Archiv für April 2012

Die Wiese soll bleiben

Am vergangenen sSamstag, den 28. April 2012 war auch auf dem Tempelhofer Feld eine kleine und feine Aktion. Dabei wurde symbolisch auf die geplante Bebauung des Geländes im Bereich der Oderstrasse aufmerksam gemacht. Mehrere dutzend Menschen sperrten mit rot-weissen Flatterband den Bereich rund um die drei Gärten und den ganzen Grillplatz ab, um Teile der zukünftigen Baufelder zu markieren. Flyer mit Infos wurden an die Besucher verteilt, Transparente angebracht, zwei Menschen liefen mit einem Transparent umher, mit einem Megafon wurden die Besucher des Grillplatzes informiert. Alles stiess auf grosses Interesse und Zuspruch.
Nach einger Zeit tauchte der Wachschutz auf und begann das Flatterband wieder abzubauen. Dabei kam es dann zu einigen Diskussionen und dem Wachschutz fiel auch nichts Besseres ein, als die Polizei zu holen. Die erschien mit einem Dutzend Uniformierter, immerhin ohne Helm, als die meisten Beteiligten schon weg waren und war sich nicht zu blöde, willkürlich Einzelne rauszugreifen und mit Anzeigen zu drohen.

Wiese bleibt Wiese Tempelhofer Feld 28.4.2012

Der verteilte Info-Flyer:

Tempelhof für alle statt Luxusbebauung,steigende Mieten und Bezahlpark!
Lüks yapılasma, artan kiralar ve paralı parka yerine herkese acık bir Tempelhof!

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Polizeigewalt und Hausräumung

Pressemitteilung: Gegendarstellung zur Hausbesetzung Weisestr. 47 (Neukölln) / Polizeigewalt

Berlin, 29.04.2012

Gestern wurde die Weisestraße 47 besetzt. Dabei wurde die Forderung erhoben, leer stehende Wohnungen an Hartz4-Bezieher_innen sowie andere Menschen mit geringen Einkommen zu vergeben. Der Schillerkiez ist spätestens seit der Öffnung des Tempelhofer Feldes zu einem der Orte geworden, an denen die Verdrängung von Menschen mit geringen Einkommen unübersehbar ist, die Kneipen- und Gewerbestruktur verändert sich hin zu einer besserverdienenden Mittelklasse-Klientel, bei Neuvermietungen sind die Bevölkerungsgruppen, die bislang den Kiez prägen, ausgeschlossen.
Das Besetzung begann um ungefähr 17:30 und schnell sammelten sich ca. 200 Menschen vor dem Haus. Bei den Kiezbewohner_innen stieß die Aktion auf große Sympathie, was nicht wundert, denn es wird fast keinen Haushalt geben, der in den letzten 2 Jahren nicht von Mieterhöhungen betroffen war.
Gegen 19 Uhr begann dann die Polizei mit der Räumung des Gebäudes. Ohne vorher Ankündigungen irgendeiner Art zu machen, stürmten die Beamten auf den Eingangsbereich des Gebäudes zu. Dabei boxten sie, traten, griffen Leuten ins Gesicht und zogen an den Haaren von Menschen, die sich vor dem Gebäude aufhielten. Diese Polizeigewalt war für die anwesenden Leute überraschend und absolut unverhältnismäßig, während die übergriffigen Beamten offenbar darauf eingestellt waren: sie trugen keine sichtbare Kennzeichnung auf ihren Uniformen, verstießen also gegen die Kennzeichnungspflicht, sodass es nun aufgrund der Vermummung nahezu unmöglich sein wird die Straftäter aus Reihen der Polizei zu ermitteln. (Fotos:   http://www.flickr.com/photos/pm_cheung/sets/72157629555939112 )
Die Polizei selbst schreibt an dieser Stelle von einer „Begehung des Hauses“, was in Anbetracht der tatsächlich vollzogenen gewaltsamen Stürmung eine zynisch-sadistische Verharmlosung des Vorgefallenen darstellt.

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Hausbesetzung Weisestrasse 47

Am Samstag, den 28. April 2012 wurde gegen 17:30 Uhr das Vorderhaus besetzt. Etwa 140 Menschen versammelten sich vor dem Haus, um die Besetzer zu unterstützen. Gegen 19 Uhr prügelte sich eine Einsatzgruppe der Polizei den Eingang frei und gelangte ins Haus . Die fünf Besetzer wurden aus einer Wohnung geholt, ohne dass ein Räumungstitel vorlag. Die Polizei konnte den Eigentümer Conle nicht erreichen, trotzdem wurde geräumt. Dabei zertrümmerten die eingesetzten Polizisten auch die Türen anderer leerstehender Wohnungen. Die Stimmung vor dem Haus war gut, gegen 20 Uhr waren drei der Besetzer draussen. Es konnte eine Kundgebung angemeldet werden und gegen 21 Uhr demonstrierten etwa 60 Leute noch lautstark durch den Schillerkiez.
Nach der Räumung ist vor der Besetzung!
Spekulativen Leerstand enteignen!
Die Häuser denen, die sie brauchen!

Conle enteignen Weisestrasse Neukölln

Fotos zur Besetzung und Aktivitäten
Violent Eviction of squatted House – Berlin Neukölln
http://www.flickr.com/photos/pm_cheung/sets/72157629555939112
http://www.flickr.com/photos/boeseraltermannberlin/sets/72157629555843180/
http://www.flickr.com/photos/nickjaussi/sets/72157629920299889/
http://www.flickr.com/photos/neukoellnbild/sets/72157629920110401/
Nachtrag am 4.5.2012:
Umbruch Bildarchiv: Weisestraße 47 in Neukölln besetzt

Presseartikel , Update 29.4.2012:
Pressemeldungen der Berliner Polizei, 29.4.2012 Hausbesetzung in der Weisestraße – Personen verlassen freiwillig das Gebäude
BZ , 29.4.2012 Polizei beendet kurze Hausbesetzung
Tagesspiegel, 28.4.2012 Hausbesetzung bislang friedlich
Berliner Morgenpost mit Videos, 28.4.2012 Haus von Spekulationsgegnern vorübergehend besetzt

Nachtrag, 1.5.2012:
Berliner Kurier, 30.4.2012 Polizei-Aktion gegen Hausbesetzer

Die Zeitungen „Berliner Zeitung“ und „neues deutschland“ sahen sich am Montag, den 30.4. nur zu kurzen Agenturmeldungen in der Lage, während „junge welt“ und „tageszeitung“ eine Berichterstattung für gänzlich überflüssig halten.

Die Pressemitteilung der Besetzer:
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Prozess wegen zu hoher Mieten 25. April

Bisher haben viele ihre drohenden Zwangsumzüge oder Räumungsklagen wegen zu hoher Mieten eher geheim gehalten und alles still und heimlich über sich ergehen lassen. Am vergangenen Montag hat sich sich eine Familie aus Schöneberg für ihren Prozess vor dem Sozialgericht aber öffentliche Unterstützung gewünscht und erhalten. Fast 40 Menschen waren gekommen, nur die Hälfte passte in den Gerichtssaal. Leider wurde die Familie von einer realitätsblinden Richterin zum Zwangsumzug verdonnert. Die „Berliner Morgenpost“ berichtete Hartz-IV-Familie muss an Berliner Stadtrand ziehen und auch „die tageszeitung“ informierte Sozialgericht entscheidet: Familie K. muss umziehen und kommentierte Verdrängung aus der Innenstadt: Diese Wohnung gibt es nicht .

Nun gibt es am 25. April am Amtsgericht Neukölln einen Prozess, bei dem Unterstützung gewünscht ist.

M. und seine Fa­mi­lie woh­nen in einer So­zi­al­woh­nung, die aus der För­de­rung ge­nom­men wurde. Sie sind mit 2 wei­te­ren Miet­par­tei­en die letz­ten Mie­ter_in­nen im Haus, des­sen Woh­nun­gen als Ei­gen­tums­woh­nun­gen ver­kauft wer­den. Für die 75 qm große Woh­nung will der Be­sit­zer die Kos­ten­mie­te von 12 €/qm. M. und seine Fa­mi­lie wei­ger­ten sich die Mie­ter­hö­hung zu zah­len. Auf­grund der auf­ge­lau­fe­nen Miet­schul­den wur­den sie ge­kün­digt. Nun fin­det eine Gü­te­ver­hand­lung statt. M. und seine Fa­mi­lie wür­den sich über Un­ter­stüt­zung freu­en.

Mitt­woch, 25. April, 10:15 Uhr
Amts­ge­richt Neu­kölln
Karl-​Marx-​Str. 77-79, 12043 Ber­lin
Raum I./108
U-​Bahn Rat­haus Neu­kölln

Mietwahnsinn stoppen!

Mietwahnsinn stoppen Graffiti Schillerkiez

Hauswand im Schillerkiez




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