Sommerlektüre: Neue Randnotizen im Juli erschienen

RandNotizen 9 Titelbild

Es gibt mal wieder eine neue Ausgabe der „RandNotizen“, der „Stadtteilzeitung aus dem Norden Neuköllns“, aber nicht nur für Neuköllner lesenswert. Sie wird derzeit verteilt oder kann in der Lunte, dem Syndikat usw. abgeholt werden. Über den Inhalt informiert das Vorwort.
Online als PDF-Dokument (9,1 MB) zum Download: RandNotizen 9 Juli 2013

Vorwort RandNotizen Nr. 9
Jeden Tag verschickt das Jobcenter unzählige Nachrichten,verhängt Maßnahmen, übt Zwang aus und kürzt Leistungen („Schon wieder Post vom Amt“). Vom Jobcenter, können die Menschen gleich weiterziehen, in die Warteschlangen der Berliner Tafeln („Geh doch zur Tafel!“). Und weil das an Entwürdigung nicht ausreicht, legen Buschkowsky& Co nach: über Armut wird nicht gesprochen, aber die Armen seien ein Problem, darin ist man sich einig („Die Abwertung von ‚Prolls‘ und ‚Unterschicht‘“).

Täglich finden in Berlin vermutlich ca 20 Räumungen statt. Seit einigen Monaten gibt es jedoch nicht nur eine öffentliche Wahrnehmung von Zwangsräumungen, sondern auch Widerstand dagegen („Zeinab und ihre Tochter bleiben – Stadt, Land, Schluss mit Zwangsräumungen!“). Einzelne Hauseigentümer_innen und Wohnungsbaugesellschaften werden bekämpft, gemeint ist das ganze kapitalistische System, das Wohnraum nur als Eigentum und Ware kennt („Der Joghurt war gut – was hat meine Wohnung eigentlich mit dem Kapitalismus zu tun?“).

Alle zwei Jahre erblickt ein anderes Instrument der kapitalistischen Wohnungspolitik das Licht der Welt: der Mietspiegel („Der neue Mietspiegel ist raus …“). Für den Großteil der Mieter_innen verkündet er eine Verschärfung der Wohnsituation, für die Vermieter_innen hingegen mehr Profite. Während einige gezwungen werden an die Stadtränder zu ziehen („Leben in der Einflugschneise“) oder enger zusammenzurücken, versuchen sich andere an neuen, dem kapitalistischen Wohnungsmarkt entzogenen Formen des Wohnens („Mariendorfer Weg“; „Interview Hausprojekte“).

Alle vier Jahre sollen wir dann so tun, als ob wir täten. Auch Kreuzchen auf Wahlzetteln sind Teil des alltäglichen Wahnsinns.


Wer Informationen, Texte oder Übersetzungen für die RandNotizen beisteuern mag, ist jederzeit willkommen. Wir bedanken uns besonders bei den Übersetzer_innen sowie für alle eingebrachten Artikel und wünschen viel Spaß beim Lesen.

Eure RandNotizen

Erreichen könnt ihr uns unter nk44.blogsport.de oder unter smashtaskforce@freenet.de

Inhaltsverzeichnis

5 Viele Zwangsräumungen verhindert
6 Zeinab ve Kizi kaliyor – Kent, Ülke zorunlu tahliyelere Son!
8 Zeinab und ihre Tochter bleiben – Stadt, Land, Schluss mit Zwangsräumungen!
10 Der neue Mietspiegel ist raus …
12 Alle 2 Jahre wieder
Der neue Mietspiegel 2013 für steigende Mieten
13 Der Joghurt war gut
Was hat meine Wohnung eigentlich mit dem Kapitalismus zu tun?
15 Kurz und Knackig
17 Schon wieder Post vom Amt
Die abstruse Jobcenter-Bürokratie
19 „Arm und fremd“
Der doppelte Ausschluss von Flüchtlingen am Berliner Wohnungsmarkt und die politischen
Folgen der Lagerunterbringung
21 „Ich glaube, ich habe mich allmählich hier eingelebt“
Neukölln in Stadtführern und Büchern
23 Stadtentwicklung von unten?
24 Hausprojekt: Mariendorfer Weg
26 Interview zu Hausprojekten in Neukölln
29 Tempelhofer Feld erhalten
31 Die Abwertung der sogenannten Unterschicht
33 Dass Roma auf Plantagen arbeiten, das ist für mich keine wünschenswerte Zukunft
37 Leben in der Einflugschneise
Ein Ausflug nach Spandau ins Falkenhagener Feld
39 Geh doch zur Tafel!
42 Von Mietskasernen, Wohnungspolitik und dem Neuen Bauen





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