10. Ausgabe der RandNotizen erschienen

RandNotizen 10 Titelbild

Im März 2010 gab es zum ersten Mal die Zeitschrift „RandNotizen“ , damals noch als „Stadtteilzeitung aus dem Schillerkiez“. Jetzt ist die 10. Ausgabe zustande gekommen, inzwischen als „Stadtteilzeitung aus dem Norden Neuköllns“. Die neue Ausgabe Januar 2014 mit 52 Seiten ist aber nicht nur für Neuköllner lesenswert. Sie wird derzeit verteilt oder kann in der Lunte, dem Syndikat usw. abgeholt werden. Über den Inhalt informiert das Vorwort.

Vorwort RandNotizen Nr. 10

„Wohnungen fürs Leben“ versprechen in diesen Tagen die Werbeplakate der städtischen Wohnungsbaugesellschaft „Stadt und Land“. Für viele der alteingesessenen „Stadt und Land“-Mieter_innen im Rollbergviertel scheint das nicht zu gelten. Dort gibt es eher steigende Mieten und die Angst vor Verdrängung („Stimmen aus dem Rollberg“, S. 4). Auch Geflüchtete haben bei „Stadt und Land“ keine guten Chancen eine Wohnung zu bekommen. Wie in Britz und Hellersdorf werden sie weiter in Lager gezwungen und statt Wohnungen fürs Leben, müssen sie Angst ums Überleben haben („Gegen alle Grenzen und Lager!“, S. 23). Gegenüber vom Rollbergviertel – auf der anderen Seite der Werbellinstraße – sollen welche gebaut werden: die Wohnungen fürs Leben oder besser gesagt, die Eigentumswohnungen nur für Gutverdiener_innen („Von Kindl-Residenzen zum aufblühenden Neukölln“, S. 13). Und im Schillerkiez? Da gibts Wohnungen fast nur noch mit prall gefülltem Portemonnaie, Miet-, Eigentums- und Ferienwohnungen. Letztere kosten dann oft doppelt so viel wie die ohnehin schon unbezahlbaren Mietwohnungen in dieser Gegend („Ferienwohnungen vernichten Wohnraum“, S. 8 ).

Die Wohnung fürs Leben gibts nur für die, die auch dafür bezahlen können, in Berlin, Rio de Janeiro und in allen Städten mit kapitalistischem Wohnungsmarkt („Krieg oder Frieden“, S. 40 und „Wohnen in der Krise“, S. 33). Aber überall, wo ein gutes Leben unmöglich gemacht wird, gibt es auch Menschen, die sich dagegen wehren („Erfahrungsbericht zum Gerichtsprozess“, S. 11; „Wir müssen weg von diesem Zwangssystem“, S. 18).

Wer Informationen, Texte oder Übersetzungen für die RandNotizen beisteuern mag, ist jederzeit willkommen. Wir bedanken uns besonders bei den Übersetzer_innen sowie für alle eingebrachten Artikel und wünschen viel Spaß beim Lesen.

Eure RandNotizen
Erreichen könnt ihr uns unter nk44.blogsport.de oder smashtaskforce@freenet.de

PDF-Dokument (4,6 MB) zum Download: Randnotizen 10 Januar 2014

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
04 Der Kampf für ein freies Tempelhofer Feld geht weiter
05 Stimmen aus dem Rollberg
07 Ferienwohnungen vernichten Wohnraum!
08 Aufwertungsschutz oder Papiertiger?
Kann Millieuschutz den von Mietsteigerungen betroffenen Neuköllner_innen helfen?
10 Erfahrungsbericht zum Gerichtsprozess der WG Kienitzer Straße 95
12 Von Kindl-Residenzen zum Aufblühenden Neukölln
oder Neubau nur für Gutverdiener_innen
15 Innenansichten aus einem Jobcenter
17 „Wir müssen weg von diesem Zwangssystem.“
Ein Interview zur Selbstorganisation von Erwerbslosen in der „Lunte“
19 Zur Geschichte der Erwerbslosenbewegung
22 Gegen alle Grenzen und Lager!
Bewegungsfreiheit undWohnungen für Geflüchtete!
25 Zusammenleben im Kiez
27 Kurz und knackig
30 „Ich schließe eine Räumung am Ende des Dialogs nicht aus“
31 „Am Nötigsten brauchen wir eine feste Wohnung“
32 Der Tote vom Neptunbrunnen
Schluss mit der Polizeigewalt gegen Psychiatrie-Betroffene!
34 Wohnen in der Krise und der europäische Widerstand
37 Als ob die Stadt ein Blatt Papier wäre, dass beschrieben werden will
41 Krieg oder Frieden?
Favela-Befriedung vor der Fußball-WM
43 „Ich habe deutlich andere Kriterien als der Großteil der Gesellschaft.“
Ein Flaschensammler aus Neukölln
46 Nachkriegsarchitektur und situationistische Kritik





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