Archiv für November 2010

Enteignet

Seit einigen Tagen hängen Ankündigungen an zwei Fenstern des fast leerstehenden Hauses Weisestrasse 47. Infos zu diesem Haus unter Leerstand in der Weisestraße 47 .

Enteignet Weisestrasse 47

Ökologie und Verdrängung

Experten unter sich – Neukölln-Konferenz der Grünen

Am Freitag, dem 12. November 2010 veranstalteten die Berliner Grünen ihre 2. Neukölln-Konferenz in der Genezarethkirche am Herrfurthplatz.

Die Grünen wollen den Klimawandel bekämpfen und ökologisch und energetisch sanieren. So schreiben sie in einer Pressemitteilung :

„Soziale Stadt im Klimawandel – geplante IBA soll Neukölln in den Mittelpunkt stellen

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen schlägt vor, das Tempelhofer Feld nicht zum Zentrum, sondern zum Ergänzungsgebiet einer neuen IBA zu machen. Im Zentrum soll die Zukunftsgestaltung der sozial benachteiligten Stadtteile Nordneuköllns stehen. Das Motto soll „Soziale Stadt im Klimawandel“heißen und folgende Aufgaben ins Zentrum stellen:
– „Die sozial-ökologische Stadterneuerung“ mit der Kernfrage, wie bestehende Stadtteile im Zusammenhang energetisch und ökologisch optimiert werden können, ohne dass die Wohnkosten unzumutbar steigen und die ansässige Bevölkerung verdrängt wird
– „Stadt der Bildung und Integration“ mit der (energetischen) Modernisierung der Bildungseinrichtungen und der Aufgabe, für die wachsende Zahl von Kindern aus sozial unterprivilegierten und bildungsfernen Familien optimale Lern- und Erziehungsbedingungen zu schaffen und den Wegzug von bildungsorientierten Familien zu stoppen.“
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Rückblick Schillerkiez 2003

Ein geschichtlicher Rückblick aus der eingestellten Zeitschrift „Scheinschlag“ vom April 2003 :
Eckkneipen gegen Aufwertung

Eckkneipen gegen Aufwertung
Die Schillerpromenade in Neukölln

Wer am frühen Abend durch die Neuköllner Oderstraße schlendert, kann einen sehr schönen Sonnenuntergang genießen. Durch die Nato-Draht-be-wehrte Absperrung des Flughafens Tempelhof kann man den Blick in die Ferne schweifen lassen und vor sich hin dösen – und sich von gelegentlich vorbeifliegenden Flugzeugen wieder wecken lassen. Wer sich setzen mag, sollte aber Campingstühle mitbringen, Straßencafés gibt es hier nicht. Das wird sich auch nicht ändern, denn die Häuser wurden in den zwanziger Jahren gebaut und haben keine Ladenräume. Damals achtete man eher darauf, daß alle Wohnungen Sonne abbekamen und einen Balkon hatten, was besonders im Block zwischen Leine- und Okerstraße auffällt, der 1925 nach Plänen des Bauhaus-Architekten Bruno Taut entstand.

Der Rest des Kiezes zwischen Hermannstraße und heutigem Flughafen Tempelhof entstand ab 1905. Damals war das Tempelhofer Feld noch ein Exerzierplatz, weshalb bei Westwind Sandstürme die Gegend heimsuchten. Das neue Viertel, mit der Schillerpromenade als Kern, sollte den miesen Ruf des damaligen Rixdorf aufpolieren helfen. Mit vergleichsweise breiten Straßen und viel Grün gedachte man, „bessere Leute“ in die proletarische Bastion zu locken. Das Konzept war mit dem Erstbezug bereits gescheitert. Statt des betuchten Bürgertums zogen in die Vorderhäuser neben sozial absteigenden Handwerkern, hauptsächlich Künstler ein, die in den Varietés in der Hermannstraße oder an der Hasenheide ihr Geld verdienten, während die Hinterhäuser von Arbeiterfamilien besiedelt wurden – mit einer Belegungsdichte von durchschnittlich vier Personen je Ein- bis Zwei-Raum-Wohnung.
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Stadtteilversammlung 15. November 2010

Stadtteilversammlung 15. November 2010

Wir beschäftigen uns mit den anstehenden Pioniernutzungen auf dem Tempelhofer Feld, den Entwicklungen im Kiez am Beispiel des Leerstands in der Weisestrasse 47 und den Machenschaften der Tarsap in der Lichtenrader Strasse 32, wo Mieter rausgeklagt werden, um neuen Lofteigentümern Platz zu machen.

Tarsap und die Lichtenrader Strasse 32

Wie Menschen aus ihren Wohnungen verdrängt werden, um Platz zu machen für Gutverdiener.

Sie leben seit 2001 im Hinterhaus in der Lichtenrader Str. 32. Die erste WG wurde 2001 gegründet, die anderen folgten (es sind 4 befreundete WG´s, die die L32 e.V. gemeinsam mit anderen gegründet haben.) Sie sind ein Kunst- und Kulturverein, in dessen Rahmen sie zahlreiche unkommerzielle kulturelle und soziale Projekte durchführten wie z.B. 48h Neukölln, Kinderfeste o.ä..
Nachdem die Zwangsverwaltung der Wohnungen eingesetzt hatte, hatten sie versucht, Käufer zu finden, die weiterhin vermieten möchten, um bleiben zu können. Das Haus wurde dann im Sommer 2009 an die Firma Tarsap versteigert. Die Tarsap kündigte im September 2009, allerdings sagte der Mieterverein, dass diese Kündigung nicht wirksam sei. Die Mieter widersprachen der Kündigung deshalb und zahlten weiterhin ihre Miete an die Tarsap GmbH. Diese machten Besichtigungen in der Wohnung und verkauften die Wohnung dann im April 2010, fast gleichzeitig wurde vom Käufer eine Räumungsklage eingereicht. Die Kündigung stützte sich in erster Linie darauf, dass die Mietverträge nicht gültig seien. Nun sind es 4 Wohnungen, die beteiligt sind und alle werden in getrennten Verfahren behandelt.
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