Archiv für Mai 2011

Der neue Mietspiegel 2011 für steigende Mieten

Am 30. Mai erschien der neue Mietspiegel für Berlin, der die Grundlage für zulässige Mieterhöhungen bei laufenden Verträgen darstellt.In ihm werden, aufgeschlüsselt nach Gebieten und Wohnungsklassen, die Preisentwicklungen auf dem Markt abgebildet, um Richtwerte für Mieterhöhungen zu erhalten. Dabei werden nur Neuvermietungen und angepasste Verträge der letzten vier Jahre erfaßt, d.h. Bestandsmieten, die in der Regel günstiger sind, werden nicht berücksichtigt. Ebenfalls nicht enthalten sind Wohnungen aus dem sog. Sozialen Wohnungbau, die inzwischen häufig teurer als der Durchschnitt sind.

Die wichtigsten Ergebnisse des Mietspiegel

Ein Blick in die Wohnungsanzeigen genügt, um festzustellen, dass die Mieten in den letzten Monaten in den „angesagten“Bezirken explosionsartig angestiegen sind. Insbesondere in den Innenstadtbezirken wie z.B. in Kreuzberg und Nord-Neukölln können viele Menschen ihre Mieten nicht mehr bezahlen und müssen wegziehen.
Der durchschnittliche Mietspiegelwert ist in den vergangenen zwei Jahren um über 8% auf nun 5,21 €/qm gestiegen. In der in Berlin am häufigsten vertretenen Baualtersklasse hat sich der Mietspiegelwert sogar um ca. 10% erhöht. In Halbstandardwohnungen stiegen die Mieten durchschnittlich um mehr als 17%. Gerade diese Wohnungen werden hauptsächlich von Mietern mit geringen Einkommen bewohnt. Diese Menschen haben ohnehin längst eine enorme Mietbelastung und können sich weitere Mieterhöhungen nicht leisten. Der aktuelle Mietspiegel bestätigt damit, was Mieter und Wohnungssuchende längst wissen und was seit Jahren in diversen Gutachten immer wieder festgestellt und prognostiziert wird: Wohnraum wird in den Berliner Innenstadtbezirken knapp und für Ärmere unbezahlbar. Menschen, deren Einkommen seit Jahren real sinkt, können sich solche Steigerungen der Mietbelastung nicht leisten und werden an die Ränder der Stadt verdrängt. Die Innenstadt wird zur Hartz IV-freien Zone, weil hier kaum noch Wohnraum im Rahmen der vom Senat festgelegten Richtsätze vermietet wird.

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Internationale Bauausstellung – für wen?

Der Berliner Senat plant für das Jahr 2020 eine neue Internationale Bauausstellung IBA 2020, für die mit wohlklingelnden Phrasen seit Jahresanfang Werbung gemacht wird. In der neuen Ausgabe der Zeitschrift Mieterecho der Berliner Mietergemeinschaft wird dazu eine lesenswerte Analyse veröffentlicht. Unter dem Titel Bauausstellung des Kapitals? ist sie bereits vorab zu lesen:

„Die bisherigen Ideen für eine Internationale Bauausstellung 2020 bleiben diffus.
Seit Anfang des Jahres diskutiert ein Vorbereitungsteam über die Leitideen einer möglichen Bauausstellung (IBA) auf dem Tempelhofer Feld. Gleichzeitig wird das Erbe der letzten Bauausstellung, der Soziale Wohnungsbau der 80er Jahre, seiner sozialen Funktion enthoben.“

Weiterlesen unter obigem Link.

Kundgebung gegen Sarrazin 18. Mai

Protest gegen Sarrazin

Was zum Lesen

In der letzten Zeit sind einige lesenwerte Texte erschienen, auf die wir hier hinweisen wollen.

Re­de­bei­trag der Kam­pa­gne „Stei­gen­de Mie­ten stop­pen!“ auf der Wal­pur­gis­nacht-​De­mo „Wir blei­ben alle!“ am 30. April 2011:
Für ein ALLE in „wir bleiben alle“

Hermann Werle, Mitarbeiter der Berliner Mietergemeinschaft schreibt in der „junge welt“ vom 2. Mai über „Gute Stimmung bei Investoren“ und infomiert, warum der Berliner Wohnungsmarkt für einkommensschwache Haushalte nichts mehr zu bieten hat. Eine gute Darstellung der Abwicklung der Berliner Wohnungspolitik und deren Verursacher.

Ein Gespräch mit Andrej Holm. Über die Wohnungspolitik des „rot-roten“ Senats, die Privatisierung der GSW, Gentrifizierung, Baugruppen und die Räumung der ehemals besetzten „Liebig 14″. Erschienen in der „junge welt“ vom 30. April 2011.
„Berlin im Normalzustand der kapitalistischen Stadtentwicklung“

Behauptungen und Fakten zu Wohnen und Mieten in Berlin
Immer mehr Menschen haben in Berlin mit teils drastischen Mieterhöhungen und deren vielfältigen Folgen zu kämpfen. Und entgegen den wohnungspolitischen Mythen von Rot-Rot hat dieser Senat ganz wesentlich dazu beigetragen. Anstatt aber nun den Grünen bei der Wahl ein falsches Vertrauen zu schenken, lassen wir die Parteien gleich ganz rechts liegen und nehmen die Dinge selbst in die Hand.
Weiter lesen: Berlin – Stadt der Mieter_innen?

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