Bauen auf dem Feld

Die geplante Bebauung der Kleingartenkolonie am Columbiadamm gegenüber des Tempelhofer Feldes ist gestoppt. Siehe auch den Text auf dem Blog von „Tempelhof für Alle“ Columbia-Quartier gestoppt? Damit scheint wohl das geplante Columbia-Quartier erst mal in weite Ferne gerückt zu sein. Umso aktueller wird dann das Neukölln-Quartier „Adresse für städtisches Wohnen am Park“, das die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung entlang der Oderstrasse errichten will. Hier sind alle Parteien bis auf die Linke für eine Bebauung. Die SPD hat auf ihrem Landesparteitag einen entsprechenden Beschluss verabschiedet:

Die vorgesehene Bebauung westlich des Schillerkiezes bietet die Chance einer sozialen Stabilisierung der Neuköllner Wohngebiete. Der neu geschaffene Wohnraum soll für breite Schichten der Bevölkerung bezahlbar sein, insbesondere aber sozialstabilisierende Bevölkerungsteile ansprechen und auch genossenschaftliche Wohnformen oder günstiges Wohneigentum für breitere Bevölkerungsschichten beinhalten.“

Hier sollen wohl Leute hinziehen, die den „Faulenzern“ vom Schillerkiez zeigen, wie man frühmorgens aufsteht und zur Arbeit geht. Es ist auch klar, dass hier keine Wohnungen für Ärmere, für Hartz4-Bezieher entstehen werden. Auf der 2. Neuköllnkonferenz der Grünen machten Vertreter von Wohnbaugesellschaften deutlich, dass bei Neubau mit Kaltmieten von 8 und 9 Euro aufwärts pro Quadratmeter zu rechnen ist und es keine Zuschüsse vom Staat geben wird. Das können ALG2-Empfänger und auch prekäre Selbstständige nicht zahlen.

Auf der gestrigen Bewohnerversammlung des Quartiersrates Schillerpromenade zur „Zukunft Tempelhofer Feld – Chance oder Risiko für den Schillerkiez“ war das aber so deutlich nicht zu hören. Da wurde von den Vertretern der Senatsverwaltung eher rumgeeiert und beschwichtigt. Diese ganzen Pläne seien alle noch nicht beschlossen und vor 2020 sei mit einen Baubeginn auch nicht zu rechnen. Das es kaum Unterstützung von seiten der Anwohner für eine Bebauung dort gibt, die meisten es gut finden, wie es auf dem Feld gerade ist, interessiert die Damen und Herren vom Senat mitsamt ihrem Anhang von Grün Berlin, Tempelhofprojekt usw. sowieso nicht. So dürfte deren Fazit des Abends lauten: „Schön, dass wir miteinenader geredet haben. Aber wir machen ja sowieso, was wir wollen- der Senat!.“

Es liegt an den Anwohnern, sich diesen Spielchen von Beteiligung und Partizipation zu verweigern und für ihre eigenen Interessen einzutreten.

Eine gute Zusammenfassung der Bewohnerversammlung auf dem Blog „Das gemeine Wesen“ am 3. 12.2010:
Zukunft Tempelhofer Feld – Von Stuttgart 21 nach Neukölln 21?

Die Sicht des Quartiersmanagements Schillerpromenade in einem Beitrag auf ihrer Website vom 2.12. 2010:
Tempelhof – Großes Interesse an Bewohnerversammlung

Weitere lesenswerte Texte:

Bebauung in Neukölln immer wahrscheinlicher
Artikel vom 26. November auf dem Blog von Analyse Kritik Aktion

Gentrifizierung in Nordneukölln? Das Parkgespräch am 26. 11
Blog Das gemeine Wesen vom 29.11.





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