Friedel54 Aktionswoche 22. bis 30. April

Der Kiezladen Friedel54 ruft auf zu einer Aktionswoche anlässlich der drohenden Räumung.

Dazu gibt es jetzt auch einen Mobi-Trailer: Friedel Action Days mit der Entstehung dieses Bildes am Büro des Quartiersmanagement Schillerpromenade.

QM Schillerpromenade 20.4.2017

Friedel54-Aktions-Woche

Bullen-Grün und Pinehill-Grau weg! Wir wollen mehr Friedel-Grün an jedem Eck!

22.04 – 30.04

An uns wurde mehrfach die Frage herangetragen, “was wir wollen”.

Wir wollen nicht geräumt werden. Wir wollen bleiben.

Wir wollen unseren unkommerziellen Raum erhalten und 13 Jahre Kiezarbeit fortsetzen. Utopisch?! Mag sein… dafür werden wir aber weiterhin und unablässig kämpfen.

Wir wollen nicht, dass die PineHill S.à.r.l. ohne Widerstand weiter in Neukölln oder sonst wo wirtschaften kann – schon gar nicht mit dem Erdgeschoss in der Friedelstraße 54.

Wir wollen nicht, dass das lupenreine Image dieser Firma vertuscht, was sie eigentlich sind: Verdränger*innen, Existenzzerstörer*innen, Spielverderber*innen.

Wir wollen die Eigentümer*innen demaskieren.

Wir wollen nicht, dass die Räume der Friedel54 neu vermietet werden und auch nicht die Räume neben uns (was schon geschehen ist), denn auch unser ehemaliger Nachbar wurde verdrängt.

Wir haben das nicht vergessen und auch die Hausverwaltung und (neue wie ehemalige) Eigentümer*innen sollen das nicht vergessen dürfen.

Wir wollen sie an unsere Wut erinnern.

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Fantastic Foxhole Hostel weg kegeln!

In der Weserstrasse im Reuterkiez soll ein neues Hostel entstehen , um Touristifizierung und Verdrängung zu befördern. Dagegen wehren sich Anwohner , u.a. mit folgemden Flugblatt.

gegen fantastic foxhole hostel

Neukölln gemeinsam gegen die Ver-Simon-Dachisierung des Reuterkiezes

BALLERMANN-ATMOSPHÄRE HÄLT EINZUG IN NEUKÖLLN:

In der Weserstraße 207 in Nord-Neukölln ist ein Kampf gegen den Einzug eines Hostelbetriebs namens Fantastic Foxhole Hostel inmitten eines Wohnhauses entbrannt. Der Betreiber des Hostels Hagen Wittenborn und der Eigentümer der Räumlichkeiten Alexander Skora wollen mit diesem Vorhaben die Ver-Simon-Dachisierung des Reuterkiezes einläuten. Direkt an das Hostel ist im Vorderhaus die neue Kaduka-Bar samt Party-Veranstaltungsangeboten angegliedert. Diese Kombination verheißt den Einzug einer Ballermann-Atmosphäre in Nord-Neukölln.

ILLEGALE MACHENSCHAFTEN:

Dabei setzt Hagen Winterborn, der Betreiber des Hostels, auf die Taktik: „Fakten schaffen, das Recht und die Politik werden sich ihnen schon beugen“. Denn tatsächlich hat Winterborn weder die Baumaßnahmen noch die Aufnahme des Betriebs rechtmäßig den Behörden vorab zur Genehmigung angemeldet. Ganz im Gegenteil: Er unterließ dieses gänzlich. Stattdessen eröffnete das Fantastic Foxhole Hostel zum 31. März in Bausch und Bogen seinen Betrieb.

WIRKSAME ANWOHNER*INNEN-PROTESTE:

Massive und konzertierte Anwohner*innen-Proteste gegenüber Politik und Verwaltung haben nun Wirkung gezeigt: Dem Betrieb wurde jetzt eine vorübergehende Unterlassung samt Androhung eines Bußgeldes ausgesprochen.

WINTERBORN INSTRUMENTALISIERT SCHAMLOS DIE FLÜCHTLINGSTHEMATIK FÜR SEIN BALLERMANN-BILLIG-TOURISMUS-GESCHÄFTSMODELL:

Winterborn schlägt jetzt zurück und das schamlos: In einer von Winterborn bei der Kommunikations-Agentur Macheete in Auftrag gegebenen Pressemitteilung wird nun schamlos behauptet, die amtliche Untersagung treffe unmittelbar Flüchtlinge und setze sie auf die Straße. Die Flüchtlingsthematik erst einmal für Ballermann-Tourismus-Geschäftsmodell in die Pflicht genommen, vergessen Winterborn/ Macheete diese im Rest der Pressemitteilungjedoch gänzlich wieder: Stattdessen wird agressiv, larmoyant und ellenlang eine Hymne auf Winterborns Geschäftsmodell als Billigtourismus für einkommensschwache Touristen angestimmt, gefolgt von Winterborns Einforderung seines Stücks vom Kuchen des Wirtschaftsfaktors Party- und Start-up-Szene in Berlin gegenüber Verwaltung und Politik. – Dies ist nicht nur ein Schlag mitten ins Gesicht für alle Bürger-Initiativen, die echte Flüchtlingsarbeit und -betreuung leisten. Vielmehr verhöhnt er gleichermaßen Flüchtlinge und Touristen selbst, insofern er Tourismus in Sardinen-Büchsen-Format anbietet: Übernachtungen werden in sechser bis Zwölfer-Dreistock-Bett-Zimmern zu einem Preis von 19 bzw. 29 Euro/ Nacht angepriesen. – Vielmehr liegt der Verdacht nahe, dass Winterborn — wenn überhaupt — allenfalls eine anteilige Einkommensgarantie durch Beherbungsgutscheine einstreichen will.

PROBLEME:

Mit dem Hostel-Bar-Betrieb stehen nicht nur weitere massive nächtliche Ruhestörungen den Anwohner*innen der Anrainerhäuser, Müll auf den Straßen, Fäkalien auf dem Schulgelände und Kinderspielplatz auf dem Reuterplatz – wie bereits in der Vergangenheit erlebt – durch den Partytourismus ins Haus, ohne dass dem kaum mehr Herr der Lage zu werden ist. Auch die ansässigen Gastrobetriebe und nachhaltigen Kleingewerbe betrachten den Party-Tourismus als Störfaktor für die Einheimischen und ihre Stammkundschaft. Pädagog*innen der angrenzenden Schule und Kinder- und Jugendeinrichtungen befürchten einen negativen Einfluss auf ihre Schützlinge durch betrunkene Partyleichen in einem ohnehin nach wie vor als sozialer Brennpunkt geltendem Stadtteil. Last but not least: Ein Hostelbetrieb bedeutet auch unweigerlich strukturelle Konsequenzen für den Reuterkiez: Entmietung, soziale Verdrängung von Altmietern, die die Discounter-Tourismus-Spirale nach sich ziehen werden – wie bereits im Simon-Dach-Kiez und rund um die Warschauer Brücke zu beobachten ist.

FORDERUNG: WIR FORDERN VON POLITIK UND VERWALTUNG DIE ENDGÜLTIGE ABSAGE AN EINE GENEHMIGUNG DES FANTASTIC FOXHOLE HOSTELS IN DER WESERSTRAßE!

Quelle des Flyers und Materialsammlung: Fantastic Foxhole Hostel

22. April: von Friedrichshain nach Neukölln

Interkiezionale Demo 22.Apri 2017

Heute, 20 Uhr, Eldenaer Straße/Proskauer Straße!
Zeigen wir der Stadt der Reichen, den Bütteln des Staates und den konsumorientierten Touris auf der Route, was wir von ihnen halten!
Für mehr rebellische Nachbar*innen, solidarische Kieze und die Stadt von Unten!

Update vom 23.4.2017:

Nach zähem Anfang beteiligten sich doch etwa 1000 Menschen an der Demo, die tatsächlich bis zum Hermannplatz ging, wo sie gegen 23:30 Uhr endete.

Berichte aus den Medien:
Trümmertanz-Demo von Linksautonomen
RBB-Aktuell, 22.4.2017
TV-Bericht über die Demo.

Hunderte demonstrieren für Kiezladen „Friedel54″
Rbb-Online, 23.04.2017
Immer wieder sorgen in Berlin Kündigungen angestammter Geschäfte oder sozialer Einrichtungen für Proteste. Auch der Neuköllner Kiezladen „Friedel54″ soll weichen. Gegen die bevorstehende Räumung demonstrierten am Samstagabend hunderte Menschen.

„Friedel 54″ Knapp tausend Menschen demonstrieren gegen Räumung des Kiezladens
Berliner Zeitung Online, 23.04.2017
Mehrere hundert Menschen haben in Berlin gegen die Räumung eines linken Kiezladens in der Friedelstraße 54 in Neukölln demonstriert

Linke demonstrieren in Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln
Berliner Morgenpost Online, 23.04.2017
Fast 1000 Teilnehmer kamen zu der Demo. Die Polizei spricht von teilweiser aggressiver Stimmung. Zwei Beamten wurden leicht verletzt.

Massives Polizeiaufgebot eskortiert Kiezdemo
neues deutschland, 24.4.2017
Rund 1500 Menschen forderten den Erhalt bedrohter linker Projekte und wandten sich gegen Immobilieninvestoren.

Die Kieze stehen zusammen
taz, 24.04.2017
Mehrere hundert Menschen ziehen am Samstag von Friedrichshain nach Neukölln und protestieren gegen steigende Mieten.

Fotos von neuköllnbild auf flickr 22.04.2017 berlin-friedrichshain, kreuzberg und neukölln: interkiezionale demonstration.

„Dürfen wir bitten?“
Aufruf der Friedel54 zur interkiezionalen Demonstration am 22.April 2017

Dies ist eine Aufforderung zum Tanz… Die Aufforderung an einem subversiven Akt teilzunehmen, der zynisch und rebellisch zugleich ist. Tanzt mit uns den Trümmertango.

Aufgefordert sind alle, die Angst haben. Alle, die Angst vor Verdrängung, Polizeigewalt, Kontrollen, Bürokratie, Jobverlust, Abschiebung, oder rechter Gewalt haben.

Am 22. April wird eine Demonstration durch Friedrichshain und Kreuzberg bis nach Neukölln ziehen. Sie wird nicht marschieren, gehen, latschen… Sie wird tanzen. Und zwar auf den Verhältnissen, auf den Nasen der Herrschenden, die nicht einmal sich selbst beherrschen und auf den Trümmern einer Stadtpolitik, die weder sexy noch sozial ist.

Dies ist eine Aufforderung zum Tanz… Ein Tanz der Verlierer*innen dieses Systems und all derjenigen, die nicht solche werden wollen. Ein Tanz, auf den hohlen Phrasen der Politik, die – egal in welcher Farbe sie sich kleidet – sich doch dem Prinzip von Markt und Konkurrenzkampf zu unterwerfen hat –, will sie erfolgreich und geduldet sein. Denn seien wir ehrlich: Von der Politik ist nichts zu erwarten. Natürlich, die Politik hat sich irgendwann dazu herabgelassen, Instrumente wie die Mietpreisbremse oder den Milleuschutz zu verabschieden. Wir können es auf den Satz herunter brechen: Zu wenig, zu spät! Die Mietpreisbremse hat soviele Schlupflöcher, das selbst ein schweizer Käse neideisch darauf blickt. Der Milleuschutz kommt, dort wo er dann doch mal angewendet wird, gefühlte 10 Jahre zu spät und wird meist so lange diskutiert und, wie in Nordneukölln, in der realen Umsetzung so lange heraus gezögert, dass auch der größte Schnarchnasenbesitzer noch seine Schäfchen ins Trockene bringen konnte.

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Unterwegs gegen rechte Propaganda

Einige Menschen waren im März 2017 im Norden Neuköllns unterwegs, um in Kiosken und Spätis gegen rechte Propaganda aktiv zu werden. Über diese gute Aktion gibt es einen Bericht auf der Website Kein Ort für Nazis den wir hier gerne weiterverbreiten.

Antifaschismus und Solidarität im Kiez

Brandanschläge in Neukölln, der Einzug der AfD in die Abgeordnetenhäuser in Berlin, weitere Verschärfungen des Asylgesetzes usw.: Alles fiese Beispiele dafür, wie rechte Hetze und rassistische Radikalisierungen in den Alltag eingreifen. Ätzend ist aber auch, dass es beim Späti um die Ecke nicht nur Sterni, sondern auch rechte Zeitungen wie die „Compact“ oder die „Junge Freiheit“ gibt. Auch wenn diese Zeitungen vergleichsweise geringe Auflagen haben, werden hier rechtsradikale Themen und Diskurse aufgestellt und zugespitzt, rechte Aktionen verbreitet und zu rechter Gewalt angestachelt.

Wer verkauft diese Zeitungen in Neukölln und warum? Um das herauszufinden, um Verkäufer*innen davon zu überzeugen, rechte Hetze nicht mehr zu verbreiten und um zu erreichen, dass Betreiber*innen sich solidarisieren, haben wir im Rahmen der antifaschistischen Aktionswoche eine Kiosktour durch Nord-Neukölln gemacht.

Zeitungsläden und Kioske sind wichtige Orte der Nachbar*innenschaft Hier treffen sich Menschen, Erzählungen und Informationen. Für uns als Stadtteilgruppe und als Leute, die im Kiez wohnen, ist es wichtig zu wissen, welche Läden cool sind, wer solidarisch ist oder wichtige Informationen für den Alltag hat. Der Kontakt zu den Betreiber*innen ist auch eine Möglichkeit, die eigene politische Arbeit vorzustellen und über die Läden in die Nachbar*innenschaft zu tragen. Viele Spätis werden von Menschen betrieben, die selbst Zielscheibe von rechten Angriffen und Beleidigungen sind. Wir wollen Solidarität einfordern, aber auch solidarisch mit denen sein, die von rechter Hetze direkt betroffen sind. Andersherum wollen wir auch wissen, wo die Naziläden liegen, wer explizit unsolidarisch ist und mit wem wir nicht zusammenarbeiten wollen. Für uns ist die Kiosktour eine Aktion sowohl gegen rechte Hetze als auch für eine solidarische Organisierung im Alltag unserer Nachbar*innenschaft.

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Kundgebung Weisestr. 47 am 28. April 2017

Weisestrasse 47: Her mit dem Wohnraum!

Ein exemplarisches Beispiel von Leerstand und Wohnraumvernichtung ist die Weisestr. 47 im Schillerkiez in Nord-Neukölln. Über 10 Jahre hat die Henning Conle GmbH & Co. KG das Haus fast komplett leerstehen lassen. Dagegen wird seit Jahren protestiert mit Flyeraktionen, Kundgebungen, Scheinbesetzungen usw. Am 28. April 2012 gab es eine Hausbesetzung, die von der Polizei brutal beendet wurde.
Nun wird seit September 2016 das Haus Weisestr. 47 saniert und bewohnbar gemacht. Das ist gut! Denn viele Menschen in dieser Stadt brauchen Wohnungen, vor allem gering Verdienende, Wohnungslose und Geflüchtete.
Deshalb fordern wir den Besitzer auf, sein Haus nach vollendeter Sanierung diesen Menschen zur Verfügung zu stellen. 10 Jahre Leerstand sind genug!
Es gab inzwischen mehrere Treffen von Menschen, die sich für die 35 Wohnungen dort interessieren. Von der Hausverwaltung Westfalia sind keine konkreten Infos über Wohnungsgrössen und die geplanten Mieten zu erfahren. Die Vermietung soll erst Ende 2017 beginnen.
Wir wollen unserem Interesse an den Wohnungen am 5. Jahrestag der gescheiterten Besetzung Nachdruck verleihen und rufen auf zu einer Kundgebung.

Kundgebung Weisestrasse 47

Kundgebung: Weisestr. 47 ( nahe U-Bhf. Boddinstrasse )
Freitag, 28. April 2017, 18 Uhr

Ein ausführlicher Text zum Hintergrund ist hier: Weise 47 übernehmen

Initiativgruppe Weise 47



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