Archiv für Juni 2015

Milieuschutz im Schillerkiez? Veranstaltung 30. Juni

Infoveranstaltung am Dienstag, den 30. Juni 2015

Warnung vor Verdrängung

Liebe Nachbarn im Schillerkiez,
Ihr werdet in ein paar Tagen Post im Briefkasten haben. Verschickt hat diesen Brief das Bezirksamt Neukölln. Darin befindet sich ein Fragebogen zur sogenannten “Sozialen Erhaltungsverordnung”, auch Milieuschutz genannt. Das Bezirksamt will mit dieser Voruntersuchung überprüfen, ob der Schillerkiez zum Milieuschutzgebiet erklärt werden kann. Damit könnten Luxus-Modernisierungen, Zusammenlegung von kleinen Wohnungen und die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen untersagt werden. Im Mai gab es diese Untersuchung schon für den Reuterkiez.

Soll der Fragebogen nun ausgefüllt werden und wenn ja, wie?

Von den einen wird Milieuschutz als wirksames Instrument gegen soziale Verdrängung angepriesen und herbeigesehnt, andere bezeichnen es als Papiertiger ohne jeden Biss. Dazu haben wir 2 Referenten eingeladen.
Einer wird ein paar grundsätzliche Worte zum Milieuschutz und seinen Möglichkeiten sagen, damit wir uns nicht falsche Hoffnungen machen.
Dann wird jemand aus Alt-Treptow berichten, welche Erfahrungen sie gemacht haben und wie mit den Fragebögen umgegangen wurde . Dort fand im April die Fragebogenaktion statt.

Infoveranstaltung
Dienstag, den 30. Juni 2015, um 20.00 Uhr
Nachbarschaftstreff Mahlowerstr. 27 12049 Berlin

Wir freuen uns über euren Besuch.

Veranstalter Stadtteilgruppe nk44 und Stadtteilsprechstunde Lunte

Weitere Infos:

Pressemitteilung des Bezirksamtes Neukölln zur anstehenden Voruntersuchung Schillerkiez
Untersuchung zum Milieuschutz im Reuterquartier mit der Presseerklärung des Mietenbündnis Neukölln zum derzeitigen Stand.

Platz da — Dragonerareal 25. Juni

Wir brauchen Platz

MieterInnen, NachbarInnen, Initiativen und das Bündnis Stadt von Unten laden am 25. Juni, unter dem Motto „Wir brauchen Platz“, zur Demo und Kundgebung ein. Los geht es um 18 Uhr am Marheinekeplatz, Ziel ist das sogenannte Dragonerareal. Dort wollen wir mit Euch darüber beraten wie es weiter gehen soll mit dem Dragonerareal.

Hat in Berlin nur noch Platz wer ordentlich zahlen kann? Wir sagen nein! Unsere Kieze brauchen nicht noch mehr Kommerz. Kleingewerbe, HandwerkerInnen, Kultureinrichtungen, von Zwangsräumungen Bedrohte, bereits Wohnungslose, SozialhilfeempfängerInnen, prekär Beschäftigte, Geflüchtete, MieterInnen und HausprojektlerInnen… – das sind wir und wir sind Teil unserer Nachbarschaften und in dieser brauchen wir auch unseren Platz.
Das sogenannte Dragonerareal:
Wieder einmal soll in Berlin-Kreuzberg, diesmal am Mehringdamm, eine Fläche zum Höchstpreis durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben privatisiert werden, um dort mit hochpreisigem Wohnungs- und Gewerbebau Gewinn zu machen. Es wird so getan als ob hier alles leer sei. Dabei arbeiten mehr als 15 Betriebe auf dem Gelände, polstern Möbel, reparieren Autos, bilden Taxifahrer aus und lassen uns nachts im Club tanzen – alles Dinge, ohne die wir in der Stadt nicht leben wollen.
Warum also sollen gerade diese Betriebe, die für so viele andere in Berlin stehen, verdrängt werden? Warum wird nicht im Gegenteil mehr Platz für Kleingewerbe und Wohnungen mit wirklich bezahlbaren Mieten geschaffen?
Wir wollen uns daher versammeln und anschließend beraten:
Wie weiter mit dem Dragonerareal?!

25.JUNI 2015 um 18:00 // START: Marheinekeplatz

Sagt es weiter, kommt zahlreich & bringt Stühle mit!

Aufruf der Initiative Stadt von Unten

ein weiterer Aufruf zur „Wir brauchen Platz“-Demo und zur Unterstützung der Auseinandersetzungen um das „Dragonerareal“ Hinterm Amt liegt der Strand –

Die Emserianer

Aktiv im Kiez. Ein Bericht aus der Emser Strasse.

Hä? Was ist denn bitte ein Emserianer?
Es ist kein neu entdeckter unbekannter Fisch der Tiefsee. Es hat nichts mit dem Emsersalz zu tun und auch nichts mit Marsianern. Emserianer sind Menschen wie du und ich. Sie leben in Neukölln- vorzugsweise in der Emser Straße. Es ist eine neue Spezies, die sich nichts gefallen lassen will. Eine die gegen den Strom schwimmt. Eine die sich wehrt gegen: Mieterhöhungen durch Modernisierung, Gentrifizierung und Verdrängung. Die Emserianer möchten stattdessen bezahlbare Mieten für alle im Kiez und eine gute Nachbarschaft!

Was bisher geschah….

Die Emserianer trafen sich im Januar 2015 das erste Mal im Leuchtturm. Dort wurden die Nachbarn auf die Situation in der Emser Straße und Umgebung aufmerksam gemacht. Für die meisten Mieter waren Schreiben mit Mieterhöhungen und Modernisierungsankündigungen nichts Neues. Alle, denen ihr zu Hause lieb war, wussten so kann es nicht weitergehen. Somit wurde eine Straßeninitiative gegründet – die Emserianer – die sich für die Mitmenschen in ihrem Kiez einsetzt und ihnen hilft ihre Rechte zu kennen und diese auch wahrzunehmen.
Daraufhin wurde ein 3-wöchiger Stammtisch ins Leben gerufen, um weitere Aktivitäten zu planen. Dort tauchen regelmäßig neue Menschen mit tollen Ideen für die Straße auf. Die Stammtische sind somit auch eine gute Gelegenheit diese Menschen zu vernetzen.
Die Emserianer entschlossen sich in der Bürgersprechstunde im Rathaus Neukölln die Poltiker auf die Entwicklung einer zunehmenden Gentrifizierung in ihrer Straße aufmerksam zu machen. Und sie fragten die Politiker welche Mittel ihnen zur Verfügung stünden, um die ursprüngliche Bevölkerungsstruktur zu schützen. Aus Interna wussten sie bereits, dass in der BVV über einen Milieuschutz in 2 Kiezen Neuköllns nachgedacht wurde. Jedoch waren die Grenzen, wie gross diese Gebiete werden sollten, noch nicht festgelegt. Der Bereich sollte laut den Emserianern so groß wie möglich sein, damit viele der Nachbarn etwas von diesem Gesetz haben würden und nicht ihren teilweise seit Jahrzehnten vertrauten Kiez verlassen müssten. Doch die Mühlen der Politik mahlen leider langsam.

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Schillerkiez soll sauber bleiben

Die Säuberungsaktionen an der Infowand Herrfurthstr. Ecke Weisestr. im Schillerkiez erfolgen in immer geringeren Abstand. Ende Februar wurden die Infoplakte und Ratschläge zum ersten Mal nach über 1,5 Jahren entfernt Säuberung im Schillerkiez , aber kurz darauf war wieder was zu sehen Neues Infoplakat für Mieterinnen – Version 4.0 . Aber im April ging es gleich weiter Sauberer Schillerkiez ?, die neue Wand als 2. Bild in diesem Beitrag Empört Euch! .

Am 9. Juni wird die Hausverwaltung erneut aktiv, ein Handwerker muss ran:

Infowand Schillerkiez 9.6.2015

Infowand Herrfurthstrasse

Und heute am 19. Juni schon wieder:

Infowand Schillerkiez 19.6.2015, 10 Uhr

Infowand Herrfurthstrasse, am Vormittag

Infowand Schillerkiez 19.6.2015, 14 Uhr

Infowand Herrfurthstrasse, am Nachmittag

Aber auch an der Ecke Herrfurthstrasse / Oderstrasse, vorm Eingang zum Tempelhofer Feld, geht das Hin und Her zwischen Graffitis und Übermalen durch die Eigentümer munter weiter. Derzeitiger Zustand:

Neue Runde Neues Glück

Neue Runde Neues Glück / Herrfurthstrasse Ecke Oderstrassse

Eins ist sicher: Der Kampf um den öffentlichen Raum geht weiter. Fortsetzung folgt.

Fressen und gefressen werden

Neues vom Schillerläden-Imperium in der Herrfurthstrasse

Im Jahre 2012 enstanden in der jetzigen „Fressgasse“ , zwischen Weisestrasse und Herrfurthplatz, die Läden Schillerburger, Schiller-Backstube und Schillerbar als erste Nutzniesser von Gentrifizierung und Aufwertung im Schillerkiez. Die Betreiber stellten sich als kleine Jungunternehmer dar, die etwas für den Kiez tun wollten. Das kam aber nicht so an, es gab Rote Farbe im Schillerkiez , die heute noch als authentische Deko an der Fassade von Backstube und Bar zu sehen ist. Zu den Hintergründen dieser Läden siehe auch den Artikel Die Schiller-Läden .

Inzwischen sind die Läden auf der Rennstrecke zum Tempelhofer Feld ein Anziehungspunkt für überwiegend touristisches Publikum, das den Flair des Szene-Kiezes geniessen will. Und das Geschäft mit dem Burger wird immer rentabler und breitet sich aus. Mittlerweile sind es 6 Läden in Berlin , die die Schillerburger Beteiligungs GmbH mit dem Geschäftsführer Ali Cengiz betreibt und zwei weitere Betriebe, die als Franchisenehmer dieses Geschäftskonzeptes agieren. Nun geht es noch weiter aufwärts: Seit Februar 2015 sind die Burger-Restaurants nun Teil der „heristo aktiengesellschaft“, einer familiengeführten Unternehmensgruppe, die zu den umsatzstärksten Unternehmen der deutschen Nahrungsmittelindustrie gehört. Sie ist in verschiedene Geschäftsfeldern aufgeteilt. Die einzelnen heristo-Unternehmen arbeiten operativ weitgehend unabhängig, so jedenfalls steht es auf der Website des Unternehmens.

Aus der Pressemitteilung der heristo ag :
heristo übernimmt Burger-Restaurants SchillerBurger

„Bad Rothenfelde, im April 2015. – Die heristo aktiengesellschaft investiert in eine zukunftsträchtige Branche: Nach der Übernahme des Ultrafrische-Startups YOUCOOK sind seit Februar 2015 auch die Trendgastronomen SchillerBurger ein Teil der Unternehmensgruppe. Damit steigt das Familienunternehmen heristo jetzt auch in den Bereich der modernen Szene-Gastronomie ein. „Mit dem Kauf von SchillerBurger rücken wir noch näher an die Verbraucher heran – davon profitieren auch unsere anderen Bereiche“, sagt Oliver Risken, Mitglied des heristo-Vorstands. „Wir sehen hier ein Feld, das unsere bestehenden Unternehmenssparten hervorragend ergänzt.“
….
Weitere Standorte in Hamburg,Leipzig und Köln sind bereits geplant.“

Welche Summen da geflossen sind, werden wir wohl nicht erfahren. Für Ali Cengiz, den wohl strategischen Kopf hinter dem ganzen Schillerläden-Imperium, dürfte sich sein „Engagement“ im Schillerkiez gelohnt haben.

Schillerbar




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