Archiv für Dezember 2016

Gegen die Stadt der Reichen

Bekanntmachung zu Neubau in Neukölln

Nordneukölln und im speziellen die an Kreuzberg angrenzenden Kieze zwischen Landwehrkanal und Sonnenallee sind seit vielen Jahren von rasant steigenden Mieten, Aufwertung und Verdrängung betroffen. Die Bewohnerschaft hat sich bereits stark verändert und die, die zwischen Ferienwohnungen, Hipster-Kneipen und Bio-Bäckerei noch übrig geblieben sind, müssen oft um ihre Zukunft fürchten. Lange ist es her, dass die dunklen Ecken Neuköllns einen schlechten Ruf hatten. Es ist attraktiv geworden, hier zu investieren und verspricht der Immobilien-Branche lukrative Geschäfte.

Doch dem Druck dieser Entwicklungen wollen nicht alle einfach so klein bei geben. Immer wieder hört man von Menschen und Initiativen, die sich dagegen zur Wehr setzen, wie z.B. die Friedel 54 und den dortigen Kiezladen, dem nächstes Jahr die Räumung droht oder „Unser Block bleibt“ zwischen Nansen- und Panierstraße. Aber auch die Problematik der Ferienwohnungen im Kiez, hat schon GegnerInnen auf den Plan gerufen, welche im Sommer kurzzeitig eine Ferienwohnung am Maybachufer besetzt hatten.

Den Stein ins Rollen bringen

Am Maybachufer, zwischen Lidl und Nansenstraße soll nun ein weiterer „Wohnungsbau in höchster Qualität, vom Microapartment bis zur zweigeschossigen Penthouse Wohnung“ entstehen.

Das Projekt, unter der Planung von „Patzschke Schwebel Architekten“ lässt nichts Gutes ahnen. Ist doch mittlerweile allen aufmerksamen Bewohner_Innen dieser Stadt und vor allem in den Innenstadtbezirken klar, was der Bau von Eigentumswohnungen in „höchster Qualität“ für die Umgebung bedeutet und das dies zu weiteren Spannungen auf dem Wohnungsmarkt führen wird. Keineswegs aber den Bedürfnissen der Menschen hier im Kiez entspricht. Deswegen sagen wir: Wir brauchen eure teuren Appartements nicht. das „Wertvolle vergangener Epochen“ geht den meisten Menschen am Arsch vorbei, solange sie nicht wissen, wie sie nächsten Monat ihre Miete bezahlen können. Um auf dieses Bauvorhaben aufmerksam zu machen, haben wir am Samstag Nachmittag an dem Bauzaun des Geländes die Schriftzügen: „Niemand hat die Absicht, Eigentumswohnungen zu errichten“ und „Gegen die Stadt der Reichen“ angebracht.

Lasst uns zusammen kommen und die Vereinzelung durchbrechen. Lasst uns Widerstand gegen solche Bauprojekte organisieren. Unser Block bleibt! Friedel 54 bleibt! Wir bleiben Alle!

Lasst uns den Stein ins Rollen bringen – Gegen Patzschke und Konsorten – Gegen die Stadt der Reichen.

Gegen die Stadt der Reichen

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aus indymedia 21.12.2016
(B) Gegen die Stadt der Reichen – Bekanntmachung zu Neubau in Neukölln

Zwangsräumung durchgesetzt

Mit einem massiven Polizeieinsatz wurde heute morgen die Zwangsräumung von Tom in der Skalitzer Str. 64 im Nachbarbezirk Kreuzberg durchgesetzt. Über 30 Wannen im Einsatz, stundenlange Strassensperrung, Abriegelung mit Gittern, Polizeihunde: der neue Senat zeigt, wem er dient.

Hier die Pressemitteilung vom Bündnis Zwangräumung verhindern:

PM: Zwangsräumung in der Skalitzer Str.

200 Menschen haben sich heute früh ab 6:00 in Kreuzberg vor der Skalitzerstraße 64 versammelt um gegen eine Zwangsräumung zu protestieren. Die Polizei war mit über 40 Polizeiwannen im Einsatz und sperrte das Haus massiv ab. Tom wurde nach über 30 Jahren aus seiner Wohnung geräumt und ist nun obdachlos.

Die heutige Zwangsräumung war der zweite Versuch. Am 24. November konnten 150 Menschen die erste Räumung erfolgreich blockieren, die Polizei fuhr wieder weg. Heute sperrte die Polizei die Skalitzer Straße vom Schlesischen Tor bis zum Kottbuser Tor über mehrere Kilometer ab. Im ganzen Wrangelkiez standen Polizeifahrzeuge auf Kreuzungen, Polizeihunde wurden bereitgehalten. Die Skalitzerstraße vor dem Haus und die Oppelenerstraße waren mit Hamburger Gittern abgesperrt, dahinter dutzende Polizeiwannen abgestellt. Der Wrangelkiez glich einer Polizeifestung.

David Schuster sagt zum Polizeieinsatz: „Es macht wütend mit welchem Aufwand die Polizei Zwangsräumungen durchsetzt. Vermieter lassen zwangsräumen, weil sie mehr Profite machen können. Die Mieter finden danach häufig keine Wohnung mehr und sind obdachlos. Es ist schockierend, wie Profite in Berlin mit Gewalt durchgesetzt werden. Das Recht auf Wohnen wird mit Füßen getreten. Nach einem solchen Polizeieinsatz fragt man sich, ob die Polizei nichts besseres zu tun hat, als Mieter auf die Straße zu setzen.“

Tom wohnt seit über 30 Jahren in seiner Wohnung. Vor einem Jahr wechselte der Vermieter und versuchte sofort Tom zwangsräumen zu lassen. Der Vermieter hat dutzende weitere Häuser in Berlin und hat sich mit seinen Profiten eine Riesenvilla in Ibiza bauen lassen. Sara Walther meint: „Vermieter freuen sich über steigende Mieten in Berlin, sie können immer mehr Geld machen. Menschen mit geringen Einkommen werden aber immer mehr an die Wand gedrängt.“

Über 20 Zwangsräumungen konnten vom Bündnis „Zwangsräumung Verhindern“ schon durch Druck auf Vermieter, Aktionen und Gerichtsbegleitung verhindert werden. Einige weitere Zwangsräumungen wurden aber auch durchgesetzt. Mieter landen danach häufig monate bis jahrelang in teuren, aber schäbigen Obdachlosenunterkünften, die vom Staat bezahlt werden. Der Staat bezahlt also die Räumung und die danach erfolgte Unterbringung, damit der Vermieter die Wohnung teurer vermieten kann. David Schuster sagt: „Die Verdrängung in Berlin geht weiter. Jeden Tag werden Menschen zwangsgeräumt oder müssen ihre Wohnung verlassen. Aber auch der Widerstand geht weiter. Wir stellen uns Zwangsräumungen entschlossen entgegen!“
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Bündnis Zwangsräumung Verhindern

zwangsraeumungverhindern@riseup.net
Bündnis Zwangsräumung Verhindern

www.facebook.com/zwangsraeumungverhindern
twitter.com/BuendnisZRV

ein aktueller Radiobericht auf freie-radios.net Zwangsräumung in Berlin-Kreuzberg

Zwangsräumung am 20. Dez. verhindern

Zwangsräumung verhindern

Aufruf vom Bündnis Zwangsräumung verhindern

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Zwangsräumung verhindern!
Dienstag, 20.12.16 / 6:30 Uhr
Skalitzer Straße 64, 10997 Berlin Kreuzberg
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Der erste Zwangsräumungsversuch der Wohnung von Tom in Kreuzberg konnte erfolgreich blockiert werden. Mehr als 100 Leute versammelten sich in Solidarität vor dem Haus, die Gerichtsvollzieherin traute sich nicht in die Wohnung. Sie rief die Polizei und diese rückte aber auch wieder ab. Die Zwangsräumung war erfolgreich verhindert.

Nun gibt es, wie zu erwarten, den nächsten Räumungstermin. In anderen Fällen konnte die Zwischenzeit gut genutzt werden um die Räumung auch längerfristiger abzuwenden. Wir gehen aber derzeit davon aus, dass es zum zweiten Räumungsversuch kommen wird.

Es ist besonders unmenschlich kurz vor Weihnachten und im tiefsten Winter Menschen auf die Straße zu setzen. Die brutale Zwangsräumung wird nur durchgesetzt, damit der Vermieter die Wohnung anschließend teurer vermieten kann.

Aber wir werden uns auch dem zweiten Versuch solidarisch entgegenstellen und unseren Protest gegen Verdrängung sichtbar machen. Wir wollen, dass Wohnungen keine Ware mehr sind und die steigenden Mieten in Berlin gestoppt werden.

Die Räumung ist auf 7:00 angesetzt, es ist wichtig schon davor zur Wohnung zu kommen. Tom bleibt – Zwangsräumung verhindern!

Demo 16. Dezember: Faschos verpisst euch!

Gemeinsam gegen rechte Hetze & Gewalt

Freitag 16.12. / 18 Uhr / Hermannplatz

Das k-fetisch ruft nach dem Angriff auf das Kollektivkaffee und weiteren rechten Anschlägen in Neukölln zu einer Demonstration für den kommenden Freitag auf, die wir gerne unterstützen. Hier der Aufruf des k-fetisch:

(english below)

In der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember gab es Neukölln mindestens drei Angriffe von Faschist*innen: Auf das linke Kollektivkaffee k-fetisch wurde ein Brandanschlag verübt; der Buchladen Leporello, in dem 10 Tage zuvor eine AfD-kritische Veranstaltung stattfand, wurde mit Pflastersteinen attackiert; die Privatwohnung eines linken Aktivisten wurde mit Steinen und Farbe angegriffen.

Zumindest beim Brandanschlag auf das k-fetisch nahmen die Täter*innen die Gefährdung von Menschenleben billigend in Kauf, da sich das k-fetisch in einem voll besetztem Wohnhaus befindet. Diese Angriffe sind nicht die Ersten und werden nicht die Letzten gewesen sein: auf der Facebook-Seite der Nazi-Gruppe „Freie Kräfte Neukölln“ wurde eine Grafik mit linken Orten und eine weitere Grafik mit Geflüchteten-Unterkünften veröffentlicht, die als mögliche Anschlagsziele in Frage kommen sollen.

Ermutigt durch die rechte Hetze in Deutschland und den erstarkenden Nationalismus in Europa, ungehindert durch die Behörden und mit der Erfahrung von über 100 Brandanschlägen auf Geflüchteten-Unterkünfte in den letzten zwei Jahren, sehen sich die Nazis in der Offensive. Dies begünstigt ein gesellschaftliches Klima, in dem Menschen, die nicht ins reaktionäre Weltbild passen, vermehrt Angriffen auf offener Straße ausgesetzt sind.

Das werden wir nicht unbeantwortet lassen – unsere Solidarität gegen eure Hetze! Faschos verpisst euch!

Kommt zur Demo am Freitag den 16.12., 18 Uhr, Hermannplatz.

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Fascists, fuck off!

Together against right-wing agitation and violence!

On the night between the 11th and 12th of November there were at least three assaults by fascists in Neukolln: an arson attack against the left-wing café collective k-fetisch; an attack with stones against the Leporello bookstore, which hosted a meeting against the Afd 10 days ago; an attack with stones and spray-paint against the apartment of a left-wing activist.

At least in the case of the arson attack on k-fetisch, the perpetrators were willing to risk endangering human lives as the café is located on the ground floor of a fully occupied residential house.

These attacks are not the first and they will not be the last: the facebook page of the Nazi group „Freie Kräfte Neukölln“ (Free Forces Neukolln) recently published two graphs, one with left-wing locations and another with shelters for refugees, to be treated as potential targets.

Encouraged by the right-wing agitation in Germany and growing nationalism in Europe, unhindered by the authorities and using the experience of 100 arson attacks against refugee shelters in the last two years, the Nazis are on the offensive. This facilitates a social atmosphere in which people who do not fit into a reactionary worldview are increasingly exposed to open attacks.

We will not leave this unanswered – our solidarity should stand against their agitation.

Fascists, fuck off!
Come to the demonstration on Friday the 16th of December, 18.00 at Hermannplatz.

Facebook -Post vom k-fetisch

Update vom 17.12.2016:

Etwa 1200 Menschen beteiligten sich an der Demo durch den Reuterkiez hin zum Rathaus Neukölln, ohne Musikgeplärre, aber mit lautstarken Parolen gegen Nazis und AFD. Die Berliner Presse hat es bisher nicht für nötig gehalten, auch nur einen Satz dazu zu schreiben.
Fotos von PM Cheung gibt es hier 16.12.2016 – Berlin – Demo

Nazi-Anschläge in Neukölln

In der Nacht von Sonntag 11.12.2016 auf Montag 12.12.2016 kam es zu mehreren Anschlägen von Neonazis.

Lebensgefährlicher Brandanschlag auf alternatives Café in Neukölln

In der vergangenen Nacht von Sonntag 11.12.2016 auf Montag 12.12.2016 ist auf das linke Kollektivcafé „k-fetisch“ (Wildenbruchstraße) ein Brandanschlag verübt worden.

Der Brandsatz war unter einem aufgebrochenen Rolladen deponiert worden. Nur durch glückliche Umstände ist das Feuer erloschen, bevor es den Innenraum erreichen konnte. Das Café befindet sich im Erdgeschoss eines großflächigen Wohnhauses, zahlreiche Menschenleben waren durch den Anschlag akut gefährdet.

Seit längerer Zeit befindet sich das linke Kollektivcafé „k-fetisch“ gemeinsam mit anderen linken Orten im Fokus militanter Neonazis. Zuletzt veröffentlichten die sogenannten „Freien Kräfte Neukölln“ eine Liste dieser Orte. Mehrfach wurden in den vergangenen Monaten im Bezirk bei Menschen, die die Neonazis als politische Gegner einordnen, Scheiben eingeworden und Autos angezündet.

Pressemitteilung in Kooperation mit der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR): facebook k-fetisch

Privatwohnung im Schillerkiez

Einer Privatwohnung im Schillerkiez wurden um 3.20 Uhr ( 12.12.2016) die Fenster mit einem Stein und einem Nutellaglas mit Farbe eingeworfen – das schreibt die betroffene Person. Auch hier wurde glücklicher Weise niemand verletzt. Im Juli diesen Jahres wurde derselben Person unweit der Wohnung das Auto angezündet.

siehe auch:
Blog Störungsmelder, 12.12.2016 Rechte Anschläge in Berlin-Neukölln
ND-Online, 13.12.2016 Brandanschlag auf linkes Café

Buchhandlung Leporello
Update um 14 Uhr:

Die Schaufensterscheiben der Leporello Buchhandlung in Berlin-Rudow sind in der Nacht von Sonntag auf Montag (12.12.2016) eingeworfen worden. Wir gehen dabei von einer rechtsextrem motivierten Gewalttat aus. Die Leporello Buchhandlung ist Teil der Initiative Neuköllner Buchläden gegen Rechtspopulismus und Rassismus. Erst vor Kurzem führte Heinz Ostermann in seinem Buchladen die Veranstaltung „Was tun gegen die AfD? Aufstehen gegen Rassismus!“ durch.

Gegen die Schaufensterscheiben der Leporello Buchhandlung wurden vier Steine geworfen. Da vor dem Geschäft im Bürgersteig keine Steine fehlen, muss davon ausgegangen werden, dass sie gezielt für die Tat mitgebracht wurden. In der Nacht auf Montag attackierten Unbekannte auch das linkspolitische Café k-fetisch in der Wildenbruchstraße 86. Dabei wurde ein Brandsatz deponiert, der glücklicherweise keinen größeren Schaden anrichtete.

Der Angriff auf die Buchhandlung Leporello genauso wie gegen das Café k-fetisch gilt uns allen. Er richtet sich gegen alle, die in einer demokratischen, freien und offenen Gesellschaft leben wollen!

Ganz herzlich bitten wir Euch deshalb ein deutliches Zeichen zu setzen und diesen Post zu liken, zu kommentieren und zu teilen.

entnommen von: Eure Initiative Neuköllner Buchläden gegen Rechtspopulismus und Rassismus

Nachtrag vom 14.12
Inzwischen wurde ein weiterer Angriff bekannt: Auf eine Neuköllner Wohnung außerhalb des S-Bahnringes wurden in der Nacht von Sonntag auf Montag mindestens ein Stein und ein Glas mit Farbe geworfen. Am frühen Montagabend (12.12.) gab es einen weiteren Steinwurf durch ein Doppelfenster. ( nach Informationen des MBR – Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin )

Nazis jagen




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