Archiv für Mai 2014

12053 Wer hier kauft, kauft Ärger

Neues zum Bau der 119 Eigentumswohnungen auf dem ehemaligen Kindlbrauerei-Gelände im Norden Neuköllns:

Die Stadtteilgruppe 44_ rund um die Hermannstrasse hat eine klei­ne Bro­schü­re erstellt, die er­klärt, warum die In­ves­tor_in­nen von der Casa­da GmbH und die­Ent­mie­tungs­ex­per­ten von der Zie­gert Im­mo­bi­li­en GmbH mit Si­cher­heit al­le­s an­de­re als die In­ter­es­sen der Neu­köll­ner_in­nen im Sinne haben und warum es sich lohnt, gegen die­ses Pro­jekt aktiv zu wer­den.

 Argumente gegen Neubau 12053 Neukölln

Aus dem Flyer:

Sechs gute Gründe gegen das Neubauprojekt „ 12053 – aufblühendes Neukölln“

1. Neubau ist Folge und Teil der Gentrifizierung in Neukölln
2. Keine der Wohnungen in „12053″ ist wirklich bezahlbar für Geringverdiener_innen
3. Kein Interesse an Sozialwohnungen
4. Die Einmalinvestitionen von Casada und Ziegert tun nix nachhaltiges für die Nachbarschaft
5. Das Problem heißt Verdrängung, nicht Wohnungsnot
6. Neubau löst das Problem der Verdrängung nicht

Die Bro­schü­re kann als PDF her­un­ter­gela­den werden:
Infoflyer 12053

Es gibt auch einen Aufruf zu krea­ti­ven Pro­test­ak­tio­nen am Show­room des Kindl-​Neu­baus am 31.5. und 7.6.
……………………………………………………………………………………………………………..

Am Sams­tag, den 31.5. und Sams­tag, den 7.6. wird es am „Show­room“ des Kindl-​Ge­län­des von Zie­gert und Casa­da krea­ti­ve Pro­tes­te geben, wo be­sorg­te Neu­köll­ner_in­nen den Ver­drän­gern mal di­rekt ihre Mei­nungmit­tei­len kön­nen*. Im di­rek­ten An­schluss an die bei­den Ak­tio­nen gibt es­je­weils „Mi­kro­fo­ni­ki­as“ – dabei wird eine Grup­pe von Men­schen mit ei­nem­ Me­ga­fon durch den Kiez zie­hen und An­woh­ner_in­nen über den Neu­bau in­for­mie­ren. Es wird si­cher­lich Spaß ma­chen – wenn ihr mit­ma­chen wollt, seid bitte pünkt­lich um 12:15 am Show­room (Adres­se: am Sud­haus 2, 12053Ber­lin)

*Na­tür­lich kann und soll Pro­test auch an an­de­ren Ter­mi­nen statt­fin­den!

Update vom 31. Mai:

Protest gegen Ziegert am Showroom. Darüber wird hier berichtet Besuch beim Showroom und Mikrofonikia

Update vom 7.Juni:

Heute zeigte Polizeipräsenz vorm Showroom , dass von „Null Stress“ , wie Ziegert propagiert, keine Rede sein kann: 12053 Showroom braucht Polizeischutz

Es wird gebuddelt für 12053

Nachdem am 24. April die Grundsteinlegung „12053″ ohne Werbetafel mit Farbflecken für den Neubau von 119 Eigentumswohnungen auf dem Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei stattfand, haben tatsächlich Anfang Mai die ersten Bauarbeiten begonnen. An der Mainzer Strasse, direkt gegenüber dem Eingang des Jobcenter Neukölln, wurde die Begrenzungsmauer zum Gelände eingerissen und angefangen die Baugrube auszuheben, wo zuerst die Tiefgarage entstehen soll.

Bilder:

Neubau Eigentumswohnungen 12053 Neukölln Mai 2014

Neubau Eigentumswohnungen 12053 Neukölln Mai 2014

Neubau Eigentumswohnungen 12053 Neukölln Mai 2014

Weitere Artikel hier auf dem Blog Texte zum Projekt 12053 .

Die Rache der Immobilienwirtschaft

Am 25.Mai haben 29,1 % der wahlberechtigten Berliner beim Volksentscheid für den Erhalt des Tempelhofer Feldes gestimmt, gegen die Pläne des Senats. 738 124 Menschen, beschimpft als „Egoisten, Fortschrittsverhinderer, rückwärtsgewandte Ökospiesser usw.“ haben es gewagt, sich gegen die Interessen einiger Tausend aus der Immobilien-, Bau- , Politik- und Medienbranche zu wenden , die dort, natürlich völlig uneigenützig, ihre Interessen verfolgten. Das geht natürlich garnicht und entsprechend sauer sind sie auf das Ergebnis und pöbeln zurück:

„Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen sieht keine Möglichkeiten mehr, in der Berliner Innenstadt ausreichend neuen Wohnraum zu schaffen. Verbands-Vorstand Maren Kern sagte am Dienstag im rbb, nach dem Erfolg der Bürgerinitiative „100% Tempelhofer Feld“ gebe es innerhalb des S-Bahn Ringes nur noch städtische Flächen für 3.800 Wohnungen. „Da fehlt uns natürlich die Möglichkeit, für breite Schichten der Bevölkerung Wohnraum zukünftig anzubieten.“ Insbesondere wenn neue, günstige Quartiere geschaffen werden sollten, müsse nun in Bezirke außerhalb des S-Bahn Rings ausgewichen werden, betonte Kern.“

so zu lesen in einem Bericht auf RBB-Online vom 27.5.2014 Wer nicht baut, der nicht wohnt?

Auch ein Artikel in der „Welt“ wütet gegen die Wähler vom Sonntag. Dazu ein guter Text in der „Pankower Allgemeinen Zeitung“ von gestern: Ulf Poschardt versteht Berlin nicht mehr! der so beginnt:
„Die Berliner haben abgestimmt, die Hausmedien der Immobilien- und Investoren-Lobby schicken nun wutschnaubende Kommentaroren ins Nachgefecht. Es muß jetzt schnell die Umdeutungsschlacht gewonnen werden, die den Bürgerwillen im Nachhinein diskreditiert, und wieder freie Bahn für Spekulation und Zinsgewinne entstehen lässt.“

Senat, hau ab!

Der Volksentscheid Tempelhofer Feld ist entschieden. Fast 30 % der wahlberechtigten Berliner haben für den Gesetzentwurf der Initiative 100% Tempelhofer Feld gestimmt. Das Feld bleibt frei und ist den Interessen der Immobilienwirtschaft entzogen. Dem Berliner Senat wurde eine empfindliche Niederlage beigebracht, die Arroganz der Macht hat Schläge bekommen, die hoffentlich lange nachwirken. Viel selbstorganisierter Protest von unten, gegen alle Parteien, hat gezeigt, dass es möglich ist, Siege zu erreichen. Die Opposition von Grünen,Piraten und Linken ist zum Ende auch nur auf den fahrenden Zug aufgesprungen, um mit abzusahnen und Einfluss zu gewinnen. Am Abend haben sich viele Menschen auf dem Feld versammelt, um den Erfolg zu feiern. Über das Feld dröhnte der alte und immer noch gute Song von Ton,Steine,Scherben: „Die letzte Schlacht gewinnen wir!“. Auch vor dem nach 21:30 Uhr geschlossenen Tor an der Oderstrasse versammelten sich viele Menschen und später musste das Tor nach Protesten noch mal geöffnet werden. Das ist das Nächste, was nun ansteht: Der Zaun muss weg! Und der ganze Senat mit seiner Planer- und Baumafia kann auch gleich abtreten.

Der Untergang Berlins naht

aus einem lesenwerten Blog-Beitrag vom 24. Mai von Silke Fischer, Reporterin beim Hauptstadtbüro Berlin des „stern“ :

“ Klaus Wowereit hat die Abstimmung über den Umgang mit dem Tempelhofer Feld zu einer Schicksalswahl für Berlin erklärt. Stillstand oder Zukunft. Gewinnen die Bebauungsgegner, schliddert Berlin dem Untergang entgegen. Nirgends wird der Senat mehr billigen Wohnraum bauen können, Verhinderer und Egoisten kommen aus allen Löchern und überziehen die Stadt mit Protesten, Volksbegehren, blockieren den Fortschritt. Der sich an der Stadtentwicklung beteiligende, kritische Bürger: ein Kotzbrocken.
Ach wirklich?“

Weiterlesen Online unter: Abstimmung über das Tempelhofer Feld: Noch 24 Stunden bis zum Untergang Berlins




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