachttomate zur Teilkündigung:

TEILKÜNDIGUNG DER PRACHTTOMATE

Die Prachttomate nutzt ein Gelände, welches drei verschiedenen AkteurInnen gehört. Der eine hat nun zum 30.09.2017 unseren Nutzungsvertrag gekündigt sowie eine Duldung bis zum 15.11.2017 festgesetzt.

Die gekündigte Fläche umfasst ein Drittel des Gartens, wodurch uns schwere Einschränkungen in unserer Arbeit entstehen. Und das nur, damit hier noch mehr Eigentumswohnungen entstehen? Nur damit die Fläche möglicherweise wieder leersteht und sich die EigentümerInnen mit dem eingestrichenen Profit zurücklehnen?

Wir wollen bleiben, weiter gärtnern, weiter Flohmärkte und Gartenküchen veranstalten und den Kiez lebendiger machen!

Wir waren im Juli diesen Jahres zum zweiten Mal in der Bezirksverordnetenversammlung und haben auf unsere Situation aufmerksam gemacht. Wir haben uns nicht zum ersten Mal mit verantwortlichen PolitikerInnen getroffen. Doch viel Hoffnung hatten wir dabei nicht. Die Parteien, die sich eine grüne Stadt und bezahlbaren Wohnraum auf die Fahnen schreiben, sind auch diejenigen, die Gemeinschaftsgärten wie die Prachttomate nicht als notwendige soziale Infrastruktur anerkennen, Platz schaffen für private InvestorInnen und Räume wie den Kiezladen Friedel54 gewaltsam räumen lassen. Herr Biedermann, Baustadtrat von Neukölln, sieht keine direkten Handlungsoptionen für den Erhalt der Prachttomate. Das stimmt nicht!

Die Parteien können Gemeinschaftsgärten als notwendige und wichtige Teile eines Kiezes, also der sozialen Infrastruktur, anerkennen und dafür stadtplanerisch Raum schaffen – zum Beispiel genau hier, wo schon seit sieben Jahren erfolgreich gegärtnert, gelernt und gearbeitet wird. Stattdessen wird lieber von einem runden Tisch geredet. Doch wir stehen zu unseren Ecken und Kanten!

Wir sind eine sehr gemischte Gruppe mit vielen unterschiedlichen Meinungen, Erfahrungen und Hintergründen. Die Idee des gemeinschaftlichen Gärtnerns, Pflanzens und Erntens ist uns allen wichtig. Dabei reflektieren wir auch unsere eigene Rolle bei der Stadtentwicklung und sehen viele sich kommerzialisierende Urban Gardening Projekte kritisch. Wir sind Teil einer gesellschaftlichen Entwicklung, die sich nicht auf gärtnerische Projekte beschränkt, sondern überall Einzug findet – seien es nachbarschaftliche Mietkämpfe, solidarische Landwirtschaft oder selbstorganisierte Hilfe für Notleidende. Gemeinsam kämpfen wir für eine solidarische Welt, im Garten, in den Häusern und auf der Straße. Wir krempeln die Stadt von unten um!

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Am 25.08 zeigen sie den Film „Das Gegenteil von Grau“ ab 20:30 zusammen mit dem Autor Matthias Coers. Kommt gerne vorbei! Eintritt frei, Spenden
willkommen.

Prachttomate | Bornsdorfer Straße 9-11 | Nähe U Karl-Marx-Straße

Nächste Woche gehts dann weiter mit „Die Strategie der krummen Gurke“ am 31.08 mit Gartenküche davor! Und dann dem Sommerfest am 2. September

Weisestrassenfest am Samstag, den 2. September

Nachdem es zuletzt im Jahre 2015 ein Fest gab, wird dieses Jahr ein neuer Versuch gestartet, selbstorganisiert und und unabhängig von Institutionen. Es gibt neben Infoständen verschiedener Initiativen zu Themen wie Stadtentwicklung, Knast, Repression, Hartz4 und Geflüchteten auch diverse Angebote mit Essen und Getränken.
Auf der Bühne treten auf: Breakdance und Parcour von Jugendlichen – Konny – Option Weg – Rotten Joystix – screw the carpet.Weitere sind noch offen.
Zwischen den Auftritten der Bands Redebeiträge.
Dazu auch ein Kinderprogramm mit vielen Bastelaktionen, Kinderschminken, heißer Draht, Kuscheltierwurfmaschine…

Samstag, 2. September 2017, von 14 bis 22 Uhr
Weisestrasse (zwischen Selchower Str. und Herrfurthstr.)

Weitere Infos folgen.
Website: unabhängiges Strassenfest Weisestrasse .
Twitter: Weisestrassenfest
#weisefest

Strassenfest Weisestrasse Infowand Schillerkiez

Akelius – Schnäppchenmarkt Schillerkiez

Die Immobilienfirma Akelius ist ja bekannt für ihre tollen Angebote an Wohnungen für den kleinen Geldbeutel. Wir hatten hier schon mehrfach darüber informiert, siehe Texte zu Akelius .
Diesmal haben sie im Schillerkiez folgendes im Angebot:

Lichtenrader Straße 37: 2 Zimmer mit Einbauküche und Duschbad nahe Tempelhofer Feld, 45 m² für 900 Euro Kaltmiete, macht 20 Euro pro m²

Okerstraße 41: 1 Zimmer im Schillerkiez mit 36 m² für 700 Euro Kaltmiete, macht 19,44 Euro pro m²

Allerstraße 7: 1 Zimmer mit Einbauküche und Duschbad mit 31,96 m² für 650 Euro Kaltmiete, macht nur 20,33 Euro pro m².

Mensch kann garnicht soviel fressen, wie mensch kotzen müsste bei diesen Wuchermieten.
Ist alles natürlich ganz legal, denn das Eigentum ist heilig.

Akelius Wuchermieten im Schillerkiez

Screenshot einer Akelius-Anzeige bei immoscout24




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