Archiv für Juli 2012

Unabhängiges Strassenfest Weisestrasse 4. August 2012

WIR BLEIBEN ALLE HIER!!!
Unabhängiges, selbstorganisiertes Strassenfest in der Weisestrasse, zwischen Selchowerstr. und Herrfurthstr.

Plakat Weisestrassenfest 2012

Liebe AnwohnerInnen, Liebe RestberlinerInnen,

Die Veränderungen besonders im Schillerkiez werden immer sichtbarer. Senat und Bezirk freuen sich über Aufwertung, aber für wen? Für die meisten Menschen hat sich die Lebens- und Wohnsituation, nicht nur hier in Neukölln, in den letzten Jahren keinesfalls verbessert :

- Die Mieten steigen immer höher, während das Geld zum Leben immer weniger wird
- Immer mehr Mietwohnungen werden in Eigentumswohnungen umgewandelt und die dort lebenden Menschen verdrängt
- Die Gängelung durch das Jobcenter nimmt zu, die Zahl der Zwangsumzüge steigt

Mit dem Straßenfest wollen wir informieren über die Entwicklungen im Kiez und den Widerstand dagegen. Wir vertrauen nicht auf Bezirksamt oder Quartiersmanagement, deren Interessen nur bei der restlosen Verwertung unseres Kiezes liegen. Auf dem Fest ist Raum und Zeit für ALLE Leute von hier und anderswoher, um sich näher kennenlernen und austauschen zu können. Orientieren wir uns an ermutigenden Beispielen, wie der Mietergemeinschaft Kotti und Co mit ihrem Protestcamp am Kottbusser Tor und den Seniorinnen in Pankow, die ihre Freizeistätte besetzt haben, um sie zu erhalten.
Laßt uns also miteinander reden und feiern und denkt daran:
Allein machen sie Dich ein! Gemeinsam sind wir stark!
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Kundgebung für Nuriye Cengiz 2. August

Frau Nuriye Cengiz kämpft exemplarisch gegen Zwangsumzüge, die aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes zunehmen. Aber weder verschulden einzelne Personen die Situation, noch sind es Einzelfälle!
Wir kämpfen gegen ein strukturelles Problem!
Keine Zwangsräumungen wegen steigender Mieten, Umwandlung in Eigentumswohnungen, Hartz IV etc.!
Bringt Kochtöpfe, Trillerpfeifen und alles was Lärm macht! Kommt die Falstaf Frau Cengiz nicht entgegen, kommen wir zur Falstaf! Wir sind hier und wir sind laut, weil Falstaf die Wohnung von Frau Cengiz klaut!

Donnerstag, 2. August 2012, 15 Uhr
vor der Falstaf Vermögensverwaltung AG
Schlüterstr. 4 / Ecke Schillerstr., 10625 Berlin
U2 – Bhf Ernst-Reuter-Platz

weitere Informationen:

Ob Nuriye, ob Kalle, wir bleiben alle!

Immobilienmarkt 2011

Dem geht es richtig gut. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin hat seinen Bericht über den Berliner Grundstücksmarkt 2011/2012 vorgelegt. Darin werden die Daten aller in Berlin notariell beurkundeten Immobilienverkäufe des Jahres 2011 berücksichtigt. Eine Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vom 27. Juli 2012 informiert über die wichtigsten Ergebnisse. Einige seien hier dargestellt:

- anhaltender Umsatzanstieg mit +20 % nach Fallzahlen und +28 % nach Geldmenge;

- nach Anzahl der Kauffälle ist 2011 „das Spitzenjahr“ seit der Wende.

- erneuter Zuwachs bei Wohn- und Geschäftshäusern, bei deutlich gestiegenem Geldumsatz in der Osthälfte der Stadt mit zum Teil deutlichen Preissteigerungen.

Neubegründung von Wohnungseigentum/Umwandlungen:

- mit insg. 7.794 neu begründetem Wohnungseigentum (+ 22 % gegenüber 2010);
- Zahl umgewandelter Mietwohnungen mit 4.744 moderat über Vorjahreswert (5 %);
- im Wohnungseigentum neu erstellte Wohnungen mit 3.050 stark gestiegen (66 %) – im Jahr 2010 betrug die Anzahl im Wohnungseigentum neu erstellter Wohnungen 1.835.

Radiointerview zum Schillerkiez

hier eine Mitteilung von RADIO AKTIV:

Am 4. August 2012 findet in Berlin Neukölln das Unabhängige Weisestraßenfest von und für Nachbar_Innen statt. Der Bezirk ist seit einigen Jahren von extremen Mietsteigerungen und starken Verdrängungstendenzen der ursprünglich ärmeren Bevölkerung gekennzeichnet.

Wir sprachen mit zwei Vertretern der Initiative Schillerkiez über ihrer Erfahrungen mit der Gentrifizierung, unabhängiger Organisierung dagegen sowie der Rolle der Bezirksregierung und wollten wissen, was am 4. August in der Neuköllner Weisestrasse passieren wird.

Das Interview kann hier online angehört und auch herunter geladen werden:
Berlin Neukölln: Widerstand gegen Aufwertung und Verdrängung

Aufhebung der Sozialbindung

Aufhebung der Sozialbindung von öffentlich gefördertem Wohnungsbau im statistischen Gebiet Schillerpromenade

Im Berliner Amtsblatt Nr. 28 vom 6. Juli 2012 ist eine Bekanntmachung des Bezirksamts Neukölln vom 12. Juni 2012 veröffentlicht worden:

„Allgemeinverfügung über die Freistellung von Bindungen nach dem Wohnungsbindungsgesetz und Verzicht auf Ausgleichszahlungen nach dem Wohnraumförderungsgesetz in den Statischen Gebieten 75 bis 79″

Diese Verfügung betrifft öffentlich geförderten Wohnungsbau ( Sozialwohnungen) in den Gebieten Reuterplatz, Roseggerstrasse, Köllnische Heide, karl-Marx-Strasse und Schillerpromenade. Hierfür wurden vom Staat viele öffentliche Mittel ausgegeben, dafür sind sie preis- und belegungsgebunden. Nun bleibt die Preisbindung zwar bestehen, aber die Belegungsbindung wird aufgehoben. Jetzt dürfen nicht nur Menschen mit Wohnberechtigungsschein und meist geringem Einkommen dort einziehen, sondern auch Besserverdienende können nun eine Sozialwohnung mieten. Menschen mit Wohnberechtigungsschein und geringeren Einkommen gehen nun eher leer aus. Das nennt sich dann Aufwertung, wir sagen Gentrifizierung.

Die Seite mit der Bekanntmachung im Amtsblatt Berlin als PDF-Dokument
Amtsblatt Berlin 28/2012, Seite 1145




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