Archiv für Januar 2011

Solidarität mit der Liebig 14

Anwohner und Gruppen aus dem Schillerkiez rufen auf zu einer Solidaritätsaktion gegen die Räumung der Liebigstrasse 14 – gegen Ausgrenzung und Verdrängung und für eine Stadt für Alle.

Solidarität mit der Liebig 14

Steigende Mieten – auch im Schillerkiez

Mietensteigerung in Nord-Neukölln
In Zeitungsartikeln vom Ende Januar werden Ergebnisse des Instituts F+B von Erhebungen der Mietpreise in den letzten drei Jahren vorgestellt.
Ein Artikel in der Berliner Morgenpst vom 28.1. 2011 zeigt mit einer Grafik Wo die Mieten in Berlin am stärksten ansteigen . Die Berliner Zeitung vom 28. Februar schreibt in Neuer Mietvertrag, teurer Mietvertrag dass Eigentümer bei Neuabschlüssen im Durchschnitt 24 Prozent mehr Geld verlangen.

Es gibt eine durchschnittliche Steigerung der Mieten von 12 % seit 2007, vor allem durch Neuvermietungen. Die Ergebnisse spiegeln auch eine sehr unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Stadtteilen wieder, vor allem innerhalb des S-Bahnrings gehen die Mieten kräftig nach oben. Diese Daten bilden auch die Grundlage für den neuen Mietspiegel, der im Mai 2011 veröffentlicht wird. Dabei liegen einzelne Bereiche von Nord-Neukölln noch über dem Durchschnitt. Die Mieten im Richardkiez (PLZ 12055) stiegen um mehr als 20 %, im Schillerkiez( PLZ 12049) und im Reuterkiez sind es zwischen 15-20 %.

Aber dies darf uns nicht Angst bereiten, denn unser Regierender Bürgermeister Wowereit hält höhere Mieten für ein gutes Zeichen , wie wir der Berliner Morgenpost Online vom 28.1. entnehmen können.

Verdrängung in Nord-Neukölln

Auszug aus einem Artikel von Welt Online vom 21.1.2011 Von Absteigern und Aufsteigern über den neuen Bericht zum Monitoring Soziale Stadt in Berlin:

„insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit in den Straßenzügen an der Hasenheide ist gesunken, der Anteil der Langzeitarbeitslosen geht zurück. Ein Trend, den Monika Freis bestätigen kann. Die Leiterin der Integrations-Kita an der Hasenheide spricht von einer „schlagartigen Veränderung“. Seit der Schließung des Flughafens Tempelhof habe es eine massive Wanderungsbewegung gegeben. „Ich habe den Eindruck, dass viel mehr gut situierte Bürgerfamilien und junge Studenten nach Nord-Neukölln ziehen, genau wie Familien aus Westeuropa“, sagt die 52-Jährige. Dies erklärt sie sich vor allem durch die vielen billigen und attraktiven Wohnungen im Kiez. Das typische Publikum sei hingegen verdrängt worden. Vor fünf Jahren habe der Anteil an Kindern mit nichtdeutscher Herkunftssprache in der Kita bei 90 Prozent gelegen. „Derzeit haben bei 180 Kindern 103 Kinder Eltern mit Migrationshintergrund.“

Nord-Neukölln Hype international

Nicht nur in Berlin wird Nord-Neukölln, speziell der Reuterkiez und zunehmend auch der Schillerkiez, weiter als der neue Szene-Kiez hochgejubelt. Auch in internationalen Medien werden bestimmte Bereiche des Bezirks angepriesen.

Die New York Times veröffentlichte am 24.Oktober 2010 in ihrem Reiseteil einen Fotobericht In Berlin, a Creative Wave . Er beschäftigt sich schon nicht mehr mit dem Reuterkiez, sondern hat bereits den Richardkiez im Visier und schreibt:
„Berlin´s gritty, working-class Neukölln district, settled nearly 300 years ago by (actual) Bohemians fleeing religious persecution, is once again a destination for (modern) bohemians — this time, thanks to artists fleeing rent hikes elsewhere in the city.“

Das englische Lifestyle-Magazin „Monocle“ beschreibt in der November-Ausgabe 2010 die Aussichten für Immobilien-Fans Property Prospectus: Neukölln – Berlin :
„Northern Neukölln now attracts international creative types who are looking for local colour, generous space and cultural diversity.“
Leider ist der Text nicht online. Aber der Titelstory der Zitty 26/2010 Wie viele Kreative verträgt die Stadt? können wir entnehmen:
„Welches Marktpotenzial das symbolische Kapital der Kreativität mit sich bringen kann, zeigt die aktuelle Ausgabe von der englischen Zeitschrift „Monocle“: In dem Artikel „Berlins new creative district“ geht es um Neukölln. Künstler, Fotografen und Journalisten werden vorgestellt, ein paar Cafés empfohlen. So weit, so cool. Am Ende stehen die Quadratmeterpreise im Bezirk, die viel billiger seien als in Mitte. Und der Tipp eines Maklers: Führen Deutschsprachige die Kaufverhandlungen, sinken die Preise. Mit der Nachfrage auf dem Immobilienmarkt steigt auch die Drastik der Unmutsäußerungen derjenigen, die sich davon bedroht fühlen.“

Broschüre Wir bleiben Alle

Titelblatt WBA-Broschüre 2010/2011

Steigende Mieten stoppen.
Verdrängung verhindern.
Alternative Projekte verteidigen.
Wir bleiben Alle!

Die von verschiedenen Gruppen herausgegebene Broschüre „Wir bleiben Alle – steigende Mieten stoppen!“ ist in einer Ausgabe für 2010/2011 neu erschienen! Die Broschüre ist u.a. im Info- und Stadtteilladen Lunte in der Weisestrasse 53 abzuholen. Eine digitale Fassung findet sich demnächst unter http://wba.blogsport.de.

Aus dem Vorwort:

Seit Jahren nimmt die Armut in Berlin zu,immer mehr Menschen haben keinen Zugang zu Bildung und Kultur, immer mehr Menschen sind auf Suppenküchen und Billig-Essen angewiesen. Gleichzeitig steigen die Mieten in der berliner Innenstadt, sind für Menschen mit geringen Einkommen oft schon heute unbezahlbar.
Durch diese Entwicklung werden nicht nur Menschen mit geringen Einkommen aus der Innenstadt verdrängt, sondern sind auch viele alternative, nichtkommerzielle Projekte bedroht. Die Besitzerinnen und Besitzer der Häuser und Grundstücke wollen lieber Bürotürme statt Wagenplätze, Luxuswohnungen statt selbstverwalteter Hausprojekte, Einkaufszentren statt kostenloser Kultur.
Viele Menschen sind nicht bereit, diese Entwicklung hinzunehmen. Protest findet auf allen Ebenen statt: gegen Mieterhöhungen,gegen Überwachung, gegen Zwangsräumungen,gegen Polizeischikanen, gegen die Vertreibung alternativer Projekte.

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