Achtung: Gentrifizierung Schillerkiez

Bewohnerinnen des Hauses Herrfurthplatz 4/Schillerpromenade 6 wehren sich gegen Vertreibung. Aushang an der Haustür:

Herrfurthplatz 4 Aushang

Achtung: Hier findet Gentrifizierung statt!

Schöne Gegend der Schillerkiez, finden Sie nicht auch?
Toll diese Nähe zum Tempelhofer Feld?!
Das sehen wir auch so – und deshalb wollen wir wohnen bleiben!

Die Mieten steigen überall in Neukölln seit jahren rasant an. Hier im Schillerkiez hat sich der Mietpreis bei Neuvermietungen in den letzten 10 Jahren fast verdreifacht. Unser Wohnraum wird zu einem immer beliebteren Anlage- und Spekulationsobjekt.
Nun hat es also auch unser Haus am Herrfurthplatz 4/Schillerpromenade 6 getroffen. Vor zwei Jahren wurde das Haus verkauft. Der neue Eigentümer hat kurz vor Inkrafttreten des Milieuschutes alle unsere Wohnungen vorsorglich in Eigentumswohnungen umwandeln und sich eine Reihe von Modernisierungsmaßnahmen genehmigen lassen. Für uns, die Menschen, die hier teilweise schon seit Jahrzehnten leben, bedeutet das vor allem eins: Angst um den Verlust unserer Wohnung. Entweder weil die neuen Eigentümer*innen uns über kurtz oder lang kündigen. Oder, weil wir uns die steigenden Mieten schlicht nicht mehr leisten können.

Wir werden das nicht einfach so über uns ergehen lassen. Unsere Wohnungen sind unser Zuhause und kein Spekulationsobjekt für Reiche. Wir sind Menschen und keine Zahlen. Wir sind viele, und wir sind organisiert.
Und deshalb bleiben wir alle!
#SchillerkiezBleibt!

zur Ergänzung:

Das Haus wird angeboten von “ econcept Immobilien und Projektentwicklung KG (GmbH & Co), siehe Herrfurthplatz, Berlin-Neukölln .
Auf einem Bewertungsportal findet sich folgende Info zu Schillerpromenade 6, Herrfurthplatz 4 Grundbesitz GmbH nicht gedeckter Fehlbetrag auch in der 2015 Bilanz Das Projekt bei ifunded Crowdinvesting

Trotzdem werden auf den einschlägigen Immobilienportalen Wohnungen angeboten, z.B. 1-Zimmer-wohnung mit 31,47 m² Wohnfläche zum Kauf für 147.909 €

Go-In bei Stadt und Land in Neukölln

Heute um 11:45 sind wir – Freund*innen der Hausbesetzungen und Freund*innen der Borni37 – in die Geschäftsstelle der STADT UND LAND gegangen um die Rücknahme der Strafanträge wegen Landfriedensbruch zu fordern

Am 20.5. diesen Jahres sind mehr als 60 Menschen in das seit Jahren leerstehende Haus in der Bornsdorfer Straße 37b in Berlin Neukölln eingezogen. Sie haben es besetzt. Wenig später tauchte die Polizei auf, es wurden die Eigentümer – allen voran Ingo Malter – von der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft STADT UND LAND informiert und herzitiert. Malter ließ noch während der Verhandlungen das Haus von den Bullen räumen. (Mehr dazu unter: besetzen.noblogs.org oder im Anhang – Brief „Ingo, wir müssen mal reden“)

Ätzend, dass wir bei diesem Wetter (35 Grad im Schatten) überhaupt in den Glaskasten in der Werbellinstr 12 in Neukölln gehen mussten. Wir hätten uns weitaus besseres vorstellen können. Aber was soll‘s!? – 56 Strafanträge sind eben kein Zuckerschlecken und die Oberbosse der städtischen „Wohnbauten-Gesellschaft mbH“ haben hier nun mal ihre Büros.

Im Foyer des Gebäudes schlug uns die soziale Kälte der Rezeptionist*innen entgegen, die ob der draußen schwelenden Hitze fast schon erfrischend war. Weder wollte man mit uns reden, noch wollte (oder konnte) man die mitgebrachten Briefe an ihren Chef Ingo entgegenehmen oder lesen. Immerhin wählten sie nicht die 110 oder den Sicherheitsdienst, sondern den Pressesprecher Frank Hadamczik und die zweite Geschäftsführerin Anne Keilholz. (ob das die Digitation von Pinehill s.a.r.l. ist?). Ingo selbst war angeblich im Urlaub.

(mehr…)

Sommerfest 5. August: Soziales Zentrum Neukölln erkämpfen!

Einladung zum Sommerfest
Für ein neues Soziales Zentrum in Neukölln!

Sonntag, den 05.08.18 – 14 bis 22 Uhr | Manege | Rütlistraße 1-3

Sommerfest Soziales Zentrum Neukölln

Ihr seid herzlich eingeladen zu unserem Sommerfest am 05. August!
Wir sind Gruppen und Einzelpersonen, die sich zusammengefunden haben, um gemeinsam ein neues Soziales Zentrum in Neukölln auf die Beine zu stellen.
Unser Sommertest soll in einem kleinen Rahmen die Möglichkeiten zeigen, die unser neuer Raum haben könnte. Von Umsonstladen, Workshops, Essen gegen Spende und Rechtsberatung über Musik, Diskussionen und Kinderprogramm bis hin zu Hilfe bei Amtsscheiß.

Das Sommerfest-Programm umfasst u.a.:
* veganes BBQ und Mitbring-Buffet
* Livemusik
* Infostände
* Siebdruck
* Workshops zu Freifunk und anonymer Software
* Mietrechtsberatung
* Vorführungen Best of feministischer Horrorfilme
* Kinderecke mit dem Vielfalter-Bücherkoffer
* Graffiti-Workshop
* Umsonst-Flohmarkt

Das Programm ist offen und jede*r kann sich auch spontan einbringen.

Sonntag, den 05.08.18 – 14 bis 22 Uhr | Manege | Rütlistraße 1-3
Website: soze44.noblogs.org
E-Mail: soze44@systemli.org
Mastodon: chaos.social/@soze44

7. Juli 2018: Strassenfest in der Framstrasse

Es gibt mal was zu feiern!

Einladung zum Straßenfest von Unser Block Bleibt am 7.7.2018 ab 14 h in der Framstraße

Strassenfest 7. Juli 2018

Unser Block Bleibt e.V. – der Verein

Als Gebäudeblock gruppieren sich mehrere Mietshäuser in der Framstraße, Nansen-, Pflüger- und Pannierstraße um einen gemeinsamen Innenhof. Die Wohnungen sind einfach ausgestattet und
bisher bezahlbar. Viele der rund 300 Mieter und Mieterinnen wohnen schon seit Jahrzehnten hier. Ein großer Teil der Häuser ging 2016 in den Besitz eines Firmengeflechts über, an dem einige für ihre Gewinnorientierung berüchtigte Investoren beteiligt sind, die auf dem Wohnungsmarkt möglichst hohe Renditen einfahren wollen.

Wir Mieterinnen und Bewohner haben uns im Verein zusammengeschlossen, um gegenüber den Vermietern eine starke Stimme zu haben und aktiv daran mitzuwirken, dass Mietenabzocke und Verdrängung im Kiez gestoppt werden.

Mietenexplosion trotz Milieuschutz

Bei Wiedervermietungen bemerken wir eine fast dreifache Mietsteigerung auf bis zu 15 euro/m² Kaltmiete, begründet mit „Erstbezug nach Modernisierung“. Damit ist die Mietpreisbremse ausgehebelt! Jetzt muss dringend das Milieuschutzgesetz greifen, denn im Reuterkiez darf nicht hochpreisig modernisiert werden und eine so massive Wohnraumverteuerung ist ausdrücklich unterbunden. Wer schützt uns jetzt? Wann greift der Bezirk ein?

Jede einzelne Person ist nun aufgerufen, sich zu wehren. Modernisierung darf kein Schlupfloch für Vermieter sein!

UNSER BLOCK LÄDT EIN:

Information | Spiele | Leckeres | Musik

Christiane Rösinger & Claudia Fierke
Sigrid Grajek singt Claire Waldoff

GEMEINSaM IN DEN BERLINER KIEZEN
GEGEN VERDRÄNGUNG
www.unserblockbleibt.de
facebook.com/unserblockbleibt

weitere Infos: Unser Block bleibt

26. Juni: Gemeinsam zur Urteilsverkündung

Darf Anna bleiben?

Urteilverkuendung wegen Eigenbedarf

Wir erinnern uns: Letztes Jahr bekommt Anna eine Mieterhöhung. Sie weist sie zurück und rügt die Miete. Kurz danach flattert eine Kündigung wegen Eigenbedarf ins Haus, besser gesagt in ihre Bruchbude. Denn Anna wohnt in einer unsanierten Altbauwohnung ohne Bad und ohne fließend Warmwasser. Und die Eigentümerin, eine Anwältin mit gut gefüllten Immobilienportfolio, hat nun Interesse an Annas zu Hause angemeldet. Na so ein Zufall. Nicht.

Bei der Gerichtsverhandlung (hier der Bericht von der Verhandlung, Links zu Zeitungsartikeln unten) schickte die Eigentümerin ihren Ehemann, von Beruf Immobilienkaufmann, vor. Es stellte sich heraus: Er hat die Wohnung nie gesehen. Er weiß nicht mal, ob seine Ehefrau die Wohnung je gesehen hat. Er weiß nur: Seine Frau hat Angst vor Altersarmut. Deshalb muss der Mietzins der langersehnten Zweitwohnung möglichst gering sein. Und daher kommt nur Annas zu Hause in Frage.

Ist das nur unglaubwürdig oder schon dreiste Lüge?

Die Eigentümerin möchte Anna, die sich gegen eine überzogene Mieterhöhung gewehrt hat, loswerden. Von ‚unzureichender Altersvorsorge‘ zu sprechen und gleichzeitig vollvermietete Immobilien in begehrten Kiezen sein Eigen zu nennen, das ist ein Schlag ins Gesicht für die vielen Menschen, die tatsächlich in prekären Verhältnissen leben und beispielsweise auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind.

Daher: Wir gehen gemeinsam zur Urteilsverkündung. Wir lassen Anna nicht allein. Wir wollen sehen, ob die Richterin diesem unglaubwürdigen Schauspiel auf den Leim gegangen ist.
26. Juni // 9 Uhr // Treffpunkt pünktlich vor dem Amtsgericht Neukölln, Karl-Marx-Str. 77-79

Das Recht auf die Zweitwohnung
neues deutschland,6.6.2018
Anwältin will Mieterin wegen Eigenbedarfs aus einfachsten Wohnverhältnissen klagen.

Eigenbedarf für einen Ahnungslosen
taz, 5.6.2018
Eine Mieterin mahnt die Einhaltung des Mietspiegels an und erhält darauf eine Klage auf Eigenbedarf. Ein Gerichtstermin.

Quelle:
http://solidarischeaktion.blogsport.eu/2018/06/21/gemeinsam-zur-urteilsverkuendung-darf-anna-bleiben/

Update vom 26. Juni, 19 Uhr:

Das Gericht hat gegen die Mieterin entschieden.
Ein Bericht dazu bei der „taz“ Mein Bedarf, du bedürftig
Eine Klage auf Eigenbedarf hat in erster Instanz Erfolg – ein Beispiel, wie niedrig die Hürden für Vermieter bisweilen sein können.



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