Archiv für April 2012

Kiezspaziergang 15. April 2012

Kiezspaziergang Schillerkiez 15.4.2012

Einladung zum Kiezspaziergang

Als Einstimmung in einen ereignisreichen wohnungspolitischen Frühling in Berlin, wollen wir uns mit unserem Kiezspaziergang auf Spurensuche im Schillerkiez begeben. Diesmal werden wir Orte von Modernisierung, Eigentumsumwandlung und spekulativem Leerstand aufsuchen.
Wir werden auch wieder von Mietern erfahren, wie sie sich gegen ihre Vermieter zur Wehr setzen.

In diesem Sinne: Uns kriegt ihr hier nicht weg!

Stadtteilinitiative Schillerkiez

Pioniere im Schillerkiez

TOPOS hat die Veränderung der Sozialstruktur in Nord-Neukölln untersucht

Spätestens seit die Hasenschänke im Volkspark Hasenheide Bionade verkauft, ist es offensichtlich, dass Neukölln von größeren kulturellen Umwälzungen heimgesucht wird. Diese zu erforschen und ihre Auswirkungen auf die Bevölkerungszusammensetzung zu untersuchen, lautete der Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung an das Stadtforschungsbüro TOPOS . Anfang März stellte Sigmar Gude von TOPOS die Ergebnisse in Form einer Studie mit dem wunderschönen Titel Sozialstrukturentwicklung in Nord-Neukölln in der Rütli-Schule vor. Laut Herrn Gude lässt sich bisher nur um den Reuterplatz von Entwicklungen sprechen, die man als Gentrifizierung bezeichnen könne. Im Rest Neuköllns, insbesondere in der Gegend um die Schillerpromenade, habe ein Gentrifizierungsprozess bisher nicht einmal begonnen.

Da fühlt sich der gesunde Menschenverstand natürlich verarscht. Kann man doch am Herrfurthplatz, hinter der abgebrochenen Kirche, inzwischen sogar Delikatessen erstehen. Für TOPOS ist Gentrifizierung allerdings auch nur der „Austausch einer statusniedrigen Bewohnergruppe durch eine andere mit höherem Status/Einkommen“ – also Arme gehen, Reiche kommen. Gentrifizierung ist aber immer auch eine Art Kulturkampf, der diese Verdrängung erst ermöglicht. Zuerst kommen sogenannte Pioniere, Subkulturen etwa, Künstlerinnen oder Studenten. Nach und nach bestimmen sie das Straßenbild und schaffen die Infrastruktur, die dann die Baumafia und Besserverdienende anlockt und irgendwann die Pioniere zusammen mit der Urbevölkerung vertreibt. So in etwa, stark verkürzt, läuft normalerweise das ab, was man Gentrifizierung nennt.
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