Archiv für April 2016

Das Wort zum 1. Mai

Kämpfen! Streiken! Besetzen!

18.00 Uhr / Oranienplatz : Hände weg vom Wedding, Kiezladen Friedel54, Radikale Linke Berlin, Antifaschistische Linke Jugend und Klassenkampf-Block organisieren gemeinsam einen eigenen Block auf der Revolutionären 1. Mai Demonstration. Dies richtet sich an alle antiautoritären Linken: Hinein in unseren Block!

Der Aufruf

Revolutionäre 1. Mai Demo 2016

Das Leben wird prekärer und repressiver. Ob in der Schule, den Betrieben, vor dem LaGeSo oder auf dem Jobcenter die gesellschaftliche Kälte greift nicht erst seit dem Rechtsruck – hierzulande und global – um sich. So schwierig die Situation scheint, so gibt es doch viele Beispiele des Widerstandes.

Steigende Mieten, die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen, Zwangsrämungen oder rassistische Polizeikontrollen: Rassismus und soziale Ausgrenzung sind allgegenwärtig und prägen das Leben in Berlin. Umso wichtiger ist es, dem eine solidarische und antikapitalistische Perspektive entgegenzusetzen. Grenzen zu überwinden bedeutet, dass antirassistische und stadtpolitische Kämpfe zusammengehören – ob im Widerstand gegen Lagerindustrie, die Geflüchtete in Massenunterkünfte sperrt, oder gegen kapitalistische Renditeinteressen.

Soziale Zentren für alle müssen her, um sich kennenzulernen, zu vernetzen und um die Entfremdung, Isolierung und Entsolidarisierung im Kapitalismus aufzubrechen. Rassismus und Verdrängung kann durch kollektive Räume der Kampf angesagt werden. Wohnraum darf nicht dem Senat oder dem „Wohlwollen“ von Investor*innen überlassen werden: Gemeinsam und selbstorganisiert müssen wir dafür kämpfen, unsere Räume zu verteidigen und neue zu schaffen.

Mit dem sicherheitspolitischen Konzept von „Gefahrengebieten“ wie in der Rigaer Straße sollen kapitalistische Profitinteressen mit Polizeigewalt durchgesetzt werden. Es handelt sich dabei auch um einen Frontalangriff auf alternative Wohn- und Kulturprojekte wie aktuell die Friedel54, die Köpi, das M99 und zahlreiche andere. In Friedrichshain, Neukölln, Wedding und anderen Bezirken sind Senat, Bezirke und Polizei die willigen Vollstrecker*innen der Interessen von Investor*innen.

Neben der künstlichen Verknappung von Wohnraum wird parallel Druck auf die Lohnabhängigen ausgeübt. Der elendigen Verwaltung durch das Jobcenter setzen wir solidarische Begleitung und Entschlossenheit entgegen. In Zeiten des Erstarkens nationalistischer und sozialchauvinistischer Positionen müssen wir unsere gegenseitige Solidarität nicht nur virtuell zeigen, sondern aktiv zu leben. Neben der Frage um menschenwürdiges Wohnen gilt es, prekären Arbeitsbedingungen den Kampf anzusagen. Vernetzung mit den Kolleg*innen – im Betrieb und international – bedeutet eine Absage an die Konkurrenzlogik und kann kollektiven Widerstand gegen eine kapitalistische, menschenverachtende Unternehmenslogik schaffen. Wir dulden nicht, dass illegalisierte oder geflüchtete Menschen und eine angebliche „Stammbelegschaft“ gegeneinander ausgespielt werden.

Wir machen auch jene Kämpfe sichtbar, die in der patriarchalen Gesellschaft verschwiegen oder deren Bedeutung relativiert werden. Eine solidarische Perspektive bedeuten auch immer, Kämpfe gegen sexistische, patriarchale Unterdrückung mitzudenken. Denn nach wie vor wird die zum großen Teil von Frauen* geleistete Arbeit im Haushalt, bei der Pflege und Erziehung schlecht oder gar nicht bezahlt. Die geschlechtsspezifische, ausbeuterische Arbeitsteilung ist eine Grundlage der herrschenden patriarchalen Verhältnisse.

Es gibt viel zu tun, und noch mehr zu gewinnen. Wir müssen im Alltag mehr zusammenstehen, uns organisieren und gemeinsam gegen Rassismus, Patriarchat und Kapitalismus kämpfen. Gesellschaftliche Freiheit entsteht nicht durch das bloße Hoffen und das „richtige“ Kreuz auf dem Wahlzettel. Ob im Betrieb oder in den Häusern: Eine solidarische und klassenlose Gesellschaft können wir nur selbst schaffen!
Kämpfen! Streiken! Besetzen!

Laßt uns gemeinsam am 30. April und 1. Mai auf die Straße gehen!
Kommt in unseren Block!

entnommen: Selber machen: Kämpfen! Streiken! Besetzen!

30. April: Auf die Strasse für die Friedel54

und natürlich auch für alle andere von Ausgrenzung und Verdrängung bedrohte Menschen und Projekte!

Am Samstag finden zur Unterstützung des bedrohten Kiezladen Friedel54 diverse Aktivitäten statt, auf denen wir unsere Solidarität bekunden sollten.

Samstag, 30.4.2016

13.00 Uhr / Kiezladen F54 : Final Countdown Brunch

15.00 Uhr / Hermannplatz : Kundegebung “Gegen Verdrängung, Ausgrenzung und die Kündigung der Friedel54. Für die solidarische Stadt von unten!” anschließend gemeinsame Anreise zur Demo in den Wedding (16.00 Uhr)

16.30 Uhr / U-Bhf Osloer Straße : Demonstration “Organize – Nachbar*innen gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung”

18.30 Uhr / Reuterplatz (Nord-Neukölln) : Kundgebung und Konzert gegen die Kündigung des Kiezladens Friedel54

Kundgebung Friedel54

Solidarische Kieze aufbauen!

Stadtteilpolitische Bewegungen werden sich am 30.04.2016 in Berlin auf die Straße begeben, um bestehende, gemeinsame Kämpfe gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung sichtbar zu machen. Ziel des Tages ist nicht nur, Kämpfe durch Sichtbarmachung zu unterstützen, symbolisch zusammenzuführen: um nicht nur bei einer Symbolpolitik stehen zu bleiben, müssen die Schnittpunkte der unterschiedlichen und dennoch zusammengehörenden Kämpfe auch im Alltag betont und praktisch begreifbar gemacht werden.

Der 30.04. muss daher weiter als stadtpolitischer Aktions- und Kampftag im kollektiven Gedächtnis beworben werden.
Wir, stadtteilpolitische Aktive aus vielen Kiezen Berlins, rufen dazu auf, nicht nur am 30.04. und am 01.05. auf die Straße zu gehen, sondern vielmehr tagtäglich antikapitalistische Widerständigkeit und Solidarität zu leben:

Call for Action Mai 2016

„Solidarische Kieze aufbauen – Für einen antikapitalistischen Widerstand“

Der 30. April hat als politischer Kampftag eine lange Tradition. In Berlin findet an diesem Datum seit 2012 eine der größten regelmäßigen antikapitalistischen Demonstrationen statt – so auch 2016 unter dem Motto „Organize – United Neighbours gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung“. In jedem Jahr gehen tausende Menschen für eine soziale Bewegung von unten auf die Straße. Diese umfassende Kampfansage gegen die herrschenden Verhältnisse richtet sich gegen eine übergreifende Politik der Ausgrenzung und umfasst Themen wie Stadtentwicklung und Mietenpolitik ebenso wie antirassistische Felder.

Allerdings sind Demonstrationen immer nur auf einen kleinen Teil der Stadt beschränkt. Die behandelten Probleme gehen aber weit darüber hinaus. Sie betreffen viele Menschen. Doch ein Großteil von ihnen weiß kaum etwas von den Protestmöglichkeiten. Das wollen wir in diesem Jahr ändern!
Lasst uns den 30. April 2016 zu einem stadtweiten antikapitalistischen Aktionstag machen! Es wird im Vorfeld Veranstaltungen in vielen Berliner Kiezen geben, um mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen und sie zur Demo einzuladen. Es wird am Tag selbst Kiez-Vortreffpunkte geben, damit Leute gemeinsam als solidarische Kiez-Gruppe anreisen können.

Und das Beste ist: Alle können mitmachen! Organisiert selbst Veranstaltungen in euren Kiezen. Geht in Lager vor Ort und erzählt den Leuten von der Demo. Stellt Vortreffpunkte zur gemeinsamen Demo-Anreise vor oder verteilt Flyer und Plakate, geht Kleben oder Sprühen. Alle Aktionsformen sind willkommen, um unseren Widerstand möglichst breit zu streuen. Präsenz ist Trumpf.

Tragen wir gemeinsam den Kampf für eine antikapitalistische Alternative in die Kieze!

Dates for Action Aprl/Mai 2016

Müll + Vegan = Gentrifizierung

Na ja, ganz so simpel ist das dann doch nicht. Aber die Zunahme von Müll in den Strassen und das vermehrte Eröffnen von veganen/vegetarischen Läden und Imbissen sind schon Gradmesser geworden für die Aufwertung und/oder Gentrifizierung von Stadtteilen.

Im Norden Neuköllns ist die Vermüllung von Strassen seit Jahren ein beliebtes Thema von Politik und Medien und sie wird auch gerne den Armen und Migranten als Verursacher untergejubelt. Dabei hat schon vor Jahren ein BSR-Mitarbeiter in einer QM-Zeitschrift verkündet, dass der meiste Dreck in der Weserstrasse zu finden ist, dem Hotspot der Party- und Feierkultur.
Nun startet die Neuköllner Bezirksbürgermeisterin Giffey die Aktion Antimüll ( Pressemitteilung) und belegt mit einer Karte, dass die stärksten Müllaufkommen im aufgewerteten Reuterkiez und Schillerkiez zu finden sind:

Müllkarte Neukölln April 2016

Müllkarte Neukölln April 2016

Hier die Liste mit den Spitzenreitern des Drecks aus der Pressemitteilung:

Neuköllner Müll-Hotspots

An den 5 „Top-Hotspots“ soll nun alle 2 Tage nachgeschaut und wohl entsorgt werden. Nicht, dass Menschen das als Empfehlung sehen, dass hier die schnelle Entsorgung garantiert ist.

An diesem Wochenende gab es nun zwei Neueröffnungen von Läden mit veganen bzw. vegetarischen Essen. Die eine mit riesigem Pressegetöse und die andere ohne Beachtung.
In der Karl-Marx-Strasse 9 feierte das von grossmäuligen Hipstern betriebene „Dandy Diner“ Eröffnung, siehe das Interview Vegan, versaut, formvollendet in der FAZ. Eine grosse Schar von Partyvolk sorgte dann für ein schnelles Ende des offenen Teils, wie im Tagesspiegel zu lesen ist Zu viele Gäste: „Dandy Diner“-Eröffnung abgebrochen

Eröffnung Dandy Diner abgebrochen

Screenshot Tagesspiegel Online 17.4.2016

Ohne Tamtam der Medien versucht es ein türkischer Laden mit veganen/vegetarischen Speisen in der Herrfurthstr. 32 , nachdem ein ähnlicher Laden in der Hermannstrasse geschlossen worden ist.

Neuer Imbiss Herrfurthstrasse April 2016

Kostenlose Mieter_innenberatung für Alle

Im Kiezladen Friedel54 in der Friedelstrasse 54 gibt es in den nächsten Wochen 3 Termine mit einer kostenlose Mieter_innenberatung für Alle. Ein Anwalt mit jahrelanger Erfahrung im Miet- und Sozialrecht beantwortet Fragen und hilft mit Tipps und Tricks.

Mittwoch, 13. April 18:30-19:30 Uhr
Mittwoch, 11. Mai 18:30-19:30 Uhr
Freitag, 27. Mai 13:30-14:30 Uhr

Mieterberatung Friedel54

Mieterberatung Friedel54




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