Archiv für Juni 2012

Ferienwohnungen zu Flüchtlingsunterkünften

Mal wieder ein Graffitti „gegen die armen Touristen“, die hier im Schillerkiez vermehrt Zuflucht suchen. Den Leuten, die hinter jeder Kritik an Gentrifizierung und Tourismusindustrie nur „Fremdenfeindlichkeit“ sehen wollen, sei die Lektüre eines älteren Textes empfohlen:
Dear students, artists & travelers

Ferienwohnungen zu Flüchtlingsunterkünften

Oderstrasse/ Ecke Herrfurthstrasse

Die neue Masche

Such Postkarte

Bisher wurde mit Zetteln nach Wohnungen zum Mieten und Kaufen gesucht, mal ohne mal mit Belohnung, die schon bis 1000 Euro ging. Nun wird es professionell mit gedruckten Postkarten. Die wurden am letzten Wochenende in viele Briefkästen im Schillerkiez verteilt. Dahinter steckt wohl kein Paar, das gerne eine Wohnung kaufen will, sonder eher Profis, die auf Dumme hoffen, die sich für die mickrigen 300 Euros bei ihnen melden.

4.Lärmdemo Kotti und Co

Aufruf von Kotti & Co :

Schluss mit der Verdrängung – Innenstadt, wir bleiben!
Gegen steigende Mieten, sinkende Löhne, Rassismus und verfehlte Wohnungspolitik. Die Vielfalt haben wir gemacht, WIR SIND DIE VIELFALT.

Die Mietergemeinschaft Kotti & Co lädt zur 4. Lärmdemo am 30.6. (16 Uhr)
Treffpunkt: Kottbusser Tor/Admiralstrasse am Protest-Haus (Gecekondu)

Angesprochen sind alle, die nicht mehr wissen wie sie ihre Miete bezahlen sollen, alle, deren Nachbarn schon wegziehen mussten, alle, die keine neue Wohnung finden, alle deren Betriebskosten zu hoch sind, alle die von Modernisierung oder Abriss bedroht sind, alle, die von den Jobcentern aufgefordert sind, die “Kosten der Unterkunft” zu senken, alle, die wissen, dass man in Mahrzahn wieder Jahrzehnte braucht um die Deutschen zu integrieren, alle, deren Renten zu klein sind, alle, die ihre Freunde nach Spandau verloren haben, alle, die gern nachts noch auf die Strasse gehen, alle, die schon immer hier leben, alle, die deswegen nach Berlin gezogen sind, alle die hier gerne auf den Markt gehen, alle deren Namen von deutschen Lehrer_innen nicht ausgesprochen werden können, alle die hier ihre zweite Heimat gefunden haben. Ihr Alle. Und eure Familien und Freunde_innen. Alle.

Wir bitten Euch diesen kurzen Aufruf zu verbreiten.

Es sollen keine Redebeiträge auf der Demo gehalten werden. Es ist eine Lärmdemo.
Bringt Kochtöpfe und Trillerpfeifen mit.

Lärmdemo Kotti und Co

Lärmdemo Kotti und Co

Die Schiller-Läden

Der neu entstehende gastronomische Komplex aus Schiller-Burger, Schiller-Backstube und demnächst Schiller-Bar hat vor paar Tagen eine ungewöhnliche Bemalung bekommen. In ihrer PR-Arbeit dazu bemühen sich die Betreiber , sich als arme kleine Jungunternehmer darzustellen, die hier ihr letztes Erspartes investieren würden. Dem ist nicht so.
Schon am Jahresanfang, als die Bauarbeiten begannen , gingen Informationen durch den Kiez, dass die Betreiber der Kreuzberger Morena Bar da am Werke sind. Der Laden läuft und um Steuern zu sparen, müssen die Gewinne investiert werden. In der Berliner Zeitung von heute sind die Namen der Betreiber der Schiller-Läden zu lesen: Juliane Gerroldt, Philipp Entekhabi und Zekerijat Purkovic. Dank der Suchmaschine Google lassen sich da einige Informationen finden.

Zekerijat Purkovic ist einer der Inhaber des lange existierenden Cafe M in der Goltzstrasse in Schöneberg. Das Geschäft betreibt er zusammen mit Ali Cengiz und Rainer Seidler. Diese beiden wiederum sind Inhaber der Firma Rainer Seidler und Ali Cengiz – Buchführung in Schwielowsee. In der Wiener Strasse ist die Morena Bar , die 2009 von Christian Brandenburger und drei anderen als Ein-Euro-GmbH: Das Unternehmen fürs kleine Geld übernommen wurde. Rainer Seidler und Ali Cengiz sind Mitbesitzer.

Frau Gerroldt ist die Inhaberin der Verve Gallery for Contemporary Art and Fashion/Design mit Sitz in der Käthe-Niederkirchner-Straße 11. An der gleichen Anschrift wird ein Lovely furnished Apartment für 50 Euro pro Tag zum Langzeit-Mieten von Juliane Gerroldt angeboten. In der Wiesenstrasse am Humboldthain ist sie die Ansprechpartnerin für ein Familienapartment als Ferienwohnung. Die Morena Bar mag sie auch, wie dieser Facebook-Eintrag belegt.

In dem ersten Kommentar zu dem Text auf linksunten.indymedia.org Angriff auf Cocktailbar ist folgendes zu lesen:
„Der Betreiberwechsel von Lokalitäten im Schillerkiez sieht so aus, das potentielle Investoren und Hausbesitzer schon lange vor dem Ausstieg der alten Betreiber verhandeln. So hat z.B. Juliane Gerroldt schon Monate vor der Kündigung des Kiezbäckers einen Vorvertrag mit der Hausverwaltung geschlossen, dass sie bereit ist eine bestimmte Miete zu entrichten, wenn ab einem bestimmten Zeitpunkt das Gewerbe frei ist. Dem Kiezbäcker wurde dann die Wahl zwischen einer saftigen Mieterhöhung und einer Abfindung gelassen.“

Rote Farbe im Schillerkiez

So sieht es heute an der Herrfurthstrasse Ecke Weisestrasse aus:


Schillerbar in rot

Besucher der Backstube spekulieren über Proteste gegen steigende Mieten und die Berliner Morgenpost berichtete auch schon Fenster eingeschlagen – Gebäude beschmiert . Der Tagesspiegel veröffentlicht einen Bericht mit Fotos Schillerbar will sich nicht einschüchtern lassen .
In der tageszeitung von heute ist ebenfalls von einer bisher unterdrückten Aktion zu lesen:
Beton im Loft-Klo GENTRIFIZIERUNG Luxuswohnung in Neukölln verwüstet – offenbar Protest gegen Unternehmen Taekker.

Nachtrag:
In eienm Artikel auf linksunten.indymedia.org gibt es eine Erklärung und einen interessanten Kommentar unter der Überschrift „Presse“ zu den Betreibern:
Angriff auf Cocktailbar .
Die Berliner BZ kann das Hetzen nicht lassen und schreibt am 20.6. 2012 Warum trifft mich der Hass der Chaoten? . TV Berlin bringt am 20. Juni ein Video mit Interviews der Chefin und von Passanten und verkündet Gentrifizierungsgegner terrorisieren den Schillerkiez . Dass es im Schillerkiez brodelt , weiss die Berliner Zeitung vom 21.6.2012 in ihrem Bericht Farbe und Steine gegen Backstube .




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