Archiv für Februar 2017

Friedel54 muss bleiben

Kundgebungen gegen Verdrängung
Jeden Sonntag im März und April 2017
von 14 Uhr bis 16 Uhr , Friedelstr. 54

Wie ihr bestimmt mitbekommen habt, geht es dem Kiezladen Friedel54 demnächst an den Kragen. Sie sind noch bis Ende März in ihren Räumen geduldet und danach folgt sehr wahrscheinlich die gewaltsame Räumung.
Das Kiezladen-Kollektiv will die Verdrängung der Friedel noch sichtbarer für die Nachbarschaft machen und ein Forum zum Austausch schaffen. Deswegen haben sie sich entschieden, ab dem 5.3. jeden Sonntag eine Kundgebung vor dem Laden zu machen.

Wir werden nicht so einfach aufgeben!

Die Kundgebungen sollen ein Ort für Austausch, Vernetzung und Organisierung sein. Sie sollen informativ, kreativ und motivierend sein. Sie sind aber nicht das Einzige, was wir den Verdrängungsakteur_innen entgegen zu setzen haben. Alle sind aufgefordert, sich mit ihren Nachbar_innen zu unterhalten und zu organisieren, gegenseitige Hilfe zu üben und im besten Falle eigene Aktionen zu starten. Auch wenn diese Kundgebungen angemeldet sein werden, sehen wir es als wichtige Praxis an, so oft es geht, die Strasse auch ohne die Legitimation der Herrschenden zu nehmen.
In Kreuzberg klappt es schon sehr gut, dass aus Einzelfällen wieder eine Welle der Empörung und Solidarität wurde. Möge sie nach Neukölln herüberschwappen.

Für einen kämpferischen Frühling!
Friedel kämpft!
Wir bleiben alle!

weitere Infos:
Kiezladen Friedel54
Email: kiezladen54bleibt(at)riseup.net
Twitter: twitter.com/kiezladen_f54

Wie geht es weiter in der Weisestr. 47 ?

Demnächst 35 freie Wohnungen.
Für wen?

Ein exemplarisches Beispiel von Leerstand und Wohnraumvernichtung ist die Weisestr. 47 im Schillerkiez in Nord-Neukölln. Über 10 Jahre hat die Henning Conle GmbH & Co. KG das Haus fast komplett leerstehen lassen. Seit September 2016 wird das Haus Weisestr. 47 saniert und bewohnbar gemacht. Das ist gut! Denn viele Menschen in dieser Stadt brauchen Wohnungen, vor allem gering Verdienende, Wohnungslose und Geflüchtete.
Deshalb fordern wir den Besitzer auf, sein Haus nach vollendeter Sanierung diesen Menschen zur Verfügung zu stellen. 10 Jahre Leerstand sind genug!
Bei einem ersten Treffen Ende Januar haben sich ca. 25 Menschen darüber ausgetauscht. Nun wollen wir weiter über konkrete Schritte reden!

Kommt vorbei, redet mit und bringt Ideen ein!

Dienstag, 28. Februar 2017 um 20 Uhr
Nachbarschaftstreff Schillerkiez, Mahlower Str. 27

im Rahmen des offenen Stadtteiltreffens im Schillerkiez

weitere Infos und Fotos zu dem Haus unter: Weise47 übernehmen und hier auf diesem Blog.

Weisestr. 47 Feb 2017

Sanierungsarbeiten , Februar 2017

Räumung der Friedel 54 im April erwartet

Es gibt Neuigkeiten vom Kiezladen Friedel54 :

Erklärung vom 7. Februar 2017:

Lange war es ruhig um den Kiezladen Friedel 54. Einiges ist passiert, an der beschissenen Ausgangslage hat sich leider nicht viel geändert. Im Gegenteil, der Tag, gegen den wir nun schon so lange ankämpfen, rückt näher: Die drohende Räumung unseres kleinen, sozialen Zentrums nach über 13 Jahren.

Friedel54 verteidigen

Aber erstmal ein paar Ausschnitte, was die letzten Wochen und Monate der relativen Stille bei uns passiert ist:

Initiative der Hausgemeinschaft

Die solidarische Hausgemeinschaft der Friedelstraße 54 schickte einen Brief an die Pinehill s.à.r.l., sowie die Secura Hausverwaltung. Das Ziel: Ansprechpartner*innen finden, das Haus dem Markt entziehen und endlich Ruhe vor allen Spekulant*innen haben. Immer wieder wurde betont, dass neben dem eigenen Schicksal, der Kiezladen im Erdgeschoss des Hauses bleiben muss.

Man habe kein Interesse das Haus zu verkaufen stand in der kurzen nüchternen Antwort und auf den Kiezladen wurde gar nicht erst eingegangen. In einem Redebeitrag auf der Demo „Rebellische Nachbarn – Solidarische Kieze – Stadt von unten“ wurde der Solidarität durch die Hausgemeinschaft ebenso Ausdruck verliehen.

Fahrt nach Luxemburg

Freund*innen des Kiezladens wagten Ende Dezember den Versuch, den vermeintlichen Briefkasten der Eigentümerfirma Pinehill s.à.r.l. in Luxemburg aufzusuchen. Wider Erwarten wurden sie dort von Vertreter*innen einer, der Pinehill verbundenen, Firma empfangen. Wie sich in einem erstaunlich offenen Gespräch herausstellte, waren die Vertreter*innen der Eigentümerseite wenig über die konkreten Abläufe in Berlin informiert. Im Gegensatz zu den bisherigen Aussagen der Hausverwaltung, hat diese viel mehr operative Befugnisse.

Heruntergebrochen: Pinehill parkt in Berlin Kohle und interessiert sich nicht sonderlich für das operative Geschäft. Die Secura Hausverwaltung kümmert sich nicht nur um ein bisschen Putzen und Miete verwalten, wie sie immer glauben machen wollte, sondern fungiert als operativer Eigentümer, besitzt also auch die Entscheidungsgewalt über Mietverlängerungen und alles was damit zusammen hängt. Frédéric Gautier Winther – Geschäftsführer der Pinehill – sitzt derweil im sonnigen Texas und zählt die Rendite. Wie diese geschöpft wird, dürfte ihm herzlich egal sein, dass sein Investmentkonzept keine Graswurzelstrukturen in Berlin mit einschließt, ist sicher.

Besuch bei der Secura Hausverwaltung

Mit dem neu gewonnen Wissen gingen Unterstützer*innen des Kiezladens zur, in Berlin beheimateten, Hausverwaltung um sie damit zu konfrontieren und legten ein Angebot vor, das sie nicht hätten ablehnen können. Oder sollen. Und zwar einen Mietvertrag über die Räumlichkeiten im Erdgeschoss, zu den selben, finanziellen Konditionen wie vor der Kündigung, über eine Laufzeit von 54 Jahren, mit einer beidseitigen Option zu einer weiteren Verlängerung über weitere 30 Jahre. Dies hätte eine Win-Win-Win-Situation für alle Beteiligten bedeutet. 54 Jahre Ruhe für die Secura-Hausverwaltung und die Pinehill s.à.r.l. und 54 Jahre sorgenfreie Existenz des Kiezladens und somit 54 Jahre Kraft für rebellische Kiezarbeit, solidarische Nachbarschaften und allerlei anderen Schabernack.

Dieses, wirklich unschlagbare Angebot wurde von der Secura, angeblich im Namen der Pinehill, aus uns unerfindlichen Gründen abgelehnt. Die Vermutung liegt nahe, das ein im Kiez verankerter, unkommerzieller und widerständiger, sozialer Raum, nicht so sehr in die Kalkulation der beteiligten Akteure passt, wie etwa ein VintageCocktailStreetfoodCreativeCoWorkingGalleryArtistSpace, mit Bio-Macbooks aus der Region.

Das bedeutet, dass voraussichtlich alle juristischen und diplomatischen Wege, den Kiezladen zu erhalten, ausgeschöpft sind. Bereits der Vergleich im Oktober vergangenen Jahres, glich eher einer Erpressung á la „entweder wir prügeln euch jetzt raus, oder in 6 Monaten“, als einer Entscheidung im Sinne der ansässigen Bewohner*innen. Klassenjustiz, wie wir sie nicht anders gewohnt sind und sich einreiht in die geifernde Verfolgung und gewünschter Verurteilung unserer Freund*innen Aaron, Cem, Ali, Balu und Thunfisch. Aber so wütend uns diese Farce macht, so sind sie leider nur die Spitze eines hässlichen und stinkenden Eisbergs, der in den letzten Monaten nicht kleiner geworden ist. Im Gegenteil.

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