Archiv für Juni 2011

Neukölln 13,7% Mietanstieg

IVD Marktspiegel: Neukölln 13,7% Mietanstieg

Von der Berliner Mietergemeinschaft bekamen wir folgende Informationen:

Der Neuabschluss-Marktspiegel des Immobilienverbands IVD stellt für Neukölln eine Mieterhöhung um 13,7% innerhalb von zwei Jahren fest. Damit liegt der Bezirk an zweiter Stelle, hinter Lichtenberg. Die höchsten Anstiege zeigt der Bericht in den Stadtteilen, die an die sogenannten „Szenebezirke“ anschließen und bisher als wenig attraktiv galten: Nord-Neukölln, die Altbau-Quartiere von Lichtenberg sowie Wedding/Moabit/Tiergarten.

Der IVD-Sprecher stellte auf der Pressekonfrenz ausdrücklich klar, dass hier die Verdrängung aus den bevorzugten Kiezen sichtbar werde und dies nun die Mieten in den angrenzenden Stadtteilen nach oben treibe. Der IVD nimmt an, dass die Mieten hier in den nächsten Jahren kontinuierlich steigen werden – was in seinen Augen stets eine „positive Entwicklung für den Stadtteil“ darstellt.

Siehe den Artikel auf Mieterecho Online: Der Marktspiegel des IVD bestätigt: Explosion bei Neuvertragsmieten .
Dazu passt auch ein Artikel der Berliner Zeitung vom 28. Juni 2011 Experten erwarten hohe Mietsteigerung . Darin ist u.a. zu lesen, dass nach Ansicht von Immobilienexperten „die Mieten in der Hauptstadt in den kommenden fünf Jahren stärker steigen als in allen anderen deutschen Großstädten.“

Nachlese zum Kiezspaziergang

Am Pfingstmontag, dem 13. Juni, gab es im Schillerkiez nach langer Pause wieder einen Kiezspaziergang. Etwa 50 bis 60 Menschen beteiligten sich zeitweise daran, gegen Ende wurden es dann weniger. Es waren viele neue Gesichter zu sehen, die überwiegend durch die Plakate angelockt worden waren. Statt eines eigenen Berichts verweisen wir auf zwei gute Artikel, die zum Kiezspaziergang erschienen sind.

Am 15. 6. veröffentlichte das Neue Deutschlang einen Artikel Anwohner wollen ihren Kiez behalten und am 21. Juni erschien auf der Website der Berliner Mietergemeinschaft ein ausführlicher Bericht über den Kiezspaziergang Schillerkiez .

Umfrage zu Ferienwohnungen

In Berlin sind sie schon seit einer Weile Thema: Ferienwohnungen, die früher mal Mietwohnungen waren. Besonders in den Innenstadtbezirken, und vermehrt in den als besonders attraktiv geltenden Lagen, werden immer mehr Wohnungen in kurzfristig mietbare Appartments umgewandelt.
Besonders extremes Beispiel: Die Wilhelmstraße in Mitte – dort ist ein Block von 80er-Jahre Plattenbauwohnungen zu zwei Dritteln in Ferienwohnungen umgewandelt worden, die verbliebenen Mieter_innen stöhnen über die ständig wechselnden Partys feiernden Gäste und den Verlust der früheren Nachbarschaft. Auch in der Schillerpromenade gibt es in eingen Häusern Ferienwohnungen.

Mieter_innen-Organisationen machen dagegen auf die zusätzliche Verknappung von mietbarem Wohnraum aufmerksam, die mit dem Phänomen erienwohnungen einher geht. Wie groß das Ausmaß mittlerweile ist, ist nicht bekannt, und auch über die unterschiedlichen Strategien der Haus- und Wohnungseigentümer_innen, die hinter der Umwandlung stecken, gibt es bisher kaum Erkenntnisse.

Die Berliner MieterGemeinschaft möchte etwas Licht ins Dunkel bringen und hat eine Umfrage zu Ferienwohnungen in der Nachbarschaft ins Leben gerufen:

Umfrage zu Ferienwohnungen

Alle Mieter_innen, die in ihrem Haus oder der direkten Nachbarschaft Ferienwohnungen haben, werden darum gebeten, sich fünf Minuten Zeit zu nehmen und das Umfrage-Formular auszufüllen, damit die MieterGemeinschaft eine möglichst breite Datenbasis auswerten kann.

Anwohner Stammtisch 19. Juni

Anwohner Stammtisch Schillerkiez

Auf der letzten Schillerkiez-Versammlung gab es von vielen Teilnehmer_innen den Wunsch, einen Stammtisch ins Leben zu rufen, einen Treffpunkt, an dem wir Anwohner_innen uns unter anderem über problematische Entwicklungen im Stadtteil austauschen können.

Bring Kaffee, Kuchen und Ideen mit.
…wir sehen uns!

Stammtisch Juni

Solidarität statt Quartiersmanagement!

Solidarität statt Quartiersmanagement!
Gegen Ausgrenzung und soziale Kontrolle!

Unter diesem Motto steht eine Veranstaltung im Tristeza (Pannierstr. 5) am 15. Juni um 19 Uhr
mit: Integra e.V., 
Amaro Drom e.V., 
Analyse, Kritik, Aktion, 
Initiative gegen Ausgrenzung und Verdrängung in Nord-Neukölln

Aus dem Aufruf der Veranstaltungs -AG der Tristeza:

Dein Block mein Kiez findet dieses Jahr bewusst zeitgleich zum Festival „48 Stunden Neukölln“ statt, um der Zusammenarbeit mit den städtischen Quartiersmanagements (QM) eine kritische Öffentlichkeit entgegenzusetzen. Hintergrund sind dabei die Ereignisse rund um das QM-Projekt „Task Force Okerstraße“. Dieses zielt rassistischen und antiziganistischen Maßstäben folgend auf den Austausch bestehender Mieter_innenstrukturen und eine „Aufwertung“ des Kiezes ab. Durch die Zusammenarbeit staatlicher und privater Akteure produziert es ein soziales Bespitzelungsnetz. Dies wurde mit dem Austausch des Trägervereins Ende 2010 unmissverständlich deutlich. Integra e.V. hatte sich seinen Kontroll- und Überwachungsaufgaben verweigert. Ziel und Aufgabe des neuen Trägers, dem Interkulturellen Bündnis für Berlin gGmbH ist es nun explizit, personenbezogene Daten zur sozialen Situation der Bevölkerung insbesondere von Roma im Schillerkiez zu sammeln und diese mit den Ämtern sowie den Sicherheitsbehörden abzugleichen.

Wir wollen die Thematik um die Task Force Okerstraße aufgreifen, um zu zeigen welche Konsequenzen eine Stadtentwicklungspolitik im Rahmen der QMs annehmen kann, welche Folgen dies für unerwünschte Gruppen von Bewohner_innen hat und um was für ein stadtpolitisches Instrument es sich beim QM eigentlich handelt. Wir wollen Interventionsstrategien diskutieren, gerade auch weil sich nicht nur im Schillerkiez einiges verändert, sondern auch bei uns vor der Tür, wenngleich die QMs unterschiedliche Strategien zu verfolgen scheinen.

weitere Infos auf Dein Block, Mein Kiez




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