Die Wiese soll bleiben

Am vergangenen sSamstag, den 28. April 2012 war auch auf dem Tempelhofer Feld eine kleine und feine Aktion. Dabei wurde symbolisch auf die geplante Bebauung des Geländes im Bereich der Oderstrasse aufmerksam gemacht. Mehrere dutzend Menschen sperrten mit rot-weissen Flatterband den Bereich rund um die drei Gärten und den ganzen Grillplatz ab, um Teile der zukünftigen Baufelder zu markieren. Flyer mit Infos wurden an die Besucher verteilt, Transparente angebracht, zwei Menschen liefen mit einem Transparent umher, mit einem Megafon wurden die Besucher des Grillplatzes informiert. Alles stiess auf grosses Interesse und Zuspruch.
Nach einger Zeit tauchte der Wachschutz auf und begann das Flatterband wieder abzubauen. Dabei kam es dann zu einigen Diskussionen und dem Wachschutz fiel auch nichts Besseres ein, als die Polizei zu holen. Die erschien mit einem Dutzend Uniformierter, immerhin ohne Helm, als die meisten Beteiligten schon weg waren und war sich nicht zu blöde, willkürlich Einzelne rauszugreifen und mit Anzeigen zu drohen.

Wiese bleibt Wiese Tempelhofer Feld 28.4.2012

Der verteilte Info-Flyer:

Tempelhof für alle statt Luxusbebauung,steigende Mieten und Bezahlpark!
Lüks yapılasma, artan kiralar ve paralı parka yerine herkese acık bir Tempelhof!


Entschuldigt die Störung, aber es geht um was Ernstes. Wir sperren heute nur symbolisch Teile des Tempelhofer Feldes ab. In ein paar Jahren heißt es dann aber wirklich: Weg da, hier sollen Menschen wohnen, die 14 Euro Miete pro Quadratmeter und mehr zahlen können. Denn für die Neuköllner Seite des Feldes sieht die Planung Wohnblocks für Besserverdienende zwischen Herrfurth- und Leinestraße vor, genau wie fast überall an den Rändern der heutigen Freifläche. Das heißt, hier gibt es kein Grillen, keine Gemeinschaftsgärten, kein Feierabendbier, kein Kicken, kein Drachensteigenlassen mehr.

Im nächsten Jahr beginnt die Umgestaltung zu einer „Parklandschaft“, bei der immer wieder Bereiche des Feldes geschlossen werden. Für die 2017 geplante Internationale Gartenbauausstellung (IGA) wird im Norden fast ein Drittel des Geländes durch die vorbereitenden Baumaßnahmen ab 2014 für die Bevölkerung gesperrt. Für drei Monate im Sommer 2017 gibt es dann den Zugang nur gegen 15 Euro Eintritt. Mal sehen, ob das Gelände danach frei zugänglich wird. Mit dieser IGA soll hauptsächlich den Bauinvestoren das Feld schmackhaft gemacht werden.

Das bedeutet nicht nur die Privatisierung und Kommerzialisierung eines Parks, der momentan von vielen Tausenden von unterschiedlichen Menschen genutzt wird, sondern auch noch stärker steigende Mieten in den Kiezen rund ums Tempelhofer Feld und die Verdrängung von denen, die jahrzehntelang mit dem Fluglärm leben mussten. Jetzt, wo es schön ist, sollen sie wegziehen und denen weichen, die sich „stadtnahes Wohnen am Park“ leisten können. Und plötzlich gibt es einen neuen Prenzlauer Berg mitten in Neukölln. Das sehen wir nicht ein. Wir wollen alle bleiben! Der Park muss für uns alle da sein!

Kommt mit zur Lärmdemo am Sonntag,den 20. Mai 2012 um 15 Uhr! Startpunkt ist der Herrfurthplatz.
20 Mayıs 2012′deki gürültü eylemine siz de katılın. Toplanma yeri Herrfurthplatz.

07.05., 18.30 Uhr: Vorbereitungstreffen für die Lärmdemo in der „Langen Nacht“ in der Weisestraße 8. Kommt vorbei, wenn ihr mitmachen, Flyer verteilen, ein Poster in eurem Laden aufhängen oder euch anders einbringen möchtet.
14.05., 19:00 Uhr: Vorbereitungstreffen Nummer 2 im Stadtteilgarten Schillerkiez auf dem Feld


1 Antwort auf „Die Wiese soll bleiben“


  1. 1 Zu diesem Blog « Tempelhof für Alle! Pingback am 22. August 2012 um 11:50 Uhr
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