Archiv für Juli 2016

Nichts Neues in der Weisestr. 47

Der jahrelange Leerstand in dem Haus Weisestr. 47 geht weiter und das Neuköllner Bezirksamt sieht sich nicht in der Lage, was zu tun. Der Eigentümer Conle lässt das Haus seit etlichen Jahren leer stehen, nur zwei Wohnungen im Hinterhaus waren noch bis Anfang 2015 bewohnt. Dagegen wird seit Jahren protestiert mit Flyeraktionen, Kundgebungen Scheinbesetzungen usw. Am 28. April 2012 gab es eine Hausbesetzung , die von der Polizei brutal beendet wurde. So darf das Haus weiter leer stehen, bis der Eigentümer das Haus am profitabelsten verwerten kann.

Vor mittlerweile 2 Jahren ist am 1. Mai 2014 die Zweckentfremdungsverbot-Verordnung in Berlin in Kraft getreten, die Leerstand von Wohnungen sanktioniert. Das Bezirkamt Neukölln weiss Bescheid und kann nichts tun, siehe hier Leerstand bleibt- Politik kann nix tun Im September/Oktober 2015 wurde das Haus dann komplett unbewohnbar gemacht. Alle Innentüren , Kücheneinrichtungen und sanitäre Anlagen wurden herausgerissen, um einer möglichen Beschlagnahmung für Flüchtlinge vorzubeugen.

Hier mal ein paar Infos zum Besitzer:

Henning Conle: Immobilenspekulant Weisestr. 47

Henning Conle ( geb. 1944) ist ein deutscher Immobilienunternehmer aus Duisburg und Sohn des Architekten Heinz Conle, der in den 50er Jahren im Ruhrgebiet mit dem Bau von 18 000 Sozialwohnungen sein Imperium aufbaute.
In Deutschland hat Conle den Ruf eines „Slum Landlords“: jemand, der in heruntergekommenen Vierteln Profit aus Wohnungen schlagen will, ohne in sie zu investieren. In den neunziger Jahren sollen ihm in Hamburg 2.500 Wohnungen gehört haben. Der Hamburger Verein „Mieter helfen Mietern“ bezeichnete Conle einmal als „Phantom“, weil ihn kaum jemand zu Gesicht bekam.
Er besitzt weitere Häuser in Berlin, u.a. in der Wipperstrasse 5 (ebenfalls fast leer). Sie werden von der Westfalia Immobilienverwaltung betreut.
Im Jahre 2014 wurde bekannt, dass er sich für 2 Milliarden englische Pfund mit seiner in Liechtenstein registrierten Gesellschaft Sirosa Luxusimmobilien in London zusammengekauft hat . Er betreibt mit seinen Kindern ein undurchschaubares Geflecht von Firmen, die wahren Geldgeber sind unbekannt.
Inzwischen ist Conle von London nach Zürich in die Schweiz gezogen und lebt dort in einem herrschaftlichen Anwesen am Zürichsee. In der Liste der 300 reichsten Schweizer des Jahres 2015 steht er auf dem 128. Platz mit einem Vermögen von 1250 Millionen Schweizer Franken. Seine jetzige Firma heisst Miwo.

Quellen und Infos:

wikipedia zu Henning Conle

Süddeutsche Zeitung, 16.5.2014
Londoner Luxus statt Duisburger Sozialbau

tageszeitung, 13.5.2014
Geld anlegen – und nichts tun „Slum Landlord“ kauft in Londons City

the guardian, 11.5.2014
London property empire amassed by controversial German landlord

Bilanz, Schweiz
Die 300 Reichsten 2015 Henning Conle Platz 128

Bilanz , 15.03.2016
Betongold-Standard
In Zeiten von Eurokrise und Niedrigzinsen investieren immer mehr Milliardäre in Gründe, Böden und Gebäude, und zwar am liebsten in London. ein Beispiel Conle

14. Juli: Kundgebung vorm Amtsgericht Neukölln

Ein Aufruf vom Bündnis Zwangsräumung verhindern

Kundgebung und solidarische Prozessbegleitung für NaKo-Mieter

Donnerstag, 14.07.2016
Amtsgericht Neukölln, Karl-Marx-Straße 77/79
8:30 Uhr Kundgebung vor dem Gericht
9:30 Uhr Prozess (Saal 228 a)

Die NaKo-Hausverwaltung will aus Profitgründen einen Mieter in der Karl-Marx-Straße räumen lassen, aufgrund von schon bezahlten Mietschulden. Bereits beim ersten Prozess im April machte der Anwalt der NaKo klar, dass für ihn nur die Wohnungsräumung in Betracht kommt. Und das obwohl es eine Güteverhandlung war. Diesmal ist damit zu rechnen, dass die Richterin ein Urteil spricht.

Die NaKo wollte bereits eine 7-köpfige Familie aus ihrer Wohnung, ebenfalls in der Karl-Marx-Straße räumen lassen. Dies konnte erstmal juristisch abgewehrt werden. Außerdem gab es im Umfeld der von der NaKo Hausverwaltung verwalteten Gebäude noch mehrere Briefe und Androhungen von Mieterhöhungen sowie Kündigungen, wie uns von verschiedenen Seiten berichtet wurde. Zu einem Treffen in die Räume der Berliner Mietergemeinschaft kamen an die 30 Mieter*innen um sich über die NaKo auszutauschen.

Schon beim ersten Prozess im April unterstützten mehr als ein Dutzend Menschen den Mieter. Dies beindruckte sowohl die Richterin wie auch die NaKo. Seid solidarisch und kommt zur Kundgebung und zum Prozess. Gemeinsam sind wir stark!

Bündnis Zwangsräumung verhindern

PS: Es gibt Kaffe, Schnittchen und lustige Sonnenbrillen.

Refugee-Protest vor Rathaus Neukölln

Die seit letzten Freitag vor der Jahn-Sporthalle campierenden Geflüchteten ( siehe auch Protest Geflüchteter vor der Jahn Sporthalle sind heute Mittag mit Unterstützer_innen in einer kleinen Demo von etwa 70 Menschen zum Rathaus Neukölln gezogen. Dort fordern sie eine menschenwürdige Unterkunft in Wohnungen oder einem Wohnheim. Sie wollen nicht in das Massenlager in den Hangars des Flughafengebäudes Tempelhofer Feld. Gespräche mit Verantwortlichen brachten keine Lösung und die Geflüchteten sind zurück zur Jahn-Sporthalle.

Ein informativer Artikel ist bei der Berliner Zeitung Online Neukölln Flüchtlinge protestieren gegen Verlegung nach Tempelhof

Ausführlicher Bericht auf indymedia von heute:
[B] Protest der Geflüchteten aus Jahn-Sporthalle geht weiter

Geflüchtete protestieren vor Rathaus Neukölln

Texte auf den Plakaten:
Alle Menschen haben das Recht, selbst über Nahrung und Unterkunft zu entscheiden!
Wir brauchen Raum zum Lernen – keine Massenunterkunft
Wohnen ist ein Grundrecht
Ihr wollt, dass wir uns integrieren, dann schafft uns bitte Wohnraum

Geflüchtete protestieren vor Rathaus Neukölln

Update vom 12.7.2016
Presseartikel
Berliner Morgenpost Online, 12.7.2016 Syrische Flüchtlinge wollen nicht in Hangars umziehen

Berliner Zeitung, 12.7.2016 Neukölln Flüchtlinge protestieren gegen Verlegung nach Tempelhof

Protest Geflüchteter vor der Jahn-Sporthalle

Gestern, am Freitag den 8.7., wurde die NUK Jahn Sporthalle am Columbiadamm “freigeräumt”. Laut Aussage der dort jetzt Campierenden kamen Familien in Heime. Welche ist unbekannt. Einige Geflüchtete, die in den Hangar wollten, plus eine albanische Familie, die abgeschoben werden soll, kamen in den Hangar. Einige Männer gingen zum LAGESO, um zu protestieren. Sie wollen nicht in den Hangar, sondern in Heime. Es hatte schon im Vorfeld Gespräche gegeben. Als sie zurück kamen, war die Halle leer und sie wurden aufgefordert in den Hangar zu gehen. Sie ließen sich draußen vor der Halle nieder und verbrachten dort, mit ein paar Unterstützer_innen, die Nacht.
In der Nacht beschlagnahmte die Polizei dann Feldbetten und eine grosse Regenplane. Dazu gibt es eine Fotoreportage von Björn Kietzmann Refugees protest at Jahn-Sporthalle .
Derzeit sind die Menschen noch vor Ort und brauchen solidarische Unterstützung. Die Polizei hält sich zuruck, macht aber Stress, wenn Transparente sichtbar werden, siehe Foto. Sie mussten entfernt werden. Wenn das Bezirksamt eine Anzeige erstattet, müsste die Polizei die Fläche vor der Halle räumen. Das hat sie so angekündigt.

Protest Geflüchteter vor Jahn-Sprthalle

Polizei gegen Transparent

Update 19 Uhr
Aktueller Bericht zur Situation auf indymedia [B] Protest von Geflüchteten vor Unterkunft in Jahn-Sporthalle in Neukölln
Artikel Tagesspiegel Online Flüchtlinge wollen nicht in Hangars umziehen

Statement der Refugees aus der geräumten JSH am Columbiadamm

Wir sind Refugees aus der JSH am Columbiadamm und erwarten eine Lösung für das gegenwärtige Problem. 150 Menschen lebten hier, 120 davon wurden bereits an andere Orte gebracht. Wir sind jetzt noch 30 Verbliebene, die keine Unterkunft mehr haben und auf der Straße sind. Wir suchen nach besseren Orten.
Seit zehn Monaten waren wir hier und hatten 130 Euro pro Monat zur Verfügung. Dies reicht nciht für eine Person. Dieser Ort ist miserabel.
Wir haben die ganze Zeit umsonst auf einen besseren Ort gewartet.
Nachdem wir gelitten haben, sagten Sie, dass wir in einen noch schlechteren Ort kommen sollen. Von Schlecht zu noch Schlimmer.
Hier 150 und dort tausende Menschen. Mehr Krankheit, mehr Wahnsinn. Dort ist es unmöglich sich zu integrieren und soziale Kontakte aufzubauen.

Unsere Forderungen sind jetzt:
1. Einen guten menschenwürdigen Platz für uns zu finden, nicht Tempelhof und auch nicht wie Tempelhof

2. Nicht genötigt oder gezwungen zu werden nach Tempelhof zu gehen

3. Nicht gezwungen zu werden dieses sterile Essen zu uns zu nehmen

4. Beeilt euch damit eine Lösung gefunden wird, weil ihr unser Vertrauen verliert. Bitte rettet uns von der Hölle der Straße und der Obdachlosigkeit. Wir erwarten eure Hilfe.

Danke die JSH

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We are refugees from the JSH (Jahnsporthalle) in Columbiadamm, waiting for a
solution for the problem here. There were 150 people living here, they already
transfered 120 people in other places. We are still 30 persons with no places,
in the street we are searching for better places. We have been living here for
10 months with a payment of 130 € per month. This is not enough for a single
person and this place is miserable. We waited all this time for a better place
for nothing. After suffering they said, we go to a even worse place. From bad to
worse. Here 150, and there thousands of people. More illness/sickness there. You
are unable to integrate and to get social contact there.

Our demands now are:

1. To find a good place for us, as human-beings, not like/instead of Tempelhof.

2. Don‘t pressure us to go to Tempelhof.

3. Don‘t force us to eat this plastic food.
4. Hurry up to find a solution, because you are losing our trust. Please save us
from the hell of the street and the homeless status.

We are waiting for your help. Thank you!

The JSH

PS: Unterstützung Vorort: Columbiadamm 192 jederzeit wilkommen

Abschiebungen von Roma stoppen!

Demonstration: Abschiebungen von Roma stoppen! Bleiberecht für alle Roma!
Sonntag, 10.Juli.2016 // 14:00 // Hermannplatz

Soli-Demo für Roma

Image Details:

Wir fordern ein bedingungsloses Einreise- und uneingeschränktes Bleiberecht für Rom*nja , welches rein aus historischer Verantwortung eigentlich schon längst selbstverständlich sein sollte. §23 Aufenthaltsgesetz räumt dem Bundesinnenministerium des Innern und obersten Landesbehörden das Recht ein, Rom*nja als einer bestimmten Gruppe ein solches Aufenthaltsrecht zu gewähren. Im Rahmen einer Gleichbehandlung mit den Jud*innen aus Osteuropa muss auch Rom*nja ein solches Aufenthaltsrecht gewährt werden.

Abschiebestopp, jetzt und für immer!

Weitere Informationen: supportromaprotest.blogsport.de

Kontakt unter :Email supportromaprotest@riseup.net




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