Fantastic Foxhole Hostel weg kegeln!

In der Weserstrasse im Reuterkiez soll ein neues Hostel entstehen , um Touristifizierung und Verdrängung zu befördern. Dagegen wehren sich Anwohner , u.a. mit folgemden Flugblatt.

(Aktualisierungen am Ende des Textes)

gegen fantastic foxhole hostel

Neukölln gemeinsam gegen die Ver-Simon-Dachisierung des Reuterkiezes

BALLERMANN-ATMOSPHÄRE HÄLT EINZUG IN NEUKÖLLN:

In der Weserstraße 207 in Nord-Neukölln ist ein Kampf gegen den Einzug eines Hostelbetriebs namens Fantastic Foxhole Hostel inmitten eines Wohnhauses entbrannt. Der Betreiber des Hostels Hagen Wittenborn und der Eigentümer der Räumlichkeiten Alexander Skora wollen mit diesem Vorhaben die Ver-Simon-Dachisierung des Reuterkiezes einläuten. Direkt an das Hostel ist im Vorderhaus die neue Kaduka-Bar samt Party-Veranstaltungsangeboten angegliedert. Diese Kombination verheißt den Einzug einer Ballermann-Atmosphäre in Nord-Neukölln.

ILLEGALE MACHENSCHAFTEN:

Dabei setzt Hagen Winterborn, der Betreiber des Hostels, auf die Taktik: „Fakten schaffen, das Recht und die Politik werden sich ihnen schon beugen“. Denn tatsächlich hat Winterborn weder die Baumaßnahmen noch die Aufnahme des Betriebs rechtmäßig den Behörden vorab zur Genehmigung angemeldet. Ganz im Gegenteil: Er unterließ dieses gänzlich. Stattdessen eröffnete das Fantastic Foxhole Hostel zum 31. März in Bausch und Bogen seinen Betrieb.

WIRKSAME ANWOHNER*INNEN-PROTESTE:

Massive und konzertierte Anwohner*innen-Proteste gegenüber Politik und Verwaltung haben nun Wirkung gezeigt: Dem Betrieb wurde jetzt eine vorübergehende Unterlassung samt Androhung eines Bußgeldes ausgesprochen.

WINTERBORN INSTRUMENTALISIERT SCHAMLOS DIE FLÜCHTLINGSTHEMATIK FÜR SEIN BALLERMANN-BILLIG-TOURISMUS-GESCHÄFTSMODELL:

Winterborn schlägt jetzt zurück und das schamlos: In einer von Winterborn bei der Kommunikations-Agentur Macheete in Auftrag gegebenen Pressemitteilung wird nun schamlos behauptet, die amtliche Untersagung treffe unmittelbar Flüchtlinge und setze sie auf die Straße. Die Flüchtlingsthematik erst einmal für Ballermann-Tourismus-Geschäftsmodell in die Pflicht genommen, vergessen Winterborn/ Macheete diese im Rest der Pressemitteilungjedoch gänzlich wieder: Stattdessen wird agressiv, larmoyant und ellenlang eine Hymne auf Winterborns Geschäftsmodell als Billigtourismus für einkommensschwache Touristen angestimmt, gefolgt von Winterborns Einforderung seines Stücks vom Kuchen des Wirtschaftsfaktors Party- und Start-up-Szene in Berlin gegenüber Verwaltung und Politik. – Dies ist nicht nur ein Schlag mitten ins Gesicht für alle Bürger-Initiativen, die echte Flüchtlingsarbeit und -betreuung leisten. Vielmehr verhöhnt er gleichermaßen Flüchtlinge und Touristen selbst, insofern er Tourismus in Sardinen-Büchsen-Format anbietet: Übernachtungen werden in sechser bis Zwölfer-Dreistock-Bett-Zimmern zu einem Preis von 19 bzw. 29 Euro/ Nacht angepriesen. – Vielmehr liegt der Verdacht nahe, dass Winterborn — wenn überhaupt — allenfalls eine anteilige Einkommensgarantie durch Beherbungsgutscheine einstreichen will.

PROBLEME:

Mit dem Hostel-Bar-Betrieb stehen nicht nur weitere massive nächtliche Ruhestörungen den Anwohner*innen der Anrainerhäuser, Müll auf den Straßen, Fäkalien auf dem Schulgelände und Kinderspielplatz auf dem Reuterplatz – wie bereits in der Vergangenheit erlebt – durch den Partytourismus ins Haus, ohne dass dem kaum mehr Herr der Lage zu werden ist. Auch die ansässigen Gastrobetriebe und nachhaltigen Kleingewerbe betrachten den Party-Tourismus als Störfaktor für die Einheimischen und ihre Stammkundschaft. Pädagog*innen der angrenzenden Schule und Kinder- und Jugendeinrichtungen befürchten einen negativen Einfluss auf ihre Schützlinge durch betrunkene Partyleichen in einem ohnehin nach wie vor als sozialer Brennpunkt geltendem Stadtteil. Last but not least: Ein Hostelbetrieb bedeutet auch unweigerlich strukturelle Konsequenzen für den Reuterkiez: Entmietung, soziale Verdrängung von Altmietern, die die Discounter-Tourismus-Spirale nach sich ziehen werden – wie bereits im Simon-Dach-Kiez und rund um die Warschauer Brücke zu beobachten ist.

FORDERUNG: WIR FORDERN VON POLITIK UND VERWALTUNG DIE ENDGÜLTIGE ABSAGE AN EINE GENEHMIGUNG DES FANTASTIC FOXHOLE HOSTELS IN DER WESERSTRAßE!

Quelle des Flyers und Materialsammlung: Fantastic Foxhole Hostel

Nachtrag vom 26.4.2017:
Die Nachbarschaftsinitiative Weserkiez erteilt mit einer heutigen Pressemitteilung (pdf-Datei) eine klare Absage an das Fantastic Foxhole Hostel im Nord-Neuköllner Reuterkiez.

Nachtrag vom 29.4.2017:

Bericht vom RBB mit Audio-Beitrag vom 29.4.2017
Streit um Hostel in Berlin-Neukölln
Gegen die „Ver-Simon-Dach-isierung“ des Weserkiezes

Videobericht auf der twitter-Seite der RBB-Abendschau @rbbabendschau
Fantastic Foxhole #Hostel in #Weserstraße im #Reuterkiez hat Ärger: mit Bezirksamt, Anwohnerinitiative und jetzt Farbbeutelwürfen

Nachtrag vom 1.5.2017:

Text auf linksunten.indymedia vom 30.4.2017 zu den Farbbeutelwürfen auf das Hostel:
[B] Farbangriff auf Fantastic Foxhole Hostel





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