Archiv für Oktober 2011

Tempelhof – Das große Nichts

Das medienpädagogische Projekt „Tempelhof – Das große Nichts“ eröffnete 20 Schüler_innen der Kreuzberger Carl-von Ossietzky-Oberschule die Möglichkeit, sich mehrere Monate mit Stadtentwicklungsprozessen auseinanderzusetzen. Sie konzipierten und drehten eine Filmdokumentation, die die aktuellen Bürgerbeteiligungsverfahren zur Nutzung des ehemaligen Flughafenareals Tempelhofer Feld beispielhaft dokumentiert. Im Film kommen Expert_innen der Stadtentwicklung, engagierte Bürger_innen und Parknutzer_innen zu Wort und beschreiben ihre Einschätzungen und Vorstellungen zur zukünftigen Nutzung dieses beeindruckenden innerstädtischen Areals.

Der 40 Minuten dauernde Film von Point of View wird gezeigt am:
Dienstag, den 1. November 2011 um 20:30 Uhr
im Stadtteilladen Lunte, Weisestr. 53

Filmplakat Tempelhof - das grosse Nichts

Szeneviertel und Wirte

Bisher sind ja überwiegend Stadtmagazine wie tip oder zitty fürs Schreiben über oder das Herbeischreiben von Szenevierteln bekannt. Nun tritt auch das „neue deutschland“ in deren Fussstapfen und veröffentlicht am vergangenen Montag einen Artikel Schillerkiez im Wandel mit dem Untertitel “ In Berlin-Neukölln entsteht eine neues Szeneviertel“. Im Vorspann wird konstatiert:
„Der Schillerkiez war bis vor wenigen Jahren als sozialer Brennpunkt bekannt. Nun haben Studierende, Künstler und junge Berufstätige das Viertel für sich entdeckt.“
Dargestellt wird das am Beispiel zweier Kneipen, aber liest selbst.
Der Wirt des ehemaligen Promenadeneck, das nun Heisenberg genannt wird, stellt sich als Linker dar, entpuppt sich jedoch anhand seiner Äusserungen als neoliberaler Sozialdarwinist. So sahen sich auch Kollegen von analyse-kritik-aktion dazu veranlasst, einen lesenswerten Kommentar dazu zu schreiben.

„Robert Bettendorf heißt er, der Betreiber des „Szene“-Lokals Heisenberg in der Schillerpromenade. Engagierte Stdtteilinitiativen sind ihm ein Greul. „Kleingeister“ nennt er sie. Zumindest ist dies in einem Beitrag beim Neuen Deutschland über den Schillerkiez nach zu lesen. Außerdem würden sich die Hartz-IV-Bezieher_innen, die marginalisierten Bewohner_innen im Kiez und engagierten Menschen einfach dem evolutionären Anpassungsdruck verweigern. Das geht gar nicht, so pöbelt der Robert.“

Weiterlesen unter: Der Robert vom Heisenberg und der Sozialdarwinismus

Kiez-Taliban im Schillerkiez?

In der Ausgabe Nr. 18 / 2011 hat das Kulturmagazin TIP einen Artikel von Katharina Wagner über den Neuköllner Schillerkiez veröffentlicht. Unter dem Titel „Ihr werdet schon sehen“ (Online erschienen als „Mobilmachung im Neuköllner Schillerkiez“ ) beschreibt die Autorin die vermeintliche Situation im Schillerkiez und behauptet, daß Künstler_innen, Zugezogene und Gewerbetreibende von den engagierten Aktivist_innen und Stadtteil-Initiativen bedroht werden. Hierbei wurden mehrere Künstler_innen und Gewerbetreibende als vermeintliche Opfer zitiert.
Aus diesem Grund haben Künstler_innen, Aktivist_innen und Gewerbetreibende einen Offenen Brief verfaßt, der hier abgedruckt wird.
Weitere Reaktionen auf den tip-Artikel sind auf der Homepage des Info- und Stadtteilladen Lunte nachzulesen und auch bei „Analyse Kritik Aktion“ An die Redaktion der TIP-Taliban und ihre Symphathisant_innen!

HIER DER TEXT DES OFFENEN BRIEFS

An die Redaktion der TIP-Taliban und ihre Symphathisant_innen!

In ihrem Artikel «Ihr werdet schon sehen» hat Katharina Wagner ein Bild des Schillerkiezes gezeichnet, das gar nicht existiert. Wir sind empört!
Wir sind entweder falsch zitiert oder gar nicht interviewt worden. Wir distanzieren uns ausdrücklich von der Tendenz des Artikels, der eine Konfrontation zwischen Künstler_innen, Kulturprojekten und Aktivist_innen konstruiert.
Wer ernsthaft glaubt, in Neukölln findet ein Bürgerkrieg statt, war noch nie in unserem Viertel. Es ist schlichtweg absurd, daß es Passkontrollen irgendeiner Kieztaliban gibt. Sie wurde hier noch nie gesichtet. Außerdem darf in Neukölln jede_r jede Sprache sprechen, die er_sie will. Was im Artikel dagegen nicht vorkam ist, daß Menschen den Schillerkiez verlassen müssen. Die Mieten steigen massiv. Insbesondere Migrant_innen, die andere Sprachen sprechen, werden verdrängt. Künstler_innen, die jenseits des subventionierten Mainstreams arbeiten, kämpfen genauso wie die anderen Bewohner_innen des Schillerkiez darum, bleiben zu können. Wer also darüber schreiben möchte, was die Menschen im Kiez bewegt, sollte auch direkt mit den Menschen sprechen.
Wir fühlen uns in Neukölln wohl. Wir leben hier und wollen bleiben! Wir kennen und mögen unsere Nachbar_innen! Wir brauchen keine anderen.

Der Kanal
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Memis Varalkan, Cafe Selig
Stadtteilinitiative Schillerkiez
anti-gen
Analyse Kritik Aktion




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